Ingersheim: Großes Kino und große Gefühle

Neben dem Jugendorchester begeisterte auch das Ingersheimer Blasorchesters beim Filmmusik-Konzert in der SKV-Halle.
/Martin KalbBekannte Melodien, große Klangwelten und ein emotionaler Abschied prägten am Samstagabend das Filmmusik-Konzert des Blasorchesters Ingersheim in der SKV-Halle in Großingersheim. Nachdem der ursprünglich für den 27. Juni geplante Konzerttermin aufgrund extremer Hitze verschoben werden musste, fand das Konzert nun vor über 200 Gästen statt.
Den Auftakt gestaltete das Jugendblasorchester Ingersheim unter der Leitung von Dirigentin Nadine Rettstatt. Zu Beginn stimmte die bekannte Titelmelodie aus „Ghostbusters“ die Gäste leicht und schwungvoll ein. In der Begrüßung sagte 1. Vorsitzender Steffen Seitz, mit der Musik wolle man Bilder und Emotionen wecken – und man habe mit großer Hingabe geprobt. Die anwesende Bürgermeisterin Simone Lehnert bezeichnete er als „Executive Producer“, ohne die der Abend nicht möglich gewesen wäre. Das Motto von Seitz: „Film und Musik passen wie Popcorn und Kino.“ Sein Dank galt auch dem befreundeten Musikverein Kleiningersheim, der für das Catering sorgte.
Kraftvolle Momente
Mit „Pirates of the Caribbean“ warf das Jugendorchester einen musikalischen Blick auf den exzentrischen Protagonist Captain Jack Sparrow, mit Melodien aus „Aladdin“ wurde es märchenhaft, bevor die Musik aus „How to Train Your Dragon“ für weitere klangvolle und vor allem kraftvolle Momente sorgte. Die jungen Musikerinnen und Musiker zeigten eindrucksvoll die musikalische Vielfalt ihres Repertoires, unter der Leitung von Dirigentin Nadine Rettstatt braucht sich der Verein um den Nachwuchs keine Sorgen zu machen.
Im Anschluss übernahm das Blasorchester Ingersheim unter der Leitung von Marvin Nagel die musikalische Bühne. Mit „Miss Marple Theme“ begann zunächst eine Reise in die höflichen, britischen Marple-Ermittlungen, es folgten ganz unterschiedliche Filmgenres. Melodien aus Disneys „The Lion King“, die für große Gefühle, afrikanisches Flair und musikalisches Breitwand-Kino standen und mit der unverwechselbaren Titelmusik aus „The Simpsons“ durfte auch eine Portion Humor nicht fehlen. Homer, Marge, Bart, Lisa und Maggie ließen grüßen. Arrangiert wurde das Stück von dem vielseitigen Komponisten Paul Murtha, von dem noch zwei weitere Bearbeitungen zu hören waren.
Mit „Langstrumpf Samba“, einer schwungvollen Bearbeitung von Jan Johanssons, erwies das Orchester Pippi Langstrumpf mit viel Witz alle Ehre, bevor sich die Musikerinnen und Musiker in die Pause verabschiedeten.
Schillerndes Showbusiness
Danach wurde es zunächst imposant. Die berühmte „20th Century Fox Fanfare“ eröffnete den zweiten Konzertteil und sorgte für echtes Kinofeeling. Mit „The Greatest Showman“ folgte ein musikalischer Ausflug in die schillernde Welt des Showbusiness. Das hoch emotionale und vielleicht eindringlichste Stück des Abends wurde mit viel Applaus belohnt. Auch die Filmmusik aus „Kung Fu Panda“ durfte nicht fehlen und brachte fernöstlich inspirierte Klänge auf die Bühne. Spannung und Eleganz versprühte anschließend „Bond… James Bond“, mit dem populären Ohrwurm „Live and Let Die“, der von Paul und Linda McCartney geschrieben und mit ihrer Band Wings 1973 aufgenommen wurde.
Abschied nach einem Jahr
Zugleich war der Abend auch das Abschiedskonzert von Dirigent Marvin Nagel, der das Ingersheimer Blasorchester aus beruflichen Gründen nach einem Jahr wieder verlässt. Nagel, so Seitz, habe in Proben und Projekten gezeigt, „wie viel Musik in uns steckt.“ Unter viel Beifall und Standing Ovations erhielten Nagel als auch Jugenddirigentin Rettstatt Geschenke. „Moana“ entführte die Zuhörerinnen und Zuhörer zum Ende hin schließlich in die farbenfrohe Inselwelt des Disney-Films. Ohne Zugabe – unter anderem klang dabei „Soul Man“ an – konnte das Orchester die Bühne jedoch nicht verlassen.
Den Abschluss bildete ein gemeinsamer Auftritt des Blasorchesters und des Jugendblasorchesters. Der Titel „Golden“ vereinte die Musikerinnen und Musiker beider Orchester zu einem großen Klangkörper. Dieser gemeinsame Auftritt unterstrich nicht an diesem Abend nur die Verbundenheit zwischen den Generationen, sondern war auch ein Beleg für die erfolgreiche Nachwuchsarbeit des Ingersheimer Blasorchesters.