Fußball-Oberliga: Mutige Bissinger belohnen sich gegen Großaspach nicht

Lukas Böhm und Nullacht sind am Boden. Nach der dritten Liga-Niederlage im dritten Spiel muss sich der FSV an die eigene Nase packen, warum er in Großaspach Punkte liegen lässt.
Ralf Poller/AvantiIm vierten Pflichtspiel der Saison verliert der FSV 08 Bietigheim-Bissingen zum vierten Mal mit zwei Toren Differenz. Beim Gastspiel bei der SG Sonnenhof Großaspach spielt das Team von Haris Krak eine Stunde lang mutig mit und ist das bessere Team, verliert dann aber in der Schlussphase den Faden nach einem Doppelpack. Am Ende stehen die Nullachter beim 0:2 (0:0) wieder mit leeren Händen da – und das, obwohl sie mehr Chancen haben. „Wir haben heute besseren Fußball gespielt. Aber da wo wir herkommen ist das Glück nicht auf unserer Seite“, resümiert der Coach nach der Partie und ergänzt: „Hast du Scheiße am Fuß, hast du Scheiße am Fuß.“
Pressing bereitet SGS Probleme
Kraks Matchplan vor der Begegnung , die Räume im Zentrum eng zu machen, geht auf. Das Pressing der aggressiven und aktiven Bissinger stellt die Hausherren allen voran in der Anfangsphase vor Probleme. Gegen den Ball laufen Nikolaos Dobros und Alexander Götz ganz hoch an, auch Pero Mamic, Mikail Arslan und Lukas Böhm schieben hinterher. Dadurch kommt der Außenseiter zu den ersten Chancen, Böhms Versuch nach sechs Minuten wird von Keeper Maximilian Reule pariert. Auch anschließend macht sich das Anlaufen bezahlt, binnen weniger Minuten erlaufen die Nullachter zwei schlechte Rückpässe, Dobros’ Versuch rauscht erst am langen Eck vorbei (21.), Böhms zweite Möglichkeit aus zentraler Position landet zu mittig auf dem Kasten (25.).
Dann wacht auch der Gastgeber endlich auf und beteiligt sich an der Partie. Nach einem Vorstoß von Ex-Nullachter Valentyn Podolsky kommt Nico Engel in aussichtsreicher Position im Rückraum frei zum Schuss, trifft die Kugel aber nicht richtig und schießt sich selbst an, sodass der FSV klären kann. Ein richtiger Spielfluss kommt aber nicht zustande, die erste Hälfte ist – wie das gesamte Spiel geprägt von Fouls, Verletzungen und Unterbrechungen.
Götz wird auf der Linie geblockt
Auch nach dem Seitenwechsel suchen die Männer vom Dorfklub vorerst vergeblich nach der zündenden Idee. Krak auf der Gegenseite versucht es weiter mutig, bringt mit Roman Kasiar einen zweiten Stürmer und sieht zu, wie Götz’ Abschluss in der 58. Minute von Arbnor Nuraj kurz vor der Linie geklärt wird. Die Nummer 22 der Blauen wird rechts im Strafraum von Dobros bedient, legt sich den Ball zurecht und bleibt dann aber ohne Erfolg, Reule wäre geschlagen gewesen. „Wir haben einen Meisterschaftsfavorit bis zur 60. Minute dominiert“, spricht der FSV-Trainer seinem Team lob aus.
Doch drei Minuten später kriegt dieser seine erste gute Chance in der zweiten Halbzeit – und im Stile eines Top-Teams klingelt es prompt. Nach einem Ballverlust verlagert Großaspach mit einem langen – für Krak abseitsverdächtigen – Ball die Seite. Da die Gäste zu weit aufgerückt sind, ist viel Platz für Lukas Stoppel, der im Eins-gegen-eins von Dervis Erkan zu viel Platz bekommt, sich das Leder im Sechzehner auf den starken Rechten legen kann und im kurzen Eck für die Führung sorgt (61.).
Hinten wackelt es mächtig
Erkan hat auch im weiteren Verlauf Probleme, erst spielt er einen schlimmen Fehlpass tief in der eigenen Hälfte, den Michael Kleinschrodt mit einem harten Schuss zu zentral auf Burkhard verwertet, der Schlussmann kann wegfausten (66.). Auch zwei Zeigerumdrehungen später wird der Rechtsverteidiger von Mert Tasdelen vernascht, dessen Abschluss zwingt Bissingens Keeper zu einer Flugeinlage – in der Folge wird Erkan ausgewechselt.
Nach einer Serie an Ecken kommt es zur Vorentscheidung. Der zweite Ball landet bei Niklas Pollex, der mit einer Flanke, die immer länger und länger wird die komplette Innenverteidigung düpiert. Im Rücken läuft Volkan Celiktas ein, der aus kürzester Distanz zum 2:0 einköpft (69.). „Wenn wir vorne die Chancen nicht machen und hinten so verteidigen, dann ist es halt so“, bemängelt Keeper Burkhardt, der bei beiden Gegentoren machtlos ist.
Viele üble Aktionen
In der Folge bleibt es hitzig. Götz und Mamic geraten in der Folge eines Foulspiels mit Celiktas aneinander, bei jeder Gelegenheit schreit ein Gegenspieler um einen Pfiff des Schiedsrichters zu ziehen – das funktioniert auch oft genug. „Da stecken viele Emotionen drin, aber nach dem Spiel ist alles okay und man gibt sich die Hand“, sagt Krak. Am Ende hat sein Team Glück, dass es nicht noch höher ausfällt. Die SG hat in der Schlussphase noch mal einige Hochkaräter, die aber alle nicht den Weg ins Tor finden. In dieser Phase zeigt sich auch der Frust der Krak-Männer, Ikpide tritt ohne Vorwarnung Tasdelen rund 20 Meter vor dem 08-Kasten von hinten in die Hacken und ist mit Gelb noch gut bedient.
