Freudental baut Naturkindergarten am Birkenwald
: Trocken-WC oder Plumpsklo

Die Gemeinde baut für rund 255 000 Euro einen Naturkindergarten südlich des Kunstrasenplatzes. Die geeignete Toilette ist eine Kostenfrage.
Von
Jürgen Kunz
Ludwigsburg
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Grafik: BZ

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Auch Freudental hat Bedarf an zusätzlichen Kindergartenplätzen. In der Februarsitzung wurde das Projekt eines Naturkindergartens mit einer Gruppe für 20 Kinder über drei Jahre auf den Weg gebracht. Inzwischen wurde der Standort am Birkenwald, nördlich des Kunstrasenplatzes in den Kirschstückle festgelegt. Architekt Thomas Rupp von „son.tho architekten“ hat am Mittwoch dem Gemeinderat, die mit Kita Rosenweg und Verwaltung abgestimmten Pläne vorgestellt.

Bereits 15 Anmeldungen

Das Interesse an der Betreuung im Naturkindergarten ist groß. Dies belegt Bürgermeister Alexander Fleig mit Zahlen: Für die 20 Plätze gibt es bereits 15 Anmeldungen. Das Gelände nördlich des Kunstrasenplatzes – das auf Anregung des Vorsitzenden des SV Freudental, Uli Lang, vom Gemeinderat festgelegt wurde – hat eine Größe von 25 mal 80 Metern. Es würde somit auch Platz für einen zweiten Naturkindergarten bieten, was zunächst noch Zukunftsmusik ist.

„Von der Größe ideal und eine pfiffige Planung“, merkte Fleig am Mittwoch an. Die Kosten sind allerdings deutlich höher, als die im aktuellen Haushalt bereitgestellten 150 000 Euro. Auf 255 000 Euro summieren sich die Investitionen. Größter Posten sind die Kosten für Bauwagen, Schuppen und Veranda mit etwas mehr als 140 000 Euro. Hinzu kommen Landschaftsarbeiten (Pflanzungen, Wege, Einfriedung) mit rund 50 000 Euro sowie Kosten für Objektplanung und Gebühren in Höhe von knapp 34 000 Euro.

Hohe Kosten für Haustechnik

Für Wasseranschluss, Stromanschluss und Toiletten-Sammelgruben sind weitere 30 000 Euro veranschlagt. Diese Kosten trafen nicht bei allen Gemeinderäten auf Zustimmung. Es handle sich schließlich um einen Naturkindergarten, mit der Betonung auf Natur, und dabei könnte auf ein WC mit Fäkaliengrube verzichtet werden. „Wenn die Kosten für den Wasseranschluss zu hoch sind, wird es eine Trockentoilette geben“, sagte Fleig. Diese ist allerdings bei den Erzieherinnen, die dann für die Entsorgung zuständig sind, aus nachvollziehbaren Gründen, nicht die erste Wahl. Wie Planer Rupp dazu anmerkte, haben viele der von seinem Büro geplanten Naturkindergärten keinen Wasseranschluss: „Die Eltern sind dort zuständig, dass täglich fünf Liter Wasser in Kanister vorhanden sind.“

Mit Investitionskosten von etwa 13 000 Euro pro Kitaplatz liegt der Preis weiter unter dem eines „normalen“ Kitaplatzes. Da das Gelände die Fläche für einen zweiten Naturkindergarten ausweist, wird beim Baugesuch schon der Zweite mit eingereicht. „So müssen wir das Verfahren nicht noch einmal beginnen“, sagte Fleig. So sei man für einen zweiten Bauabschnitt vorbereitet, der „im Übrigen deutlich kostengünstiger“ sein werde.

Im Übrigen werden strenge Regeln für die Eltern gelten. „Es wird keinen Bring- und Holdienst geben“, sagte Fleig. Die Eltern müssen am Birkenwald parken und mit ihren Kindern bis zum Naturkindergarten laufen.