FSV 08 Bietigheim-Bissingen: Wörner vor Pflichtspielpremiere

Roman Kasiar (links) trägt nach einem halben Jahr beim Ligakonkurrenten SSV Reutlingen wieder das Trikot des FSV 08 Bietigheim-Bissingen.
Avanti/Ralf PollerAn der Seitenlinie in der Verantwortung bei einem Pflichtspiel zu stehen ist für Simon Wörner nichts Neues. In der Saison 2021/22 coachte der 37-Jährige den Bezirksligisten SV Schluchtern. „Dennoch kribbelt es im Bauch“, sagt der Trainer des FSV 08 Bietigheim-Bissingen vor seiner Oberliga-Premiere an diesem Samstag (14 Uhr) bei der TSG Backnang. In der Winterpause war Wörner vom Assistenten zum Chef befördert worden, nachdem die Verantwortlichen des Klubs vom Bruchwald Markus Lang freigestellt hatten.
An kleinen Stellschrauben gedreht
In der rund siebenwöchigen Vorbereitung hat Wörner nur an kleinen Stellschrauben gedreht. „Gegen den Ball haben wir nur ein paar Prinzipien eingeführt. Und auch beim Spiel mit dem Ball haben wir nur minimale Korrekturen vorgenommen“, berichtet der 08-Coach.
Dass die Bietigheim-Bissinger zuletzt sowohl beim SV Fellbach als auch bei der Sport-Union Neckarsulm, beides Verbandsligisten, drei Gegentore kassiert hatten, trübt etwas den guten Eindruck der Vorbereitung. „Testspiele sind aber immer schwer zu bewerten. Man testet immer mal wieder personelle Komponenten – also Spieler, die man gerne noch mal auf einer bestimmten Position oder an der Seite eines anderen Spielers sehen möchte“, erklärt Wörner. „Außerdem kam es nach den ersten zweieinhalb bis drei Wochen, die richtig gut gelaufen sind, wie die Ergebnisse gegen die Regionalligisten SGV Freiberg und VfB Stuttgart II zeigten einen kleinen Leistungseinbruch. Das ist aber normal. Die Beine wurden schwer.“
Sport-Union speziell gewählt
Doch gerade die Gegentore, die die Nullachter in Neckarsulm kassiert haben, „waren auch Gold wert“, sagt Wörner. „Die Sport-Union spielt ebenso wie unser erster Oberliga-Gegner 2024, die TSG Backnang, im 3-4-3-System. Bei den Gegentoren hat man gesehen, wo wir noch mal was verbessern müssen.“
Denn ein guter Start in die zweite Saisonhälfte wäre für die Nullachter nicht nur aufgrund der Tabellensituation erstrebenswert – sie rangieren mit 21 Punkten auf dem fünftletzten Platz, der im Falle eines verschärften Abstiegs den Absturz in die Verbandsliga bedeutet. „Ein guter Start kann einen Flow bringen, eine Dynamik starten“, erklärt Wörner. „Das wollen wir erreichen.“
Dazu bedarf es aber vor allem der richtigen Einstellung der 08-Fußballer. „In der Hinrunde haben die Backnanger gezeigt, dass sie das Derby leben und haben uns regelrecht aufgefressen“, verweist Wörner auf die 1:4-Niederlage Ende August im Ellental und fordert: „Wir müssen in allen Belangen mindestens dagegenhalten, wenn nicht sogar überlegen sein. Vor allem, wenn wir auf dem Kunstrasen spielen, wo die Tendenz hingeht. Der ist noch mal kleiner, da wird es noch mehr Zweikämpfe geben.“
Wahl zwischen zwei Stoßstürmern
Beim Pflichtspielauftakt 2024 muss der Coach der Bruchwald-Elf aber auf die Winterneuzugänge Alexander Götz (Mittelfußbruch) und Georgios Labroussis (Trainingsrückstand) verzichten. Außerdem fallen die Innenverteidiger Steven Keklik und Tim Häußermann (beide Bänderverletzungen im Sprunggelenk) aus.
Dafür ist Roman Kasiar nach einem halbjährigen Gastspiel beim Ligakonkurrenten SSV Reutlingen wieder zurück am Bruchwald. Er stopft mit eine der größten Baustellen in der Hinrunde bei den Bietigheim-Bissingern: Sie hatten einen Strafraumstürmer schmerzlich vermisst. „Da Daniele Cardinale lange verletzt war, hatten wir keinen klassischen Stürmer“, erinnert sich Wörner, blickt aber positiv in die Zukunft: „Da Daniele wieder fit ist und Roman zurückgekommen ist, haben wir jetzt sogar zwei Strafraumstürmer – und ich die Qual der Wahl.“