Handball-Regionalliga der Frauen: Starker Rückraum, dünn besetzte Außen

Louise Haiges (am Ball) fehlt dem TSV Bönnigheim nicht nur im Auftaktspiel gegen Leinfelden-Echterdingen, sondern einige Wochen mit einer Ellenbogen-Verletzung.
/Oliver BürkleMit einem Heimspiel beginnt für die Bönnigheimerinnen am Sonntag um 16 Uhr gegen die HSG Leinfelden/Echterdingen die Saison in der Regionalliga Baden-Württemberg. Ende Juni startete die Vorbereitung in der Sporthalle, nachdem einige Lauf- und Krafteinheiten absolviert wurden. Das Trainergespann Melanie Haug und Dominic Zäh legte am Anfang den Fokus auf das Tempospiel. Beim stark besetzten Stromberg-Cup Mitte August zeigten die Bönnigheimerinnen gegen die höherklassigen Teams eine sehr gute Leistung und konnten im weiteren Verlauf der Vorbereitung gute Ergebnisse abliefern.
Kaum Veränderungen im Kader
Ein wichtiger Faktor für Coach Zäh ist die Kontinuität der Mannschaft. „Wir sind gut eingespielt, das ist ein großer Vorteil“, weiß der ehemalige Verbandsligaspieler. Bereits im Laufe der letzten Saison sind Dominika Baranski als Ersatz für die verletzte Torhüterin Rosaria Cotardo sowie Carlina Luft zum TSV gestoßen. Mit Sina Reibl vom HC Oppenweiler/Backnang konnte eine junge Spielerin für den Rückraum gewonnen werden. „Dort sind wir gut aufgestellt“, ist Zäh mit der Positionsgruppe zufrieden. Merle Sanwald hat letzte Saison parallel zur A-Jugend bereits mittrainiert und erste Erfahrungen sammeln können. Kurz vor Saisonstart wurde noch Martine Rösch von der HSG Oberer Neckar für die Außenposition verpflichtet. Carolin Steinert aus dem Landesliga-Team unterstützt das Regionalliga-Team ebenfalls.
Für das erste Spiel ist die Truppe bestens eingestellt „Alle sind hyped. Im Rückraum sind wir sehr gut aufgestellt“, weiß Zäh, ergänzt aber: „Auf den Außen ist das Problem. Wir sind leider nicht vollzählig.“ Louise Haiges fehlt mit einer Ellenbogen-Verletzung auf dem linken Flügel, sie wird die nächsten Wochen ausfallen. So auch Positionskollegin Merle Sanwald, sie ist privat verhindert, Linkshänderin Marilen Biedermann steht wegen einer Zahn-OP auf Rechtsaußen nicht zur Verfügung. Da Sanwald und Haiges beide auf der linken Seite fehlen, liegt die Last dort direkt auf Neuzugang Rösch, die nominell die einzige Spielerin auf dieser Position am Sonntag sein wird.
Doch auch mit diesen kleinen Personalsorgen ist der TSV gut gewappnet für die neue Saison. „Die Vorbereitung war gut, aber das ist eigentlich ein schlechtes Zeichen“, sagt Zäh schmunzelnd. Mit fünf neuen Teams in der Liga, ist die schwer einzuschätzen. „Die HSG Stuttgarter Kickers/Metzingen 2 ist aus der dritten Liga abgestiegen und wird als Perspektivkader des Metzinger Bundesligisten sicher vorne mitspielen wollen. Aufsteiger aus Südbaden und Baden sind die HSG Freiburg 2 sowie der TSV Rintheim – beide sind für uns noch unbekannte Teams“, prognostiziert der 41-Jährige. Weiter sagt er dazu: „Aus Württemberg haben die SF Schwaikheim und die HSG Fridingen/Mühlheim den Sprung in die vierte Klasse geschafft. Der HC Schmiden/Oeffingen hat den Aufstieg knapp verpasst. Ich rechne aber fest damit, dass sie wieder eine große Rolle in der Liga spielen werden. FA Göppingen 2 sowie SU Neckarsulm 2, die beide als Bundesliga-Reserven gelten, zähle ich ebenfalls zu den Top-Favoriten.“
Abstieg vermeiden
Das Ziel für die junge Mannschaft – acht Spielerinnen sind nach 2000 geboren – ist klar: „Erstmal den Abstieg so früh wie möglich hinter uns lassen und dann mal schauen, was passiert“, sagt Zäh, ergänzt aber: „Durch die vielen zweiten Mannschaften, ist es sehr schwierig, die Liga einzuschätzen.“
