Freude und Frust mit „Aichert Nord“: Ende Mai kann gebaut werden

Die Erschließungarbeiten im Erligheimer Neubaugebiet "Aichert Nord" gehen zügig voran. Voraussichtlich Ende Mai kann mit dem Bau der Privathäuser begonnen werden.⇥
Martin KalbVoraussichtlich sind die Erschließungsarbeiten für das Baugebiet ,Aichert Nord’ Ende April fertig. Für den 2. Mai ist der Abnahmetermin vorgesehen“, sagt Bürgermeister Rainer Schäuffele im Gespräch mit der BZ. Man hoffe, dass die Abnahme weitgehend mängelfrei sei, so Schäuffele weiter, dann ist der Baubeginn für die privaten Bauherrn Mitte/Ende Mai möglich.
Im September 2021 kritisierte der Erligheimer Gemeinderat noch den Verzug bei der Erschließung des Baugebiets, nicht nur wegen der schlechten Witterung. „Es ist etwas Sand ins Getriebe gekommen“, erklärte damals Planer Uwe Müller vom Büro KMB, die beauftragte Firma habe nicht die Kapazitäten gehabt, anzufangen. Seither hat sich das von den acht Umlegungsbeteiligten unter der Federführung der Bietigheimer Wohnbau beauftragte Unternehmen mächtig ins Zeug gelegt. Der Rad- und Fußweg zur Schule, um einen gefahrlosen Zugang zur Grundschule am Baugebiet vorbei zu gewährleisten, ist längst fertig und die Erschließung mit Straßen, Versorgungsleitungen und Straßenbeleuchtung steht kurz vor der Fertigstellung.
Mehr als 40 Bauplätze
Rund 2,7 Hektar groß ist das neue Wohngebiet. Etwas mehr als 40 Bauplätze sind entstanden, die sich auf einer leichten Hanglage über Erligheim präsentieren und auf denen Ein- und Doppelhäuser gebaut werden. Im „Aichert Nord“ wird so Wohnraum für rund 120 Menschen entstehen. Zusammen mit dem innerörtlichen Wohnbauprojekt auf dem Areal zwischen Südstraße und Ringstraße wird Erligheim in einigen Monaten die 3000er-Marke an Einwohnern überschreiten.
So erfreulich die Fortschritte im Neubaugebiet waren, so ärgerlich für die Anwohner der Erligheimer Ortsdurchfahrt sind die Auswirkungen der Bauarbeiten. Eine Gruppe Betroffener um Sprecher Jürgen Pirrung engagiert sich schon seit langem gegen den Verkehrslärm in der Löchgauer Straße und besonders durch den, der von Großtraktoren verursacht wird. Verärgert sind die Anlieger an der Ortsdurchfahrt, dass die lärmverursachenden Ackerfahrzeuge auch für die An- und Abfuhrfahrten im „Aichert Nord“ eingesetzt werden. Pirrung stellte daraufhin Anzeige beim Landratsamt (die BZ berichtete).
Ermittlungen nach Anzeige
Wie Bürgermeister Schäuffele in der jüngsten Gemeinderatssitzung bestätigt, ermittelt deshalb die Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Ludwigsburg in Erligheim. Auf Nachfrage erklärte der Bürgermeister, dass der Bebauungsplan für „Aichert Nord“ am 1. April 2021 rechtskräftig wurde und zuvor für die Erschließungsarbeiten von den acht Umlegungsbeteiligten unter der Federführung der Bietigheimer Wohnbau die Verträge für die Erschließungsarbeiten geschlossen worden seien – also bevor die Gruppe um Pirrung gegen die Lärmbelastung durch Großtraktoren vorgegangen war.
Man habe die Beschwerden von Pirrung „direkt weitergeleitet“, so Schäuffele. Inzwischen fahren die schweren Fahrzeuge aus dem Baugebiet über den Panoramaweg und die Blattwiese auf die Landesstraße 1107. „Die Entlastung für die Anwohner an der Löchgauer Straße muss in den letzten Tagen spürbar gewesen sein“, konstatiert der Bürgermeister, und er räumt ein: „Wir werden künftig darauf reagieren und es in künftigen Verträgen berücksichtigen.“ Allerdings müsse zunächst der Gesetzgeber reagieren, denn diese Großtraktoren sind für den Straßenverkehr zugelassen und bei Transporten etwa von Erdreich wirtschaftlicher.
Kosten explodieren
Apropos Wirtschaftlichkeit. Das beauftragte Bauunternehmen klage zunehmend über die Kostenexplosionen bei den Erschließungsarbeiten. Da die Verträge mit der Firma aber schon lange abgeschlossen sind, und da zu den Erschließungspartnern auch Beteiligte außerhalb der öffentlichen Hand handelt, erwartet Schäuffele keine zusätzlichen finanziellen Nachforderungen.