Feuerwehr Kirchheim: In vier Minuten aus dem Gerätehaus

Es gab Beförderungen bei der Kirchheimer Feuerwehr: (von links) Christian Scherb, Lukas Hafner, Florian Schindler, Matthias Bosbach, Fabian Schick, Kaan Bauer, Florian Dräger, Florian Neuefeind und
Richard DannenmannSchneller als die Feuerwehr können die Kirchheimer Floriansjünger kaum sein, jedoch schneller als andere Wehren: Bürgermeister Uwe Seibold hat bei einem Einsatz mal auf die Uhr geschaut und da war die schnelle Truppe in vier Minuten aus dem Gerätehaus. Dafür, dass Seibold oft beim Einsatz dabei ist, bekam dieser bei der Hauptversammlung am Samstagabend eine Feuerwehreinsatzjacke mit der Aufschrift „Schultes Kirchheim a.N. geschenkt.
Wie gut die Freiwillige Feuerwehr Kirchheim funktioniert, zeigte der Bericht des Kommandanten Christian Scherb und das auch noch passend terminiert auf den „Tag des europäischen Notrufes 112“. 24 Einsätze gab es im vergangenen Jahr, davon vier Brände. Keine große, aber eine Herzenssache war die Rettung eines Schwanes bei einer Überlandhilfe zur Feuerwehr Bönnigheim, welche kein Boot besitzt.
Herzenssache Schwanrettung
Der Schwan war mehr als zwei Wochen zwischen hohen Mauern im Hofener Steinbruch eingeschlossen und konnte in geschwächtem Zustand gerettet werden. Ein Problem mit der Wasserversorgung hatten die Wehrleute bei einem Gartenhausbrand an der Park-and Ride-Anlage am Bahngelände, wo sie mit Wasser aus ihrem Löschfahrzeug einen größeren Böschungsbrand verhindern konnten.
39 ausgebildete Einsatzkräfte, davon 18 Atemschutzträger und 15 Maschinisten, gehören zur Kirchheimer Wehr, die im vergangenen Jahr 27 Lehrgänge und Fortbildungen mit einem jeweiligen Zeitaufwand von acht bis 70 Stunden absolviert hat. Kirchheim arbeitet gerade daran, Wehrmänner von Doppel- bis Dreifachfunktionen zu entlasten. Übungen waren aus der Sicht des Kommandanten nach der Pandemie dringend nötig. Szenarien wie die brennende Produktionshalle auf dem Gelände der Firma Haiges wappnen die Wehren für den Ernstfall. In Sachen Bevölkerungsschutz kooperieren die Kirchheimer mit der Gemeindeverwaltung und dem DRK.
Hauptaugenmerk Stromausfall
Das Hauptaugenmerk lag 2022 auf einem längeren Stromausfall und Überschwemmungen durch Starkregen. Christian Scherb kann dabei getrost behaupten, dass Kirchheim ganz gut vorbereitet ist. „Als das alte Notstromaggregat 2017 anfing, Zicken zu machen, konnten wir relativ schnell Ersatz beschaffen und dabei auf die Gebäudeeinspeisung achten.“
Der Leiter der Jugendfeuerwehr Markus Bohrmann zeigte sich erleichtert darüber, dass nach drei Online-Übungen Anfang 2022 noch 20 Übungen in Präsenz gemacht werden konnten.
15 Jugend-Feuerwehrmänner
Von insgesamt 15 Jugendlichen befänden sich drei momentan in der Grundausbildung. Lukas Henning, Patrick Mayer und Christian Beutter sorgen bei der Kirchheimer Feuerwehr dafür, dass die Kasse stimmt, die bei der Hauptversammlung vom Bürgermeister aufgebessert wurde. Den Aktiven brachte Uwe Seibold 1250 Euro mit, der Jugend 500 Euro und der Altersabteilung 750 Euro. „Die Bürger können sich im Notfall auf unsere Feuerwehr verlassen“, berichtete Seibold aus der Fortschreibung der Katastrophenschutzpläne.
Der Kreisverbandsvorsitzende Klaus Haug sieht in der ehrenamtlichen Feuerwehr „eine starke Interessengemeinschaft zur Krisenbewältigung“. Schnelle und professionelle Hilfe sei garantiert. Haug stellte auch die Vorteile für die Ehrenamtlichen heraus wie Steuerfreibeträge und Rentenpunkte. Der Kirchheimer Wehr sprach er seine Hochachtung aus, bevor Lukas Hennig zum Löschmeister und Matthias Bosbach, Fabian Schick, Kaan Bauer, Florian Schindler, Florian Neuefeind, Florian Dräger sowie Lukas Hafner zu Feuerwehrmännern befördert wurden. Per Handschlag eingestellt sind seit Samstag Jens Grieb, Dominic Schwenk und Leon Ullmann.