Bönnigheim
: Am langen Arm des Roboters

Zwei Tüftler, ein Gedanke: Lukas Röser aus Bönnigheim und Tim Vogel aus Nordheim belegen den dritten Platz bei der Europameisterschaft der Berufe in Polen.
Von
Susanne Yvette Walter
Bönnigheim
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Tim Vogel (links) und Lukas Röser beim zweiten Wettkampftag der Europameisterschaft der Berufe im polnischen Danzig.

/Frank Erpinar

L ukas Röser aus Bönnigheim, Mechatroniker bei der Firma Schunk in Lauffen, besucht mit seinem Tüftlerkollegen Tim Vogel aus Nordheim gemeinsam die Technikerschule. Privat arbeiten die beiden erfolgreich an Robotern, die ihnen Tür und Tor öffnen. Die beiden 24-Jährigen gewinnen, kreativ und ideenreich wie sie sind, die Bronzemedaille bei den EuroSkills, den Europameisterschaften der Berufe.

Lukas Röser arbeitet im Bereich Smart Factory Automation. Er geht gern Modellfliegen und ringt beim KSV Lauffen. Seine wahre Profession ist es allerdings ein echter Daniel Düsentrieb zu sein, wie Tim Vogel auch. „Bei den Euro-Skills, traten dieses Jahr im polnischen Danzig über 600 Junge Menschen aus 32 Nationen in 43 Disziplinen aus Industrie und Handwerk an. Für Deutschland kamen 30 Fachkräfte in 27 Disziplinen, darunter Bäcker, Maurer und auch CNC-Fräser, an“ erzählt Lukas Röser.

Goldmedaille gewonnen

Tim Vogel und er vertraten gemeinsam Deutschland im Skill „Robot Systems Integration“. „Dafür qualifiziert haben wir uns, weil wir im November auf der Deutschen Meisterschaft in diesem Skill die Goldmedaille gewonnen haben“, sagt Lukas Röser: „Wir befassen uns mit Industrierobotern, wie man sie aus der Automobilbranche kennt. “

Als Grundlage dient ein Gestell, in dem ein kleiner Roboterarm eingebaut ist. Das Projekt besteht aus zwei Teilen. Ein Teil ist die Roboterzelle selbst. Im zweiten Teil erstellen die beiden Tüftler einen digitalen Zwilling des Roboters durch eine Simulation der Roboterzelle am Computer. Sie kann, was der echte auch kann.

„Als Projekt haben wir eine Zelle aufgebaut, in der der Roboter mit einem Filz-Wischer Whiteboard-Marker von unterschiedlichen Werkstücken abwischt“, sagt Röser. Dies soll eine Roboterzelle darstellen, bei der Holzmöbel abgeschliffen werden. Ihnen wurden drei Tafeln mit unterschiedlichen Merkmalen gegeben. Diese muss der Roboter, bevor er mit dem Abwischen beginnt, mithilfe eines Lasermesstasters unterscheiden, damit die Wischbewegungen sauber ablaufen. Bewertet wurde die Sauberkeit nach dem Wischen, wie lange der Roboter für den Ablauf benötigt oder auch wie genau die Simulation am Computer zu der aufgebauten Zelle passt.

„Da wir zu zweit arbeiten, arbeitet einer am realen Roboter. Der andere hat die Aufgabe, den Roboter am Computer in einer Simulation nachzubilden“ sagt Röser. Die Aufgaben können verschiedene Anwendungen in der Industrie sein. Bei den deutschen Meisterschaften ging es um das Sortieren und Transportieren von kleinen Paketen und darum, diese anschließend in verschiedene Behälter zu sortieren“, erklärt Tim Vogel Schwerpunkte im Wettbewerb.

Mit ihrer Tüftleridee belegen die beiden den dritten Platz hinter dem polnischen und dem ungarischen Team bei den Europameisterschaften. Lukas Röser: „So ein tolles Erlebnis und Ergebnis. Der Zusammenhalt in der deutschen Nationalmannschaft war toll. Das wird für uns wohl keine direkten beruflichen Auswirkungen bringen, trotzdem macht sich so eine Medaille immer gut im Lebenslauf.“

„Ich nehme aus dem Wettbewerb mit, dass man auch unter Stress einen ruhigen Kopf behalten muss und mit Systemen die Probleme, die während der Umsetzung der Aufgabe auftreten, bewältigen kann“, sagt Tim Vogel. Das hilft mir auch im Beruf. Außerdem konnten wir zeigen, dass wir zu den besten Roboterprogrammierern Europas gehören. Das ist doch schon mal ein internationaler Erfolg.“