Freudental
: Vier Listen kämpfen um zwölf Plätze

Die Etablierten wie Bürgergruppe, CDU und SPD schicken 30 Bewerber bei der Gemeinderatswahl ins Rennen. Neu hinzugekommen ist die „Freudentaler Mitte“ mit acht Kandidaten.
Von
Jürgen Kunz
Bönnigheim
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Kandidaten aus vier Listen bewerben sich um einen Sitz am Freudentaler Ratstisch.

/Oliver Bürkle

Mit sechs Gemeinderäten ist die Bürgergruppe Freudental die stärkste Fraktion im aktuellen Freudentaler Gemeinderat. Vier Gemeinderäte gehören der CDU, zwei der SPD an. Mit der neuen Liste „Freudentaler Mitte“ wird sich die Sitzverteilung voraussichtlich verändern.

Auf dem Wahlvorschlag der Bürgergruppe Freudental bewerben sich vier Frauen und neun Männer um die Wählergunst. Wie Fraktionssprecher Norbert Schmatelka betont, sind oder waren sieben der Kandidaten bereits im Freudentaler Gemeinderat. Die Vertreter der Bürgergruppe verfolgen, so Schmatelka, „auch teils verschiedene Ziele“. Was sie eint sei allerdings die Dialogbereitschaft und eine möglichst sanfte Entwicklung Freudentals, die mit seiner Fraktion ins Rollen gebrachte energetische Wandlung des Ortes, „in Teilen beispielhaft mit Vorreiterfunktion in der Region“. Der Fraktionsvorsitzende betont die „soziale und bürgeroffene Realpolitik ohne Fremdenhetze und Forderungen nach kommunal nicht erfüllbaren oft ideologisch geprägten Entwicklungen“.

Die Bürgergruppe wurde im Frühjahr 1989 von kommunalpolitisch aktiven Bürgern ins Leben gerufen. Seit März 1991 ist die Bürgergruppe Freudental ein eingetragener, gemeinnütziger Verein (BGF). Bei der Gemeinderatswahl im Herbst 1989 konnte die Bürgergruppe auf Anhieb vier Sitze im neuen Gremium gewinnen. Seitdem ist sie mit vier, fünf und zurzeit mit sechs Gemeinderäten vertreten. Bei der Wahl im Juli 2004 konnte sie die meisten Stimmen auf ihre Liste vereinen und als stärkste Fraktion in den Gemeinderat einziehen. Bei den letzten Wahlen im Juni 2009 und Mai 2014 wurden die fünf Sitze bestätigt. Bei der Wahl 2019 hat sie mit 53,7 Prozent der Stimmen das bisher beste Wahlergebnis erreicht. Schmatelka zum Wahlziel: „Ein Ergebnis wäre schon gut mit sechs Sitzen wie bisher. Allerdings bekommt Freudental jetzt auch eine blaue Liste dazu – mal sehen, wie stark das Flüchtlingsthema greift.“

Zwei Frauen und fünf Männer, zwischen Mitte 40 und Mitte 60, alle berufstätig und in Ehrenämtern eingebunden – „ aus der Mitte des Lebens und der Mitte der Gesellschaft bringen sich unsere Kandidaten ein“, sagt der CDU-Vorsitzende Frank Renner. Drei seitherige Ratsmitglieder treten wieder an, so Renner, Erfahrungen unter anderem aus der CDU-Parteiarbeit seien auch bei den neuen Bewerbern teilweise vorhanden. In vielen Gesprächen ist es dem CDU-Vorsitzenden gelungen, neben den seitherigen Gemeinderäten auch neue Bewerber zu einer Kandidatur zu gewinnen und einer möglichen Ratstätigkeit zu überzeugen. „Demokratie beginnt vor Ort, gerade in diesen Zeiten und nach den Bekenntnissen der letzten Monate. Einige weitere, auch jüngere CDU- Kandidaten wären sicher wünschenswert gewesen“, so der CDU-Vorsitzende.

Ein lebens- und liebenswertes Freudental als eigenständige Kommune stärken, kritisch- konstruktiv die Politik der Verwaltungsspitze begleiten, den Ort für die Herausforderungen der Zukunft einstimmen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Freudental erhalten, das sind die von Renner für die Gemeinderatsliste formulierten Ziele. „Gerne wollen wir unsere bisherige Fraktionsstärke mit vier Personen erhalten und angesichts der guten Stimmung für die CDU in Bund und Land ausbauen“, sagt Renner.

Mit zwei Gemeinderäten ist die Liste SPD/Unabhängige Bürger Freudental im aktuellen Gremium vertreten. Nach eigener Einschätzung stellt die Fraktion für die Gemeinderatswahl am 9. Juni „eine breit gefächerte Liste auf, die alle Generationen und Lebensbereiche abdeckt und damit viele Themen der Bürger der Gemeinde Freudental im Blick hat“. Zu diesen gehörten nicht nur das Voranbringen der Digitalisierung und der Ausbau des Gewerbegebiets, sondern auch Verbesserungen in den Bereichen Verkehr, Klimaschutz und des Miteinander-Lebens in der Gemeinde, so Simone Bertet für die Liste.

Mit acht Kandidaten – eine Frau und sieben Männer – bewirbt sich die neue Liste „Freudentaler Mitte“ um die Wählergunst. Auch nach mehrmaliger Nachfrage erhielt die BZ keine Antworten auf ihre Fragen an die neue Gemeinderatsliste.