Feuerwerk
: Was erlaubt ist beim Böllern in den Innenstädten

Der Verkauf von Feuerwerk für den Jahreswechsel beginnt. In Zeiten von Feinstaubgrenzwerten zeigt die BZ, wie geböllert werden darf.
Von
Frank Ruppert
Ludwigsburg
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Nur eine Trockenübung: In Besigheims Altstadt ist das Böllern wegen der Fachwerkhäuser nicht erlaubt.⇥

Helmut Pangerl

In drei Tagen ist es wieder soweit: Das alte Jahr wird lautstark verabschiedet und das neue Jahr 2020 eingeleitet. Aber wie lautstark darf eigentlich das alte Jahr verabschiedet werden? Wie in den vergangenen Jahren gibt es auch dieses Jahr wieder eine Diskussion, ob das private Böllern nicht komplett verboten werden soll. Laut einer repräsentativen Befragung des Meinungsforschungsinsituts YouGov für das „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ befürworten 57 Prozent ein Verbot. 36 Prozent sprechen sich dagegen aus, sieben Prozent sind unschlüssig. In Zeiten von Feinstaubgrenzwerten und verstärktem Umweltbewusstsein zeigt die BZ, was aktuell an Böllerei in den Städten erlaubt ist.

In Bietigheim-Bissingen weist die Stadtverwaltung darauf hin, dass es verboten ist, pyrotechnische Gegenstände in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen, sowie Reet- und Fachwerkhäusern abzubrennen. Speziell das letztgenannte Verbot (Fachwerkhäuser) gelte in besonderem Maße für die Bietigheimer Altstadt – das bedeutet konkret, dass es in großen Teilen der Altstadt verboten ist, Raketen, Silvesterkracher und sonstiges Feuerwerk zu zünden. Eine Sonderregelung oder einen Aufruf, der Umwelt zuliebe auf Feuerwerk zu verzichten, gibt es von der Stadt Bietigheim-Bissingen nicht.

Ludwigsburg steht immer wieder im Blickpunkt wegen hoher Feinstaubwerte. Da überrascht es nicht, dass die Deutsche Umwelthilfe (DUH) die Barockstadt gemeinsam mit 97 anderen Städten in Deutschland aufgefordert hatte, das Böllern in der Silvesternacht wegen der dadurch entstehenden Feinstaubbelastung zu verbieten. Die DUH weist in ihrem Antrag darauf hin, dass die „Belastung mit gesundheitsschädlichem Feinstaub an Silvester 16 Prozent der jährlichen Menge aus dem Straßenverkehr entspricht“. Die Stadt hat dem Verbot aber nicht zugestimmt. Im Juli hatte Heinz Mayer, der städtische Fachbereichsleiter für Sicherheit und Ordnung in der Barockstadt, erklärt, dass das Gesetz ein solches Verbot aus Gründen der Luftreinhaltung nicht vorsehe. Mayer stellte sich aber noch eine weitere Frage: „Wenn es soweit kommen sollte, dann muss man das kontrollieren und überwachen. Wie wäre das umsetzbar?“.

Auch die Stadtverwaltung Besigheim hat kein spezielles Verbot erlassen, weist aber unter anderem darauf hin, dass in der Nähe von Fachwerkhäusern kein Feuerwerk erlaubt ist. Damit fällt die historische Innenstadt als Ort zum Böllern weg.

Wird auch dieses Silvester wieder so bunt gefeiert in Bietigheim-Bissingen? Raketen und Böller dürfen nicht in der Nähe von Fachwerkhäusern gezündet werden, grundsätzlich ist das Böllern in Bietigheim-Bissingen aber weiter erlaubt. ⇥

Kalb Martin