Ingersheim
: Kleine Baumeister einmal ganz groß

Rund 90 Kinder bauten in der Großingersheimer SKV-Halle aus mehr als 500.000 Legosteinen eine bunte Stadt auf.
Von
Jörg Palitzsch
Ingersheim
Jetzt in der App anhören

In der SKV-Halle trafen sich an drei Tagen rund 90 junge Stadtbaumeister und Architekten, um gemeinsam mit unzähligen Lego-Steinen in allen Größen und Farben ihre Vorstellung von einer modernen Stadtlandschaft zu verwirklichen.

/Oliver Bürkle

H

äuser, Türme, Straßen und jede Menge Fantasie. Am vergangenen Wochenende verwandelte sich die SKV-Halle in Großingersheim in eine große Lego-Baustelle.

Rund 90 Kinder der Klassen eins bis sechs bauten am Freitag und Samstag gemeinsam an einer eigenen Stadt aus den bunten Steinen. Die von der evangelischen Kirchengemeinde Ingersheim am Neckar veranstaltete Aktion war bereits seit Juli ausgebuch

Ruth Scheffbuch vom evangelischen Gemeinschaftsverband Württemberg (Die Apis), hatte am Freitag die Aufgabe, die aufgeregten Kinder in der Halle einzuweisen. Sie tat dies mit viel Witz, aber auch einer nötigen Strenge.

Zweite Bewerbung nach 2022

Der Verband bietet in Kommunen rund 22-mal im Jahr den Bau einer Lego-Stadt an, die Ingersheimer Kirchengemeinde hatte sich nach 2022 nun zum zweiten Mal beworben. „Dies stieß auf sehr großes Interesse“, sagte der neue Ingersheimer Gemeindepfarrer Daniel Haardt angesichts der Unmengen an Lego-Steinen, es sei beeindruckend, wie alles sortiert sei. In der Tat.

Laut Ruth Scheffbuch sind es über 500.000 Teile, die allerdings nicht, wie in vielen Kinderzimmern, auf dem Boden verteilt wurden. In gut 50 Kisten waren alle Steine gut sortiert: 1x1, 2x3, 2x4 und viele Legostein-Formate mehr. Dazu waren auch die Farben sortierte, gelbe Steine, blaue, weiße, rote und grüne. In einer Stadt braucht man viele unterschiedliche Gebäude, vom Stadion, über das Rathaus bis zur Feuerwehr und einem Krankenhaus.

Gemeinschaftserlebnis für alle

In einem „Lädle“ konnten die Kinder in Eimern die Kleinteile wie Fenster und Türen für ihre Bauwerke abholen.

Behilflich waren die „Eimerleerer“, ein fleißiges Team um den Ingersheimer Jugendreferenten Florian Binder, welches den Kindern zur Seite stand. Während am Freitag von den Kindern zunächst ihr Bauland gefunden werden musste, ging es an die Rohbauten. „Wie bei den Schwaben eben“, so Ruth Scheffbuch. Dabei ging es nicht allein darum, auf den Platten möglichst beeindruckende Bauwerke entstehen zu lassen. Die Lego-Stadt bot den Kindern auch ein Gemeinschaftserlebnis und förderte gleichzeitig ihre Kreativität. In den Baupausen standen gemeinsames Essen, Lieder und biblische Geschichten auf dem Programm.

Mit viel Geduld wuchs in der SKV-Halle dann die Stadt während der beiden Bautage Stein für Stein. Wo zu Beginn noch unzählige einzelne Lego-Steine auf dem Boden und in den Kisten lagen, entstand nach und nach eine bunte Stadtlandschaft.

Für die jungen Baumeister bedeutete das nicht nur Bauen, sondern auch Planen, Ausprobieren und gemeinsames Entscheiden. Den Höhepunkt bildete am Sonntag die feierliche Eröffnung der fertigen Lego-Stadt. Nach einem Familiengottesdienst präsentierten die Kinder ihr gemeinsames Werk den Besuchern. Der neue Gemeindepfarrer Daniel Haardt eröffnete die Stadt offiziell.

Damit war das Wochenende jedoch noch nicht beendet. Bei einem Gemeindefest mit Mittagessen sowie Kaffee und Kuchen kamen Kinder, Eltern, Gemeindemitglieder und Gäste zusammen. Bis zum Nachmittag konnte die fertiggestellte Lego-Stadt in der SKV-Halle von den Eltern besichtigt werden, die vorher nicht neugierig schauen durften. Das Ergebnis: Aus vielen kleinen Ideen und Tausenden Lego-Steinen war zusammen etwas Großes entstanden.