DEL2: Goalie-Gala bei Penalty-Krimi: Der SCB verzweifelt an Maurer

Kein Vorbeikommen für David Cerny (links) und Co. an ECK-Goalie Philipp Maurer. Der Schlussmann der Kassel Huskies pariert 37 Schüsse und vereitelt zusätzlich fünf Penaltys.
/Martin KalbInsgesamt über 60 Schüsse in der regulären Spielzeit, dazu zahlreiche Hochkaräter in der Overtime und neun weitere Versuche im Penalty-Schießen parieren Felix Noack im Kasten der Bietigheim Steelers und sein Gegenüber Philipp Maurer bei den Kassel Huskies am Sonntagabend. Die beiden Schlussmänner zeichnen sich mehrfach mit überragenden Rettungstaten aus und bringen auch im Shoot-Out die Gegenspieler reihenweise zur Verzweiflung.
Mit 1:1 geht es in die Penaltys, in denen die ersten acht Schützen allesamt den Puck nicht über die Linie bekommen. Erst Goldhelm Matt White erzielt im neunten Anlauf das Tor für die Huskies, auf der Gegenseite scheitert Jack Dugan noch ein letztes Mal an Maurer und der Deckel ist drauf. Die Nordhessen gewinnen somit 2:1 und sichern sich den Extrapunkt.
Die Überzahl bleibt das Problem
„Es sind zwei verlorene Punkte“, resümiert SCB-Verteidiger Tim Schüle nach der Partie und geht mit den Special Teams in die Kritik: „Das hat uns letztes Jahr so stark gemacht.“ Rund 14 Minuten lang spielen die Ellentäler am sechsten Spieltag in Überzahl, teilweise geht es auch im Vier-gegen-Vier auf dem Eis weiter, doch der Puck will nicht an Maurer vorbei ins Netz.
Die Huskies auf der Gegenseite profitieren derweil kurz vor der ersten Drittelpause davon, dass die Steelers scheinbar schon in der Kabine sind. Neun Sekunden vor der Sirene profitiert Jimmy Martinovic von einer Unachtsamkeit des SCB. Ein tiefer Pass in die Zone der Hausherren landet im Zentrum bei Hunter Garlent, der clever noch einmal querlegt und seinen Sturmpartner bedient. Der 24-Jährige, der bis 2023 noch das Trikot der Ellentäler trug, nutzt den Platz eiskalt aus und trifft zur Führung. „Da schalten wir zu früh ab“, erklärt SCB-Chefcoach Tim Kehler im Nachgang bei der Pressekonferenz.
Fonstad belohnt den Aufwand
Die Hausherren rennen in der Folge an, wie die Verrückten. 17:8 Schüsse feuern sie auf Maurer in diesem Durchgang, wenn Kassel doch mal nach vorne kommt, ist Noack zur Stelle. Das gleiche Bild zeichnet sich auch im Schlussdrittel ab. Wie verhext scheint der Kasten der Kassler, bis endlich Cole Fonstad den Bann bricht. Direkt nach einem Bully vor Maurer bringt Jack Dugan die Scheibe zum Kanadier, der eiskalt abschließt und endlich das 1:1 erzielt (56.).
So geht die Begegnung in die Overtime, in der die Dramatik ihren Lauf nimmt. Kassel ist hier plötzlich wieder komplett am Drücker. White scheitert alleine vor Noack am Goalie, die Gäste treffen zudem die Torumrandung. Die Gastgeber kommen derweil nicht mehr so zwingend nach vorne, wie noch während der regulären Spielzeit. Und wenn doch, heißt die Endstation Maurer. So geht es ins Penalty-Schießen, wo der 25-Jährige genauso weitermacht und seinen Farben den Sieg festhält.
„Wir wussten, dass es ein motiviertes Kassel ist, die am Freitag zum ersten Mal in dieser Saison daheim verloren haben“, so Kehler nach der Partie. Auch der Trainer findet mit dem Powerplay den einzigen Kritikpunkt: „Wir müssen das nutzen“ sagt er deutlich. Dennoch ist der 55-jährige Kanadier mit dem Wochenende zufrieden, auch wenn es nur einen Punkte aus den beiden engen Spielen zu holen gibt. „Es war ein Schritt nach vorne“, lobt er seine Schützlinge.
Auswärts beim Tabellenletzten
Die Steelers rutschen tabellarisch damit auf Rang zehn ab. Am nächsten Freitag geht es für die Ellentäler auswärts zum EC Bad Nauheim, der aktuell mit zwei Punkten das Schlusslicht der DEL2 ist.
