Ingersheim
: SKV beschließt die eigene Auflösung

Die Mitgliederversammlung stimmt dem Ende des Ingersheimer Dachvereins für Sport und Kultur zum Jahresende 2026 zu.
Von
Jörg Palitzsch
Ingersheim
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Bei der Mitgliederversammlung wurde die Auflösung des Dachvereins beschlossen. Von links: Matthias Müller, Sportkreis Ludwigsburg, Joachim Rösch, Zweiter Vorsitzender, Albert Noha, Erster Vorsitzender, Bürgermeisterin Simone Lehnert, Jürgen Fleischmann.

/Oliver Bürkle

Nach 80 Jahren endet ein bedeutendes Kapitel der Ingersheimer Vereinsgeschichte: Die Mitgliederversammlung des Sport- und Kulturvereins (SKV) Ingersheim hat am Donnerstag der Auflösung des Dachvereins zugestimmt. Damit soll der SKV zum Jahresende 2026 aufgelöst werden. Die Entscheidung markiert das Ende einer traditionsreichen Vereinsstruktur, bedeutet aber keineswegs das Ende des vielfältigen Sport- und Kulturangebots in der Gemeinde. Die sechs rechtlich selbstständigen Vereine Akkordeon, Blasorchester, Fußball, Singgemeinschaft, Tischtennis und Turnen werden ihre Aktivitäten eigenständig fortsetzen.

Die Entscheidung zur Auflösung ist das Ergebnis einer längeren Entwicklung. Bereits 1986 waren die damaligen sechs Abteilungen des SKV in rechtlich eigenständige Vereine umgewandelt worden. Der Dachverein übernahm seither im Wesentlichen zwei Aufgaben: die Beteiligung an den Gesellschaften bürgerlichen Rechts (GbR) für die SKV-Halle und das Vereinsheim Fischerwörth sowie die Organisation des gemeinsamen Beitragseinzugs.

Gebäude an Gemeinde übergeben

Ein entscheidender Schritt erfolgte im Jahr 2023. Aufgrund veränderter rechtlicher Rahmenbedingungen war die bisherige Regelung, bei der die Gemeinde die Verwaltung und die Kosten der Gebäude übernahm, während der SKV als Mitgesellschafter beteiligt blieb, nicht mehr in der bisherigen Form möglich. Eine Fortführung hätte sowohl für die Gemeinde als auch für die ehrenamtlich Verantwortlichen einen erheblichen zusätzlichen Verwaltungsaufwand bedeutet.

Nach intensiven Beratungen beschlossen die Mitglieder deshalb bereits 2023 einstimmig, die entsprechenden GbR-Verträge aufzulösen. Damit gingen das Eigentum und die Verantwortung für die Gebäude vollständig auf die Gemeinde über. Zugleich wurde vereinbart, den Namen SKV-Halle beizubehalten und bei einer möglichen Veräußerung zuvor eine geeignete Lösung für die Bedürfnisse der Vereine sicherzustellen.

Mit diesem Schritt entfiel eine der beiden verbliebenen Hauptaufgaben des Dachvereins. Übrig blieben im Wesentlichen die gemeinsame Mitgliederverwaltung und der Beitragseinzug. Auch diese Aufgabe werden die sechs eigenständigen Vereine künftig selbst übernehmen. Vor diesem Hintergrund stellte sich zunehmend die Frage, ob ein zusätzlicher Dachverein überhaupt noch notwendig und zeitgemäß sei. Bereits der frühere SKV-Vorsitzende Herbert Buchgraber als auch Albrecht Spahlinger hatten diese Diskussion bei einer Delegiertenversammlung angestoßen.

Der Antrag auf Auflösung wurde von den Vorständen aller sechs Mitgliedsvereine unterstützt und fand nun auch die notwendige und einstimmige Zustimmung der Mitgliederversammlung, zu der 54 Personen in die SKV-Halle gekommen waren. In einem Grußwort lobte Bürgermeisterin Simone Lehnert die Mitglieder des SKV, „Sie haben viel für die Gemeinde geleistet.“ Besonders hob sie den Bau der Halle hervor, in den die Mitglieder 28.000 freiwillige Arbeitsstunden investiert hatten. Es werde oft unterschätzt, was die Menschen in den Vereinen hinter den Kulissen für eine Leistung erbringen.

Organisatorische Veränderungen

Matthias Müller, Präsident des Sportkreises Ludwigsburg ehrte dann im Beisein des 2. SKV-Vorsitzenden Joachim Rösch den langjährigen Kassier Jürgen Fleischmann für seine 40-jährige Tätigkeit. Geehrt wurde ebenso Albert Noha, seit 2019 1. SKV-Vorsitzender und seit 1989 Vorsitzender des Tischtennisvereins. Die Arbeit in den Vereinen werde nicht einfacher werden, trotzdem halte er die Auflösung für den richtigen Schritt, sagte Müller.

Für die einzelnen Vereine bedeutet die Auflösung nun vor allem organisatorische Veränderungen. Sie werden ihre Satzungen anpassen, eigene Beitragsordnungen festlegen und den Beitragseinzug künftig selbstständig durchführen.

Die beiden Vorsitzenden Albert Noha und Joachim Rösch begleiteten schon den Prozess der Neuausrichtung und Auflösung des Dachvereins. Einstimmig wurden sie am Donnerstag auch als Liquidatoren bestimmt.