Erligheim: Schulbildung für afrikanische Kinder ermöglichen

Backtag mit Kartoffel- und Zwiebelkuchen am Samstag zugunsten des Schulprojekts in Ghana im Backhaus in Erligheim. In der Küche im Alten Rathaus werden die Kuchen von den Mitgliedern und Helfern des Erligheimer Fördervereins vorbereitet.
/Martin KalbIn der Heimatgemeinde Erligheim fast unbemerkt kann in diesem Jahr der gemeinnützige Schulförderverein Kinderhilfe-Ghana sein zehnjähriges Bestehen feiern. Was im vergangenen Jahrzehnt von den Ehrenamtlichen mit Ramona Amponsah als Vorsitzender an der Spitze in einem kleinen, knapp 4900 Kilometer entfernten Ort in Ghana entstand, das ist mehr als beachtlich.
Auf rein privater Initiative konnten in dem kleinen Ort namens Kalabuley nahe der Hauptstadt Accra drei mehrstöckige Schulgebäude gebaut werden und es wird der Unterricht ohne Schulgebühren für 1000 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen zwei und 19 Jahren von der Krabbelgruppe bis Abschluss Junior High School finanziert.
Private Unterstützung 2011
Alles begann 2011, als sich Ramona Amponsah, damals noch mit ihrem Mädchenname Stahl, bei einem mehrmonatigen Aufenthalt als Volunteer in Ghana dazu entschloss, etwas an der schlechten Situation an der Schule in Kalabuley zu ändern. Durch zunächst private Spenden und Unterstützung der Familie und aus Erligheim wurden Tische und Bänke gekauft sowie mit dem Bau eines gemauerten Schulgebäudes begonnen. „Nach drei Jahren und mehreren Aufenthalten vor Ort, konnten wir mit eigenen Augen sehen, wie sich die Schule rasant weiterentwickelte“, erinnert sich Ramona Amponsah.
Die „School of Wisdom Complex“ wurde im September 2001 von Atsu Kweku Wisdom mit drei Jungen und zwei Mädchen in einer Kirche gegründet. Das Ziel: Kindern aus sozialschwachen Familien eine Perspektive auf Schulbildung ermöglichen. Gab es zu Beginn nur Holzhütten, keine Toiletten und nur ein Loch im Boden, nicht genügend Tische und Bänke, bietet heute die Schule in drei dreistöckigen Schulgebäuden Platz für 28 Klassenzimmer, einen großen Computerraum mit 16 PCs, Sozialraum, Lehrerzimmer und Sekretariat, außerdem wurden WCs und Duschen errichtet. Der gesamte Schulhof wurde mit Pflastersteinen ausgelegt und für die Kleinsten an der Schule ein Spielplatz gestaltet. Es wurden Tische, Bänke, Tafeln und Bücher gekauft.
Neben dem Schulbau hat der Verein hat auch schon zwei OPs finanziert (ein Schüler hatte einen grauen Star und wäre beinahe erblindet und ein Lehrer hatte ein Geschwür hinter einem Auge, das entfernt werden musste). Auch für die weitere medizinische Versorgungen der Schüler wird gesorgt, wie etwa das Nähen von Platzwunden, Kauf von Malariamedikamenten oder das Bezahlen von Arztbesuchen, da sich die Familien dies oft nicht leisten können.
Neues Schulhausgebäude
„Die Bauarbeiten sind an diesem Projekt zwar abgeschlossen, dennoch gibt es immer etwas zu tun – Reparaturen, Ausbesserungen und vieles mehr“, so die Vereinsvorsitzende. Und das nächste Projekt wird seit Mitte dieses Jahres umgesetzt: Der „Great Knowledge International School Complex“ soll ein Schulgebäude erhalten. Derzeit werden dort rund 200 Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen zwei bis 14 Jahren (Krabbelgruppe bis Klasse 6 mit Abschluss Primary School) unterrichtet. Gerade wird das Fundament für das erste Schulgebäude errichtet.