FSV 08 Bietigheim-Bissingen
: „Wir werden ins Laufen kommen“

Torwart Sven Burkhardt ist zuversichtlich, dass der FSV 08 Bietigheim-Bissingen gegen den Regionalliga-Absteiger TSG Balingen Erfolg haben wird – und nicht nur gegen den.
Von
Michael Nachreiner
Stuttgart
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In Erwartung auf den nächsten Schuss: 08-Torwart Sven Burkhardt ist voll fokussiert und mit jetzt 41 Jahren in der Regel immer noch einer der Besten am Bruchwald.

Hansjürgen Britsch/Pressefoto Baumann

Anfang März ist Torwart Sven Burkhardt 41 Jahre alt geworden. Mit so vielen Jahren auf dem Buckel haben die meisten Athleten ihre Sportschuhe schon an den Nagel gehängt. Es gibt nur wenige Sportler im Leistungssport, die in dem Alter immer noch aktiv sind. Dirk Nowitzki, bester deutscher Basketballer aller Zeiten, war beispielsweise so einer. Doch während sich der Star der Dallas Mavericks mit 41 Jahren, gebeutelt von Verletzungen, mehr über das Parkett der Arenen in der nordamerikanischen Profiliga NBA schleppte, als dass er Basketball spielte, bewegt sich Burkhardt immer noch wie eine Katze, ist ein sicherer Rückhalt im Kasten des Fußball-Oberligisten FSV 08 Bietigheim-Bissingen und hält der Bruchwald-Elf regelmäßig Punkte fest.

Burkhardt hat perfekte Gene

„Fußball ist wie eine Droge für mich. Das ist das, was ich unbedingt haben will, spielen will und machen will“, berichtet der Ingersheimer. Darüber hinaus hat der 41-Jährige offenbar perfekte Gene. „Mein Körper ist top. Der gibt mir wenige Probleme, ich hatte eigentlich nie Blessuren. Und ich muss wenig dafür machen, dass ich viel erreichen kann“, erklärt Burkhardt weiter. Er musste mit zunehmenden Alter noch nicht mal seine Lebensweise umstellen. „Mein Körper erholt sich schnell. Es ist alles so wie früher, als ich noch jünger war“, erzählt er.

Dennoch hat Burkhardt schon mal ans Aufhören gedacht. „Mein Ziel war es, mit 40 Jahren noch zu spielen und dann aufzuhören. Aber aktuell sage ich, ich schaue von Jahr zu Jahr. Und wenn mein Körper weiter so mitmacht wie bisher, mache ich so lange weiter wie es geht“, erklärt der 08-Torwart. Und Woche für Woche geht er mit Leistung voran. „Ich rufe immer alles ab und will 100 Prozent bringen – so bin ich“, sagt er.

Schlusslicht nach Auftaktpleite

Dennoch hält der FSV 08 Bietigheim-Bissingen nach der 1:3-Niederlage zum Saisonauftakt der Fußball-Oberliga schon wieder die rote Laterne. „Die Mannschaft muss noch zusammenwachsen, wir müssen noch an einigen Rädchen drehen“, erklärt Burkhardt. Die Aufgabe an diesem Samstag (15.30 Uhr) wird aber nicht einfacher. Am Bruchwald gibt der Regionalliga-Absteiger und Verbandspokalsieger von 2023, die TSG Balingen, ihre Visitenkarte ab. „Die TSG hat auch viele Abgänge und Neuzugänge. Deshalb weiß ich nicht, wie sie dasteht“, sagt Burkhardt, ergänzt aber kämpferisch: „Unser Kader ist besser als in der letzten Saison. Wenn wir alles abrufen, wird es auch für Balingen schwer, bei uns was zu holen, und wir können erfolgreich sein.“

Das sehen aber nicht alle so. Bei der Pokalniederlage unter der Woche gegen die SG Sonnenhof Großaspach wurden Stimmen laut, die Nullacht eine ganz schwere Saison prognostizieren. „Dass die Zuschauer in Bissingen immer gleich negativ reden, das bin ich gewohnt. Andersherum aber, wenn wir jetzt gegen Balingen gewinnen, sind wir gleich wieder die beste Mannschaft der Welt“, berichtet der Ingersheimer. „Wir von der Mannschaft und vom Trainerteam wissen aber, was wir haben und was wir erreichen können. Und wenn wir das umsetzen, was uns die Trainer mit auf den Weg geben, werden wir auch erfolgreich sein.“

Begeistert von der Kompaktheit

Vor allem von der Kompaktheit des Teams ist der Torwart bereits begeistert. Er hat aber auch schon das eine oder andere Problem identifiziert. „Irgendwo haben wir gerade immer mal eine kleine Schwäche. Die Sache ist, dass einer nicht bei der Sache ist oder zu 100 Prozent richtig reagiert. Daraus entstehen aktuell die Gegentore. Alle unsere Fehler werden wieder sofort bestraft“, berichtet Burkhardt. „Aber wenn wir weiter daran arbeiten werden, dann werden wir ins Laufen kommen. Und ich bin zuversichtlich, dass wir schon am Samstag was holen.“