FSV 08 Bietigheim-Bissingen
: Kunde: „Für 90 Minuten ruhen die Freundschaften“

Zum ersten Mal seit seinem Wechsel nach Großaspach läuft der ehemalige 08-Kapitän wieder am Bruchwald auf. Geschenke bringt er aber keine mit.
Von
Michael Nachreiner
Stuttgart
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Die Rückennummer 16 hat Marius Kunde auch bei der SG Sonnenhof Großaspach behalten. Beim Dorfklub trägt er aber nicht mehr die Kapitänsbinde.

Eibner-Pressefoto/Florian Wolf

Zum ersten Mal seit seinem Wechsel zur SG Sonnenhof Großaspach im Sommer läuft Marius Kunde an diesem Freitag (19 Uhr) wieder am Bissinger Bruchwald auf. Dort, wo der 28-jährige Ludwigsburger die vergangenen sieben Jahre seiner Fußballer-Laufbahn verbracht hat. „Ich freue mich richtig auf die Rückkehr. Ich kann es kaum erwarten, bis es Freitagabend ist“, erklärt der Allrounder, dessen Rolle beim Dorfklub defensiver als bei den Nullachtern ausfällt. Denn beim Abschied vom FSV 08 Bietigheim-Bissingen musste Kunde die eine oder andere Träne verdrücken. „Es war zum Teil ein weinendes Auge, aber auch ein freudiges. Denn ich bin zu einem Spitzenklub der Oberliga gewechselt“, sagt er.

Spitzenreiter zu Gast bei 08

Die Großaspacher sind aktuell in der Liga Spitze. Mit 28 Zählern führen sie die Tabelle der Oberliga Baden-Württemberg vor dem FC 08 Villingen (27) sowie dem 1. Göppinger SV und dem FSV Hollenbach (jeweils 24) an. „Mit der Punkte-Ausbeute bin ich sehr zufrieden. Denn ich selbst war fünf Spiele verletzt, gerade stehen Torjäger Dominik Salz und Kapitän Volkan Celiktas nicht zur Verfügung. Das sind die drei erfahrensten Spieler in unserem Kader. Ansonsten haben wir ein blutjunges Team“, berichtet Kunde.

Von den jungen Wilden ist der 28-Jährige aber angetan. „Sie sind richtig heiß und ziehen sich daran hoch, wenn Dominik, Volkan oder ich vorangehen“, erklärt der ehemalige 08-Kapitän. Das sei gerade die Stärke der Großaspacher. Kunde: „Die Einstellung der jungen Spieler ist top. Die Hierarchie stimmt. Und die Beziehung untereinander ist super. Dadurch können wir auch einzelne Ausfälle immer wieder kompensieren.“

Geschenke wollen der 28-Jährige und die Großaspacher jedoch nicht mitbringen. „Wir wollen die drei Punkte mitnehmen. Für 90 Minuten ruhen die Freundschaften zu den Spielern und Verantwortlichen der Nullachter“, erzählt er. Vor allem zu Kevin Ikpide und Lukas Böhm, mit denen Kunde sehr gut befreundet ist. Und am liebsten würde er natürlich das Premierentor am Bruchwald in dieser Saison erzielen. Bisher trugen die Bissinger ihre Heimspiele entweder im Ellental oder an der Jahnstraße aus. Kunde: „Das wäre eine schöne Geschichte.“

Wohlwissend, dass die siebte Niederlage im 13. Saisonspiel die Lage des FSV 08 nicht einfacher machen wird. „Ich hoffe, dass mein alter Verein Punkte sammelt und nicht in den Abstiegskampf reinrutscht“, erklärt Kunde.

Viel Qualität verloren gegangen

Die Gründe, warum es bei den Nullachtern noch nicht läuft, liegen für den 28-Jährigen auf der Hand. „Das Team hat deutlich an Qualität verloren“, sagt er. Neben ihm haben unter anderem auch Benedikt Landwehr (SG Sonnenhof Großaspach), Roman Kasiar (SSV Reutlingen) sowie Loris Hoffmann und Niklas Mahler (beide TSG Backnang) dem FSV den Rücken gekehrt. „Das waren bei den Nullachtern alles Stammkräfte und sind es auch bei ihren neuen Vereinen“, erklärt Kunde. „Die Spieler, die der FSV dagegen geholt hat, kamen fast alle aus unterklassigeren Klubs, auch wenn sie viel Entwicklungspotenzial haben. Aber sie müssen sich erst mal an das Niveau in der Oberliga gewöhnen. Sie brauchen Zeit, um anzukommen.“

Besonders freut sich der 28-Jährige auf ein Wiedersehen mit Lothar Wilske. „Er ist das Herz und die Seele des FSV“, zollt Kunde dem Betreuer Respekt. Außerdem hofft er auf das eine oder andere Duell mit Torwart Sven Burkhardt, mit dem er bei den Nullachtern am längsten zusammengespielt hat.