DRK Kirchheim: Mit der Maus Menschen retten

Heike Müller-Bartruff leitet die Jugendgruppen. Dafür ist der Vorsitzende des DRK-Ortsverbands, der Kirchheimer Bürgermeister Uwe Seibold dankbar.
/Oliver BürkleEs grüßt groß und auffällig derzeit „die Maus“ durch die Fenster des Bereitschaftsraums des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Ortsgruppe Kirchheim in der Hohensteiner Straße. Grund: Die beiden Jugendrotkreuz-Gruppen, die von Heike Müller-Bartruff geleitet werden, haben sich dafür qualifiziert, am Mausöffnertag der „Sendung mit der Maus“ am Dienstag, 3. Oktober, teilzunehmen.
Für die Teilnahme mussten sich die Gruppen bewerben, was sie mit einem kreativen und kurzweiligen Film taten. „Ich dachte, der Maustüröffnertag ist eine gute Gelegenheit, das Jugendrotkreuz und was wir machen, an die Öffentlichkeit zu bringen“, sagt sie. In der Bewerbung mussten die Beiträge sich sowohl auf das Tür öffnen beziehen als auch auf das diesjährige Thema: Wertvolle Schätze“. „Die sind für uns die Kinder selbst, die lernen, wie man anderen hilft, medizinisch und sozial“, so die Leiterin der zwei Kirchheimer Gruppen mit jeweils 15 Personen. „Das ist im Landkreis Ludwigsburg schon ungewöhnlich, dass ein Ortsverein des DRK so viele Jugendrotkreuzler hat“, sagt Kirchheims Bürgermeister Uwe Seibold, erster Vorsitzender des DRK-Ortsvereins. Er wurde von Müller-Bartruff mit der Zusage zur Teilnahme überrascht „und finde das eine tolle Idee, unsere Jugendarbeit zu zeigen und eventuell weitere Kinder für den Verein zu begeistern“, sagt Seibold.
Im Film kümmern sich die Jugendrotkreuzler um Bruno, den Bär, ihr Maskottchen, das verletzt ist und erste Hilfe benötigt. Sie zeigen, wie sie sich um Bruno kümmern, ihn verbinden, Hilfe bei den Helfern vor Ort suchen. „Sie öffnen Türen, um anderen zu helfen“, sagt Müller-Bartruff. Sie weiß auch, dass die Jugendlichen privat genau wissen, was sie zu tun haben, wenn ein Notfall passiert: „Eine Oma eines Jungen wurde ohnmächtig, er wusste genau, dass er sie in die stabile Seitenlage bringen muss und dann den Notruf absetzen“, so die Jugendleiterin. Die Oma wurde gerettet.
Am Maustüröffnertag selbst zeigen die Gruppen genau das: Wie man Verbände anlegt, wie die stabile Seitenlage geht. Wunden werden aufgeschminkt, um zu demonstrieren, wie eine Verletzung im Ernstfall aussehen kann. „Die Kinder müssen sich auch daran gewöhnen, wenn sie helfen wollen“, sagt Müller-Bartruff. Schon jetzt haben sich 15 Kinder als Besucher des Maustüröffnertags angemeldet. Sie werden in Gruppen zeitlich versetzt verteilt, sodass jedes Kind Zeit hat, mitzumachen und alles sieht.
Wichtig, dass die Kinder ihre Umwelt wahrnehmen
„Aber wir üben nicht nur die erste Hilfe sondern betätigen uns auch sozial“, so Müller-Bartruff, beispielsweise bei der Bachputzete in Kirchheim, bei Kreiswettbewerben, bei Festen helfen sie dem Bereitschaftsdienst. Demnächst gibt es einen pädagogischen Waldspaziergang mit der Waldpädagogin des Landkreises, Katharina Gassen. „Es ist uns wichtig, dass die Kinder ihre Umgebung wahrnehmen, auch dort und im privaten Raum können Unfälle passieren“, sagt Müller-Bartruff. Stolz ist sie, dass alle 30 Jugendlichen, die die Realschullehrerin seit fünf Jahren betreut, auch über die Corona-Zeit beim DRK blieben.
Dazu hat sie Online-Treffen organisiert, in der auch die Probleme des Lockdowns besprochen wurden. Sobald es ging, haben sich die Mitglieder auch wieder im Freien getroffen, gespielt und miteinander geredet. „Die Jugendlichen müssen auch lernen, sich aufeinander verlassen zu können, sich zu vertrauen, sich anzuvertrauen, denn das müssen sie bei einer Notsituation auch.“ Deshalb werden auch Katastrophenfälle und der Katastrophenschutz besprochen. „Die Aktivitäten im Jugendrotkreuz sind vielfältig“, sagt Müller-Bartuff.
Der Maustüröffnertag findet alljährlich am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, bundesweit statt. Dann heißt es wieder, „Türen auf mit der Maus“. Beteiligen am Maustüröffnertag können sich Vereine, Firmen, Institutionen. Ziel ist es, Kinder in eine unbekannte Welt einzuführen und ihr Interesse zu wecken. In diesem Jahr entdeckt die Maus „Wertvolle Schätze“, das ist das diesjährige Motto. Ob Erfahrungsschatz, Leidenschaft, Innovationslust, besondere Ressourcen, ein unschlagbares Team, umfangreiches Wissen, umweltschonende Verfahren, inklusive Ideen, historische Gewölbe – all das kann ein großer Schatz von Wert sein. Alle teilnehmenden Veranstalter gibt es auf einer bundesweiten Karte auf der Homepage des Maustüröffnertages zu entdecken. Für das DRK Kirchheim sind die wertvollen Schätze die Kinder, der Nachwuchs, der bei ihnen lernt, Leben zu retten, sagt die Kirchheimer Jugendleiterin Heike Müller-Bartruff.
Der Maustüröffnertag beim Kirchheimer Roten Kreuz ist am Dienstag, 3. Oktober, 11 bis 16 Uhr, im Gruppenraum des DRK, Hohensteiner Straße 15. Für eine Teilnahme muss man sich anmelden per E-Mail an heike.bartruff@web.de.