Grenzwertüberschreitungen beim Trinkwasser im Kreis Ludwigsburg
: 26 Fälle in diesem Jahr bereits

Überschreiten Trinkwasser-Proben Grenzwerte, schreitet das Gesundheitsamt des Landkreises ein.
Von
Frank Ruppert
Ludwigsburg
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LudwigsburgGesundheitsamt Aussenaufnahme⇥

Martin Kalb

Die BZ hat beim Kreisgesundheitsamt nachgefragt, wie die Meldungen über Abkochgebote zu bewerten sind. Dort laufen die Hinweis auf verunreinigtes Trinkwasser auf und dort werden auch die Maßnahmen dagegen angeordnet.

Wie viele Mitarbeiter beschäftigen sich im Kreisgesundheitsamt mit dem Thema Trinkwasserversorgung?

Sechs Hygienekontrolleure, ein Hygieneingenieur und zwei Ärzte sind laut Landratsamt beim Gesundheitsamt mit dem Thema betraut.

Wie häufig müssen Netzversorger Proben des Trinkwassers entnehmen?

Die Zahl der Proben richtet sich nach der Wasserabgabemenge. Bei chemischen Untersuchungen finden eine bis fünf Beprobungen pro Jahr statt. Bei mikrobiologischen  Untersuchungen zwischen einer und 30 Proben pro Jahr. Die meisten Gemeinden im Landkreis ziehen mindestens eine chemische Probe und vier mikrobiologische Proben pro Jahr. Häufig werden mehr Proben gezogen als von uns empfohlen. Die Bodenseewasserversorgung untersucht jährlich 20 000 mikrobiologische Proben, die Heilbronner Versorgungs GmbH laut ihrem technischen Leiter Hannes Gänse „mehrere tausend“ und die Stadtwerke Bietigheim-Bissingen kommen jährlich auf 600 Proben.

Wie ist der Ablauf, wenn ein Netzversorger oder Betreiber eine Probe meldet, bei der ein Grenzwert überschritten ist?

Nach der Meldung durch den Betreiber an das Gesundheitsamt ordnet dieses dann Maßnahmen an, wie etwa eine mehrfache Probeentnahmen, eine Spülung oder eine Chlorung. Dann versucht man die Ursache zu finden und es gibt Nachuntersuchungen.

Wie viele solcher Fälle hat das Gesundheitsamt in diesem und in den Jahren zuvor gezählt?

In diesem Jahr registrierte das Kreisgesundheitsamt bislang 26 Fälle, im Jahr zuvor insgesamt 20, 2019 waren 23 und 2018 insgesamt 30 Fälle von verunreinigtem Wasser im Kreis. Meist handele es sich dabei um einmalige Grenzwertüberschreitungen, teilt das Landratsamt mit. Die Nachuntersuchungen seien meist ohne Beanstandungen gewesen. Eine akute Häufung der Fälle erkennt das Gesundheitsamt nicht.