FSV 08 Bietigheim-Bissingen
: Bruchwald-Elf kassiert späten Ausgleich durch tollen Freistoß

Der FSV 08 Bietigheim-Bissingen ist nach dem 2:2 beim FV Ravensburg seit sieben Spielen ungeschlagen.
Von
Claus Pfitzer
Stuttgart
Jetzt in der App anhören

Vincent Fitze bereitete die 2:1-Führung mit vor. Über seine rechte Seite passierte viel.

Ralf Poller/Avanti

Mit einem 2:2 beim FV Ravensburg hat der FSV 08 Bietigheim-Bissingen seine Serie ausgebaut und ist seit sieben Spielen ungeschlagen. Aus dem dritten Unentschieden in Folge wäre beinahe der fünfte Sieg geworden, aber Daniele Gabriele zauberte in der 86. Minute einen Freistoß aus 17 Metern unhaltbar zum 2:2 ins Nullacht-Tor. „Das ist Qualität, die Ravensburg hat. Es ist aber ein bisschen bitter, weil wir letzte Woche in der 95. Minute auch das 2:2 kassiert haben“, sagte Bissingens Trainer Haris Krak, der den erkrankten Kevin Ikpide durch Justin Keklik im zentralen Mittelfeld ersetzte.

Auch der überragende Abwehrchef Steven Neupert lobte den Ravensburger Ausnahmespieler: „Der Freistoß war überragend gemacht. Wir haben einen Ballverlust, und dann spielen sie es auch gut. Wenn wir Gegentore kriegen, dann nur nach Standards.“ Beinahe hätte eine Standardsituation auch noch den einen Punkt gekostet, aber der kurz zuvor eingewechselte Leon Kundruweit köpfte den Ball in der Nachspielzeit nach einer Ecke haarscharf am FSV-Tor vorbei. Schon zuvor waren die Ravensburger nur nach Ecken gefährlich. Zweimal verfehlte der Zwei-Meter-Mann Moritz Jeggle knapp einen Torerfolg. Einmal misslang ihm freistehend ein Kopfball (65.), dann brachte der FVR-Kapitän das Kunststück fertig, den Ball aus einem Meter über die Latte zu bugsieren (69.). Ebenfalls ein Eckball ging der Chance von Tim Lauenroth voraus, dessen Schuss aus zehn Metern Vincent Fitze von der Torlinie schlug (44.).

Rechter Flügel funktioniert gut

Aus dem Spiel heraus ließ die starke Defensive der Gäste in der zweiten Halbzeit nichts mehr zu. Sie hatten die Partie weitgehend unter Kontrolle, machten die Räume eng, wechselten zwischen feinen Ballstafetten und sowie langen Bällen und kamen häufig über die rechte Außenbahn mit Fitze und Alexander Götz. So bereiteten die Nullachter auch den 2:1-Führungstreffer vor, den Lukas Böhm erzielte (66.).

„Danach hat uns der letzte Punch gefehlt. Wenn wir das dritte Tor machen, ist der Deckel zu“, war Neupert hinterher der Meinung, der sich am Bruchwald wohl fühlt, wie er erzählt: „Für mich war es ein großer Schritt, ich war zwölf Jahre in Neckarsulm. Die Leute bei Nullacht sind gut, die Mannschaft ist gut, ärgerlich ist nur, dass wir nur einen Punkt aus Ravensburg mitnehmen.“ In der fünften Minute entschied Schiedsrichter Kadir Yagci nach einem Foul von Neupert an Daniel Schachtschneider auf Strafstoß, den Gabriele zur Ravensburger Führung verwandelte. „Das ist ein Elfmeter. Ich habe gedacht, ich hätte mehr Zeit, sonst wäre ich nicht mit dem Fuß rangegangen“, schilderte der 31-Jährige die Szene.

Ebenfalls per Strafstoß glichen die Gäste durch Nikolaos Dobros aus (20.). „Wenn der Ball 30 Meter unterwegs ist und in den Strafraum fliegt, muss man kein Handspiel machen“, kritisierte FVR-Trainer Martin Braun die Aktion von Jannik Fippl nach einem Freistoß von Götz.

Krak baut die Gastgeber auf

Ravensburg hatte zwar mehr Spielanteile, aber die Männer vom Bruchwald standen gut gestaffelt und ließen nur ein paar gefährliche Hereingabe von außen zu. In der zweiten Halbzeit rückten die Nullachter weiter auf und waren nahe dran am Sieg, aber auch an einer Niederlage. „Wir wollten was mitnehmen und den Abstand halten. Das ist uns gelungen. Wenn es blöd läuft, können wir noch das dritte Tor bekommen, aber dann wäre es ein ganz bitterer Nachmittag geworden. Der Punkt gegen eine starke Mannschaft ist verdient, damit ist der Trainer zufrieden“, meinte Krak und gab den kriselnden Ravensburgern, die aufgrund ihrer individuellen Qualität eine bessere Runde spielen müssten, einen Rat: „Nicht aufgeben, weitermachen. Auch wir haben mit einem neuen Trainer und zwölf neuen Spielern Zeit gebraucht. Aber auch nach fünf Niederlagen ist man in Bissingen ruhig geblieben.“  Claus Pfitzer