Friedrich-Schelling-Schule Besigheim: Kosten schießen nicht durch die Decke

Mit dem Rohbau des neuen Schulgebäudes der Friedrich-Schelling-Schule geht es wie geplant voran, kleine Verzögerungen konnten ausgeglichen werden.
/Matin KalbIst das die Trendwende bei der Entwicklung der Baupreise? Die Hoffnung im Besigheimer Gemeinderat ist jedenfalls groß, dass die Kosten für den Neubau der Grundschule nicht weiter durch die Decke schießen. Anlass dafür sind die beiden Aufträge, die der Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstag vergab.
Die Angebote der Firmen lagen um mehrere Hunderttausend Euro unter den Summen, die das beauftragte Architekturbüro im Vorfeld kalkuliert hatte. So ging der Auftrag für die Klinkerfassade für knapp 1,1 Millionen Euro an eine Firma aus Neckarsulm. Das sind 267 000 Euro weniger als kalkuliert. Um 188 000 Euro unter den kalkulierten Kosten ging der Auftrag für die Zimmerer- und Dachdeckerarbeiten an die Firma Pfeiffer aus Sachsenheim. Die Auftragssumme liegt bei 508 000 Euro.
„Gewisse Beruhigung“ bei der Kostenentwicklung
Diese Entwicklung freute Stadträte und Verwaltung umso mehr, als Architekt Markus Altmann vom Nürnberger Architekturbüro Bär, Stadelmann, Stöcker noch im September vergangenen Jahres deutliche Preissteigerungen angekündigt hatte. Alleine für die Baukosten hatte er damals 19,8 Millionen Euro veranschlagt, zuvor hatten die Schätzungen bei 16,7 Millionen Euro gelegen. Die jüngste Kostenberechnung des Büros zeigt nun, dass sich eine „gewisse Beruhigung“ abzeichnet, wie es Bürgermeister Steffen Bühler ausdrückte.
Der Architekt hatte damals die drohenden Preissprünge mit den Folgen des Ukraine-Krieges begründet. Mittlerweile jedoch hat sich der Markt deutlich beruhigt, es wird weniger gebaut, entsprechend geben die Firmen auch wieder niedrigere Angebote ab.
Mit dem Rohbau des neuen Schulgebäudes geht es wie geplant voran, wurde im Gemeinderat deutlich. Kleine Verzögerungen können aufgeholt werden. Aktuell sind oberhalb des Straßenniveaus erste Konturen des Gebäudes zu erkennen. Der Gemeinderat lehnte es ab, für Teile des Rohbaus einen Beton zu verwenden, bei dessen Herstellung deutlich weniger Kohlendioxid anfällt als im traditionellen Verfahren. Es fehle die Erfahrung mit dem neuen Material, argumentierten die Stadträte Friedrich Köhler (Freie Wähler) und Ulrich Gerstetter (CDU).
Ist der Neubau der Friedrich-Schelling-Schule fertig, steht die Sanierung der Realschule bevor. Frühestens Ende des Jahres 2026 werden die Arbeiten beginnen. Das geht aus dem Zeitplan hervor, den der Gemeinderat am Dienstag ebenfalls bewilligte. Der Baubeginn ist abhängig von der Bewilligung von Zuschüssen über den Ausgleichsstock des Landes.
Der Antrag dafür muss spätestens Ende Januar 2026 gestellt werden. Die Finanzmittel werden im Sommer darauf verteilt. Erst in dieser Zeit ist es auch möglich, die Realschüler in dem Interimsbau unterzubringen, der zuvor wegen der Sanierung des Altbaus der Grundschule ausgelastet ist. Im Jahr 2025 wird es dann konkret mit der Ausführungsplanung und der Baugenehmigung. Dann soll auch mit den Nachbargemeinden über eine Beteiligung an der Finanzierung gesprochen werden. Die Stadt rechnet mit einer Bauzeit von mindestens zwei Jahren.