Felsengartenkellerei Hessigheim: Wolkenüber den Felsengärten

Joachim Kölz, Vorstandsvorsitzender der Felsengartenkellerei.
/Martin KalbNicht nur Regenwolken zogen am Donnerstag über die Felsengärten bei Hessigheim. Von „dunklen Wolken über dem Weinbau“ sprach Joachim Kölz, der Vorstandsvorsitzende der Felsengartenkellerei vor den Mitglieder bei der Generalversammlung in der Alten Kelter. Kölz stellte den Mitglieder den Jahresabschluss für das Jahr 2022 vor.
Weniger Absatz in Discountern
Mit schwierigen Rahmenbedingungen habe der Weinbau zu kämpfen, das würde jetzt auch „Deutschlands beste Winzer-Genossenschaft“ merken. Zehnmal in den letzten vier Jahren habe man diese Auszeichnung bekommen, so Kölz. Auszeichnungen und ein großer Andrang bei den Veranstaltungen der Felsengartenkellerei, wie der Schrägen Weinnacht am vergangenen Wochenende, schützen aber auch die Hessigheimer nicht vor den Auswirkungen der Wirtschaftskrise.
Auch wenn der Absatz und der Umsatz 2022 gesteigert werden konnten, musste die Felsengartenkellerei vor allem im Niederpreissegment in den Discount-Märkten mit einem Absatzminus kämpfen. Preiserhöhungen der Discounter bei einem Liter Wein von 90 Cent führten laut Kölz dazu. „Der Kunde, der nicht viel Geld zur Verfügung hat, spart vor allem bei den billigen Weinen, die unter drei Euro pro Liter kosten“, sagte Felsengartenkellerei-Geschäftsführer Hans-Georg Schiller.
Noch 2021 wurden zwei bis drei Millionen Liter Wein von anderen Erzeugern hinzugekauft, um die Discounter zu bedienen „das haben wir stark zurückgefahren, wir haben genug eigenen Wein“, so Kölz. Vor allem, da 2022 die Mitglieder der Genossenschaft neun Millionen Kilo Trauben abgeliefert haben, „2021 wurden nur 7,2 Kilo abgeliefert“, sagt Kölz.
Bei den teureren Weinen setze man auf die Kundenmeinung und die sei durchweg positiv, was sich im guten Absatz zeige. Secco werde sehr gut nachgefragt, vor allem bei jüngern Kunden, „also machen wir Secco“, so Kölz, und dieser wird nun auch in der Kellerei selbst abgefüllt, was die Qualität laut Kellermeister Sebastian Häußer noch verbessere. Aber, so Schiller: „Wir wollen das hochwertige Segment ausbauen, aber ohne das Preiseinstiegssegment zu vernachlässigen.“
Gabriele Szczegulski