European League
: SG BBM kämpft sich ins Viertelfinale

Bietigheim holt sich dank eines umkämpften 32:29-Heimsiegs gegen den stark aufspielenden Titelverteidiger Les Neptunes de Nantes den Gruppensieg in der European League.
Von
Sebastian Klaus
Bietigheim
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Auch mit geballten Kräften konnte Nantes Bietigheims überragende Rückraumspielerin Kelly Dulfer (am Ball) kaum stoppen.⇥

Marco Wolf

Die knappen Siege werden meistens weitaus mehr gefeiert als die klaren. Nicht anders war es am späten Samstagnachmittag in der Ludwigsburger MHP-Arena, als die SG BBM Bietigheim Titelverteidiger Nantes gerade nach hartem Kampf mit 32:29 niedergerungen hatte. Die SG-Spielerinnen klatschten sich ab, herzten sich und ließen sich vom Publikum feiern. Denn für den Gastgeber bedeutete der Heimerfolg schließlich den Sieg in der Gruppe B der European League. Mit nunmehr 10:0 Punkten ist die Sieben von Trainer Markus Gaugisch nicht mehr vom ersten Platz zu verdrängen. Verlierer Nantes hat dagegen den Viertelfinal-Einzug nicht mehr in der eigenen Hand.

Nantes legt gut los

Um wie viel es in der Partie vor allem für die Gäste aus Frankreich ging, wurde von der ersten Minute an deutlich. Nantes verteidigte resolut und ließ vor allem Danick Snelder am Kreis nicht zur Geltung kommen. Wenn die SG dennoch mal eine Lücke in der Abwehr fand, vergaben sowohl Inger Smits als auch Kelly Dulfer und Karolina Kudlacz-Gloc klare Torgelegenheiten. Besser machten es dagegen die Gäste, allen voran Nathalie Hagman. Die schwedische Nationalspielerin glänzte auf Rechtsaußen mit einer tollen Wurfquote. Aber auch mit schönen Anspielen. Ein besonderer Leckerbissen: Hagmans spektakulärer Pass hinter dem Rücken der Abwehr an den Kreis, den Onacia Odono zum 3:2 für die Gäste verwertete. Während Nantes den Ball flüssig durch die eigenen Reihen laufen ließ, war bei den Gastgeberinnen in der Anfangsphase vor allem viel Klein-Klein zu sehen.

Die Folge: Nach dem 4:2 nach sieben Minuten durch Hagman baute Nantes die Führung bis zur 20. Minute auf 10:7 um. Nach einem Tunnel von Orlane Ahanda durch die Beine von Gabriela Moreschi zum 11:8 nahm Gaugisch einen Torhüterinnenwechsel vor. Und nach kleinen Anlaufschwierigkeiten wurde es mit Melinda Szikora im Gehäuse tatsächlich besser. In den letzten fünf Minuten der ersten Hälfte angelte sich die Gaugisch-Sieben einen Ball nach dem anderen in der Defensive und holte bis zur Pause mit schnellen Toren den zwischenzeitlichen Vier-Tore-Rückstand wieder auf. Im zweiten Durchgang stand dann das Duell zweier Rückraumschützinnen im Mittelpunkt. Während Kelly Dulfer bei Bietigheim insgesamt acht ihrer neun Torwürfe verwertete, glänzte bei Nantes Orlane Ahanda auf Halbrechts. Das Eigengewächs traf fast wie sie wollte und hielt ihre Farben mit ihren zehn Toren bis zum 28:28 (52.) im Spiel.

Ahanda geht die Luft aus

Doch danach gingen auch Ahanda langsam die Kräfte aus. Drei Minuten vor dem Ende parierte Szikora ein Geschoss der Französin, kurz danach landete ein Pass der 23-Jährigen meilenweit im Seitenaus. Spätestens mit dem Treffer von Karolina Kudlacz-Gloc zum 32:28 anderthalb Minuten vor dem Ende war die Partie dann entschieden. „Die letzten zehn Minuten der ersten Halbzeit haben den Unterschied gemacht. Da haben wir die Bälle viel zu leicht hergegeben“, analysierte Nantes-Kapitänin Gordana Mitrovic die Niederlage. „Es war ein anderes Spiel als sonst in der Saison. Vielleicht waren wir es nicht gewohnt“, ging Markus Gaugisch auch auf die Stärke des Gegners ein. „Das Spiel hat auf jeden Fall gezeigt, dass wir uns noch weiter entwickeln können.“

Der SG-Coach freut sich vor allem über den Umstand, durch den Gruppensieg im Viertelfinale dem norwegischen Spitzenklub Sola HK aus dem Weg gehen zu können. „Sola ist wirklich gut. Außerdem bestreiten wir jetzt das entscheidende Spiel zu Hause.“