Grundschule Erligheim-Hofen
: „Wir können einfach nichts mehr anbieten“

Susanne Zimmer unterrichtet sei 1989 an der Grundschule Erligheim-Hofen, seit 2015 ist sie Rektorin. Dem Schulverband berichtete sie über die aktuelle Situation.
Von
Jürgen Kunz
Bönnigheim
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Aktuell werden an der Grundschule Erligheim-Hofen – im Bild beim Projektfest am Freitag – 142 Kinder unterrichtet

/Oliver Bürkle

Wir kommen wieder dahin, wo wir schon einmal waren“, erklärte Susanne Zimmer, Rektorin der Grundschule Erligheim, am Mittwochabend den Mitgliedern der Verbandsversammlung des Schulverbandes Erligheim-Hofen. 107 Schüler hatte die Grundschule Erligheim-Hofen im Schuljahr 2019/2020, aktuell werden an der Grundschule 142 Kinder unterrichtet. Bemerkenswert ist, dass sich der Anteil von Schülern an der Ganztagsbetreuung von 54 Prozent (Schuljahr 2018/2019) auf inzwischen 73 Prozent erhöht hat. „Es sind unsere Erstklässler, die die Kernzeitbetreuung massiv auffüllen“, merkt Zimmer an. Viel Lob gab es für die Schulleiterin vom Schulverbandsvorsitzenden Bürgermeister Rainer Schäuffele: „Wir sind dankbar für das große Engagement. Bei Ihnen ist unsere Schule eine Herzensangelegenheit.“

Prognose bis 2028/2029

In ihrer Prognose der Schülerzahlen geht Zimmer davon aus, dass es 182 Schüler im Schuljahr 2028/2029 sein werden. Nach den Kinderzahlen aus dem Melderegister werden in den Schuljahren 2024/2025 bis 2028/2029 etwa jährlich 30 Kinder aus Erligheim und etwas mehr als zehn aus Hofen eingeschult werden.

Ein Ausreißer nach oben ist der Geburtszeitraum 1. Juli 2020 bis 30. Juni 2021 in Erligheim: 49 neue Grundschüler (plus zehn aus Hofen) werden deshalb 2027/2028 erwartet. Nach den Corona-Jahren laufe der Unterricht inzwischen wieder fast normal, so Zimmer: „Normal ist: Nur die Mindeststundenzahl ist möglich, keine zusätzlichen Förderstunden, keine Chorstunde, keine AG-Stunde für alle.“

Hinzu komme, für Ausfälle von Lehrkräften gebe es keinen Ersatz. „Wir können einfach nichts mehr anbieten“, bedauert die engagierte Pädagogin, die seit 1989 an der Grundschule Erligheim-Hofen unterrichtet und seit 2015 die Schulleitung übernommen hat. Alle schulischen Arbeitsgemeinschaften (AG) sind nur für die Ganztagskinder vorgesehen.

Lernrückstände aufholen

Mit dem Förderprogramm ,,Lernen mit Rückenwind“ sollen, so das baden-württembergische Kulturministerium, Schüler dabei unterstützt werden, pandemiebedingt entstandene Lernrückstände auszugleichen und ihre sozial-emotionalen Kompetenzen zu stärken. Dieses Angebot gibt es auch in der Grundschule Erligheim-Hofen. Drei Personen arbeiten dabei im Haus mit, so die Schulleiterin. Zusätzlich sind als Begleiterinnen am Vormittag, für die Einzelunterstützung oder zur Betreuung bei der Stillarbeit zwei FSJ’ler (Freiwilliges soziales Jahr) in der Grundschule aktiv.

Schade sei es, dass kein Schwimmunterricht erteilt werden kann, so Zimmer: „Wir haben keinen Sportlehrer an der Schule, und es steht kein Schwimmbad für regelmäßigen Unterricht zur Verfügung.“ Sie appellierte deshalb an die Eltern, alles dafür zu tun, dass ihre Kinder schwimmen lernen.

Aktuelles Projekt sei die Ausarbeitung eines neuen Schulwegplans für die Kinder aus Erligheim. Die bisherigen, gedruckten Pläne seien aufgebraucht, außerdem fehlten die neuen Erligheimer Baugebiete im Plan. Der neue Schulwegeplan soll zusammen mit der Leiterin des Erligheimer Haupt- und Ordnungsamts, Julia Wolf, und den Eltern erstellt werden. Die Viertklässler habe man jetzt aufgefordert, ihre Schulwege aufzuschreiben. „Wir wollen von den Viertklässlern eine Rückmeldung, wo es aus Kindersicht gefährlich ist“, sagte Zimmer. Vom Schulwegeplan für Hofen gebe es noch ausreichend Exemplare, außerdem habe es im Bönnigheimer Teilort wenig Veränderungen gegeben.

Organisation der Mittagspause

Wie aufwendig die Organisation der Mittagspause in der Ganztagsbetreuung ist, erläuterte die Schulleiterin. So dauere die Mittagspause 70 Minuten, in der die Kinder in zwei Gruppen in der Kesselschenke essen. Zimmer: „Kinder, die vespern, gehen mit den ,Warmessern’ in die Kesselschenke und vespern dort.“ Vier Personen – jeweils mindestens eine Betreuerin und eine FSJ’lerin pro Gruppe – betreuen die Kinder. Die andere Hälfte der Mittagspause ist Spiel- und Bewegungszeit auf dem Schulhof, bei Regen stehe das „Bädle“ teilweise zur Verfügung.