Erligheim: Viel Aufwand für den Büchertausch

Seit fast vier Jahren gibt es den Erligheimer Bücherschrank, in dem zwischen 70 und 80 Bücher zum kostenlosen Mitnehmen bereit stehen.
/Martin KalbBärbel Adelshelms Leidenschaften sind neben dem Kochen – sie war unter anderem 2023 bei der „ZDF-Küchenschlacht“ (die BZ berichtete) – Bücher. „Meine Affinität zu Büchern kommt aus meiner Jugend, und die größte Bestrafung meiner Mutter war, dass sie mir für drei Tage mein Lieblingsbuch weggenommen hatte“, sagt die 69-Jährige mit einem Augenzwinkern. Seit 2019 ist die Erligheimerin „Patin“ des örtlichen Bücherschranks, der am Rathaus steht.
Tägliche Kontrolle
Seit fast vier Jahren betreut Bärbel Adelhelm den Erligheimer Bücherschrank, der im übrigen aus ihrem Fundus stammt und ursprünglich ihr Wohnzimmer zierte. Täglich kontrolliert und bestückt sie das kostenlose Leseangebot und hat schon einiges entsorgen müssen. Bis zu einem Aufruf der Gemeindeverwaltung vor einigen Wochen „keine alten Ramschbücher abzustellen“, musste sie viele Reisebücher, christliche Literatur oder Nachschlagewerke und Bücher die kartonweise aus Haushaltsauflösungen gebracht wurden in den Container werfen. „Das Schlimmste was ich entfernen musste, war tatsächlich ein gebrauchtes Kondom, das hinter den Schrank geworfen wurde“, erinnert sich die Bücherschrank-Patin.
Offiziell werden im Augenblick keine weiteren Bücher angenommen. Im Schrank am Rathaus stehen zwischen 70 und 80 Bücher zum kostenlosen Mitnehmen bereit, in einem Schrank im Rathauskeller sind mindestens weitere 200 Bücher eingelagert. Trotzdem stehen fast täglich Kartons mit Büchern am Rathaus. „Nur Bücher in den Bücherschrank stellen, die man zuhause im Bett lesen würde“, so wirbt Bärbel Adelhelm um Verständnis und betont, dass die bereitgestellten Bücher „sauber und in Ordnung sein müssen“. Trotz der Büchervierlfalt seien nach wie vor Bücher für Kleinkinder Mangelware.