Erligheimer Gemeindewald: Planung für das nächste Jahrzehnt

Revierleiter Burkhard Böer zeigt eine Fläche von jungen und älterem Baumbestand im Erligheimer Gemeindewald, wie sich diese nach dem Sturm in den 1990 Jahren entwickelt hat.
Foto: Oliver BürkleVon einem durchschnittlichen Niederschlagsjahr berichtete Revierleiter Burghard Böer in seiner aktuellen Übersicht zum Zustand des Erligheimer Gemeindewalds. Dennoch habe es keine Chance gegeben, das Wasserdefizit im Wald der vergangenen fünf Jahre auszugleichen. Böer: „Ich wünsche mir für Ihren Wald Regen, Regen, Regen.“
Wie Dr. Michael Nill, Fachbereichsleiter Wald im Landratsamt, am Donnerstag in der Gemeinderatssitzung in der August-Holder-Halle erklärte, steht in diesem Jahr die Erneuerung der Forsteinrichtung an. Dabei wird eine Inventur mit dem Gesundheitszustand und den Baumqualitäten im Erligheimer Gemeindewald erstellt und Vorschläge erarbeitet, welche Pflegemaßnahmen in den nächsten zehn Jahren nötig sind. Eine sehr spezifische und intensive Diskussion gehe dabei der örtlichen Prüfung durch den Gemeinderat am Ende voraus. „Die Zielsetzungen des Waldbesitzers haben die höchste Priorität“, betonte Nill. Die Arbeiten an der Forsteinrichtung beginnen im Frühjahr und sind eine typische Sommerarbeit, wie Revierleiter Böer auf Nachfrage der BZ anmerkte.
Im Detail erläuterte der Revierleiter den Zustand der einzelnen Baumarten im Gemeindewald, der sich auf einem Hochplateau mit einer Schilfsandstein-Platte befindet und deshalb kaum Wasser speichern kann. Nur noch vereinzelt gibt es im Erligheimer Wald Fichten, die allerdings durch die Käfergefahr nach den vergangenen Dürrejahren, sehr viel Kontrollen verlangen. Größtes Sorgenkind sind nach Einschätzung von Böer die Kiefern. Diese für Erligheim prägende Baumsorte falle teilweise innerhalb von drei bis vier Wochen aus. Diese rasche Entwicklung mache ein schnelles Handeln nötig. Ein „Zukunftsbestand“ sei eigentlich die Esche gewesen. Diese sind komplett abgestorben „und fallen einfach um“, so Böer.
Zukunftsträger ist jetzt die Eiche. Mit einem großen Bestand spiele sie eine besondere Rolle im Gemeindewald. Deshalb wird auch viel in die Kultur und die Bestandspflege auf besonders großen Fläche eingeplant. Insgesamt sind rund 7,8 Hektar mit Schwerpunkt der großen Kulturen im Südosten auf den Sturm- und Käferflächen der Jahre 1990 bis 2006 für die Bestandspflege vorgesehen.
Ausgaben überwiegen
Das spiegelt sich auch im Forstbetriebsplan nieder. Mit 12 000 Euro sind die Waldkultur- und Pflegekosten der größte Posten bei den Ausgaben. 7000 Euro sind für die Holzfällung und -aufarbeitung sowie Verkehrssicherungspflicht, 8100 Euro für die Betreuungskosten des 104,2 Hektar großen Gemeindewalds an den Landkreis eingeplant. Insgesamt stehen den 31 850 Ausgaben Erträge in Höhe von rund 20 000 Euro – darunter Erträge aus dem Holzverkauf in Höhe von 15 000 Euro – entgegen. So wird für 2022 ein Verlust von 11 815 Euro ausgewiesen.
Beim planmäßigen Einschlag gehe es um Vitalität der Bäume und deren Erhalt, sagte Böer. Die Durchforstung sei inzwischen abgeschlossen, mit einem großen Aufwand bei der Verkehrssicherung. Laut des Revierleiters gebe es zurzeit eine extreme Nachfrage nach Stammholz, „die wir aber nicht befriedigen können.“ Böer: „Ich bin seit 30 Jahren im Wald. Die Geschwindigkeit mit der das verkaufte Holz abgefahren wird, habe ich so nicht gekannt.“
Lob gab es aus dem Gemeinderat für die Arbeit des Försters. „Man sieht im Erligheimer Wald, da ist jemand da, der sich gut darum kümmert“, sagte Gemeinderat Joachim Obert. „Wir müssen dafür sorgen, dass die nächste Generation mit Wald gut ausgestattet wird“, merkte der Revierleiter abschließend an.