Bönnigheimer Wirtshausfigur: Der Ochse glänzt wieder

Horst Bulling aus Ingersheim hat die zerstörten Hufe der Figur restauriert und den Ochsen an seinem ursprünglichen Standort wieder installiert.
/Karin ZarbockEs ist das Vermächtnis von Karin Zarbock an ihren 2020 verstorbenen Vater Kurt Wüst, die Wirtshausfigur des Ochsen zu restaurieren und frisch vergoldet glänzen zu lassen. Der bekannte Bönnigheimer Metzgermeister hatte Ende der 1970er-Jahre die Metzgerei und das Gasthaus Ochsen von seinem Vater Wilhelm und Mutter Frieda Wüst übernommen, die den Ochsen 1958 gekauft hatten. 1976/77 wurde die Gaststube in die Metzgerei integriert. Seit 1990 ist die Metzgerei in der Hauptstraße verpachtet. Der goldene Ochsen an der Fassade hatte es Kurt Wüst immer angetan, und noch kurz vor seinem Tod hatte er mit seiner Tochter Karin Zarbock darüber gesprochen, man müssen die markante Wirtshausfigur restaurieren.
Ein Sturm im Februar 2022 fegte dann den Ochsen vom Sockel und er bot ein Bild des Jammers. Schon seit geraumer Zeit war die Vergoldung beschädigt, der Sturz zerstörte zudem die Hufe der Figur. „Ich nahm also die Aufgabe der Restaurierung nun an“, sagt Karin Zarbock. Mit Horst Bulling vom Metallbau-Meisterbtrieb StahlWerk in Besigheim fand Zarbock den Fachmann, der gekonnt die zerstörten Hufe und andere Schäden restaurieren konnte. Zuvor hatte er genau untersucht, aus welchem Metall die Figur ursprünglich hergestellt worden war. „Es ist vermutlich Zinn“, konstatierte der Restaurator.
Viele Arbeitsschritte waren für die anschließende perfekte Vergoldung nötig. Genau dokumentierte Vergolder Bernd Höger aus Stuttgart das Vorgehen: reinigen, Reste der bisherigen Oberflächenbeschichtung mit einer elektrischen Drahtbürste entfernen, danach eine flächige Grundierung, um eine tragfähige Fläche für die abschließende Blattvergoldung zu erhalten. Rund ein halbes Jahr dauerte die Restaurierung und die Vergoldung des Ochsen, bevor ihn Horst Bulling auf seinem ursprünglichen Platz wieder verankern konnte. Seit vergangenem November steht er nun wieder auf seinem Podest an der Hausfassade in der Bönnigheimer Hauptstraße.