Bönnigheim
: Mit alten Ansichten durch das neue Jahr

Zum vierten Mal hat die Historische Gesellschaft einen Kalender herausgebracht. Auf zwölf Kalenderblätter werden Fotos aus dem Vereinsfundus gezeigt und erklärt.
Von
Jürgen Kunz
Bönnigheim
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Das Denkmal auf dem Kirchplatz zur Erinnerung an den Bau der Quellwasserleitung im Jahr 1906. Es wurde um 1955 abgebrochen und ließ einen leeren Kirchplatz zurück.

/Archiv der Historischen Gesellschaft

Nach dem Erfolg der vergangenen Jahre habe ich nun den vierten Historischen Kalender Bönnigheim für das Jahr 2024 herausgebracht“, freut sich Kurt Sartorius als Vorsitzender der Historischen Gesellschaft Bönnigheim. Erneut hat er den Fundus des Vereins durchkämmt und dabei wieder in Vergessenheit geratene Ansichten aus der Stadt und ihren Teilorten ausgewählt. Mit seinen Erläuterungen ordnete er die Schwarz-Weiß-Fotografien, Zeichnungen und Postkarten geschichtlich ein.

Da ist zum Beispiel eine Postkarte um 1890, welche die markanten Gebäude Schloss, den Marktplatz mit dem Rathaus und die Ganerbenburg zeigt. Auf dem Burgturm befinden sich Zinnen, welche 1898 durch ein Dach ersetzt wurden. Damals kam die Glocke von 1379 auf den Burgturm. Das März-Kalenderblatt zeigt ein Motiv, das nur noch die älteren Bönnigheimer kennen dürften: Ein Denkmal auf dem Kirchplatz zur Erinnerung an den Bau der Wasserleitung im Jahr 1906. Der Pavillon mit Brunner wurde von Fabrikant Immanuel Böhringer gestiftet und um 1955 abgebrochen. Den vermutlich ersten Autounfall in Bönnigheim zeigt das Oktoberblatt. Um 1920 war ein Auto vor der Gärtnerei Schmutz von der Straße abgekommen und wurde dabei schwer beschädigt. Zwei historische Fotos zeigen die Begeisterung und die Folgen der NS-Ideologie.

Nahezu idyllisch ist das Motiv im Juli: Eine Postkutsche in der Hauptstraße, vor der sich Postbedienstete und einige Fahrgäste aufgestellt hatten. Motive mit Sommerfreuden eines kleinen Buben in einem Zinkwaschzuber in Hofen sowie Hohensteiner Ansichten mit dem Schloss und der Gaststätte „Zum Jägerhaus“ sind ebenso vertreten wie eine Dampfmaschine in der Nähseidenfabrik Amann, die die Industrialisierung Bönnigheims dokumentiert. Diese begann mit einer Vier-PS-Dampfmaschine im Jahr 1856 zum Antrieb der Spinn- und Winkmaschinen bei der 1854 gegründeten Nähseidenfarbik.

Das Jahr 2024 wird abgeschlossen mit einer Fotografie, die Förster Alfred Georg Kruttschnitt mit Waldarbeiterinnen und Waldarbeiter beim Aufforsten zeigt.