Bönnigheim
: Grünes Licht für Asyl-Unterkunft

Auf dem ehemaligen Recyclinghof neben dem Feuerwehrhaus soll im Frühjahr ein Containergebäude für rund 30 Obdachlose und Asylsuchende entstehen.
Von
Birgit Riecker
Bönnigheim
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Früher stapelten sich hier alte Elektrogeräte: Auf dem ehemaligen Recyclinghof in Bönnigheim soll eine Containerunterkunft für etwa 30 Obdachlos und Asylsuchende entstehen.

/Martin Kalb

Wir haben frühzeitig Überlegungen angestellt, Menschen auf der Flucht und Obdachlosen eine Unterkunft zu ermöglichen“, sagte Bürgermeister Albrecht Dautel. Der Gemeinderat habe nicht vor, Sporthallen zu nützen. „Das wäre die Ultima Ratio“, so der Verwaltungschef.

Vielmehr verfolge der Rat eine andere Strategie. „Wir schaffen zusätzlichen Wohnraum in einer guten Weise“, betonte er. Container in Modullösung sollen aufgestellt werden. Dafür bekommt die Stadt eine Förderung in Höhe von 344 190 Euro. Der Kaufpreis für die gebrauchte Containeranlage beträgt 499 335,90 Euro. Enthalten sind hierbei Aufbau und Anpassung des Gebäudes, neues Küchenmobiliar und eine neue Sanitärausstattung.

Die Container stehen derzeit auf dem Gelände einer Privatschule in Stuttgart und seien vorab von Architekt Klaus Haller, Ordnungsamtsleiterin Julia Ehmann, Bauamtsmitarbeiter Jürgen Lais und Stadtrat Dittmar Zäh (UWG) besichtigt worden. Sie seien in einem „sehr guten, fast neuwertigen Zustand“, wie Dittmar Zäh bestätigte.

Da die Anlage nicht der zertifizierten feuerhemmenden Bauart entsprechen kann, wie vom Stadtbauamt geprüft, seien in Abstimmung mit der Genehmigungsbehörde Flucht- und Rettungsbalkone im Obergeschoss vorgesehen, erklärte Bauamtsleiter Peter Knoll. Er rechnete weiter damit, dass noch erheblich Nebenkosten entstehen könnten für den notwendigen Stromanschluss einschließlich neuer Trafostation, Wasser, Abwasser, Telefon und Außenanlagen, sodass die Containeranlage letztlich die Stadt rund 475 000 Euro kosten könnte.

„Da haben wir einen guten Fang gemacht“, resümierte Stadträtin Dorothea Bechtle-Rüster (SPD). „Günstiger würden wir es sicher nicht kriegen.“ Und der Zustrom von Asylsuchenden werde sich auf die Schnelle nicht erledigen.

Zustimmung vom Gemeinderat

Ob es keine Alternativen zur Stromheizung gebe, wollten die Stadträte Christa Häußer (CDU/FWV) und Jens Hofäcker (UWG) wissen. „Wir suchen die günstigste Lösung“, versicherte Knoll. Markus Stahl (UWG) lobte die kluge Entscheidung und auch Jürgen Carstens (Grüne) hielt den Standort für „sehr gut“: „Direkt an einem Supermarkt und an einer Bushaltestelle sowie in direkter Nähe zur Feuerwehr, die im Notfall schnell da ist“, zählte er auf.

„Ja, die Hofener können jetzt ein bissle ruhiger sein“, freute sich Dittmar Zäh und spielte damit auf eine Wortmeldung in der vorangegangenen Einwohnerfragestunde an. Walter Binder, der Vorsitzende des Turn- und Gesangvereins Hofen und einer der rund 30 Besucher der Gemeinderatssitzung, hatte die Sorge, dass die Stadt in der Rainwaldhalle eine Asylbewerberunterkunft einrichten wolle. „Die Halle ist praktisch von Montag bis Sonntag jeden Tag belegt. Wohin könnten die Sportlerinnen und Sportler ausweichen?“, hatte er gefragt.

Er verstehe die Sorgen, hatte Bürgermeister Albrecht Dautel gesagt. Aber gerade deswegen habe sich der Gemeinderat frühzeitig Gedanken gemacht. Vom Landratsamt bekomme die rund 8400 Einwohner zählende Ganerbenstadt 40 asylsuchende Flüchtlinge in diesem Jahr zugewiesen. Sie seien schon da und in zwölf Gebäuden in der Stadt untergebracht.

Das Soll erfüllt

„Wir haben unser Soll erfüllt, es klappt gut“, führte er aus. Das liege an den sehr guten Mitarbeitern, die sich darum kümmerten und an den Ehrenamtlichen. „Wir stellen uns dem Thema, treffen gute Vorsorge und sind nicht an unserer Belastungsgrenze“, betonte er.

Insgesamt hielten sich derzeit insgesamt 72 asylsuchende Personen und Ukrainerinnen und Ukrainer in Bönnigheim auf. „Damit kommen wir klar und wir werden auch die weiteren Entwicklungen meistern“, beruhigte er den zuvor besorgten Vereinsvorstand.