Bietigheim Steelers: Stürmer sieht Abwehr als Schlüssel zum Erfolg

Gegen die Kassel Huskies Anfang November war Lewis Zerter-Gossage der überragende Mann mit zwei Toren und zwei Vorlagen.
Ralf Poller/AvantiEin fast perfektes Wochenende liegt hinter den Bietigheim Steelers. Das Kellerkind der Deutschen Eishockey Liga 2 (DEL2) schlug erst die Eispiraten Crimmitschau mit 3:0 und anschließend die Pinguine aus Krefeld mit 1:0 in der Verlängerung. Damit schoss sich das Team von Trainer Daniel Naud vom letzten Platz und hat wieder Anschluss zum Tabellenmittelfeld. Doch auf die Partie am vergangenen Sonntag schauen die Steelers mit einem weinenden Auge, denn das Lazarett der Enztäler füllt sich weiter. Mitte der Woche wurde klar, dass Stürmer Brett Welychka mehrere Wochen ausfallen wird, er hat sich den Unterarm gebrochen.
Viel Programm für Steelers
Mit ihm und Ryan Gropp fehlen zwei wichtige Stützen im Sturm der Bietigheimer, auch defensiv wird es personell dünn, da Paul Mayer mit der U20-Nationalmannschaft unterwegs ist. Das in einer Phase, in der die Spieldichte so hoch ist, wie sonst nie. An diesem Freitag fahren die Männer nach Weißwasser und messen sich mit den Lausitzer Füchsen (19.30 Uhr), ehe es am Zweiten Weihnachtsfeiertag zu Hause gegen Bad Nauheim geht (17 Uhr). Anschließend steht fast jeden zweiten Tag ein kräftezehrendes Match an. Trotzdem hat der Absteiger aus der DEL noch einige schlagkräftige Spieler auf dem Eis. So etwa Lewis Zerter-Gossage. Der Deutsch-Kanadier kommt in 25 Spielen auf 19 Scorerpunkte, während der Siegesserie der Steelers war er besonders gut drauf: Acht Spiele hinterander war er an mindestens einem Tor beteiligt, zwölf Scorer sammelte er in der Phase insgesamt. Höhepunkt für ihn war der 6:3-Sieg gegen die Kassel Huskies, bei dem er zwei Treffer selbst erzielte und zwei vorlegte.
Selbst erfolgreich ist er aber sonst nicht oft, nur vier Tore hat Zerter-Gossage bislang geschossen. „Es war schon immer Teil meines Spiels“, sagt der 28-Jährige, der dafür bereits 15 Assists geliefert hat. „Ich bin sehr zufrieden wie ich spiele, ich habe viel Chemie mit den Jungs gefunden. Auch wenn ich nicht auf dem Spielbericht auftauche, kann ich etwas zum Spiel beitragen.“
Für Zerter-Gossage geht es gegen alte Bekannte
Mit dem Aufschwung aus den letzten beiden Begegnungen geht es jetzt gegen seinen Ex-Klub. In der vergangenen Saison stand er in fünf Spielen für die Füchse auf dem Eis. „Es gibt einige Spieler, zu denen ich noch Kontakt habe. Ich war zwar nur einen Monat da, hatte aber ein gutes Verhältnis zu den Jungs. Als sie Ende Oktober hier waren, war es schön, sie mal wieder zu sehen.“ Beim ersten Aufeinandertreffen in Weißwasser musste Zerter-Gossage verletzungsbedingt passen.
Der Ausfall seines Stürmerkollegen Welychka schmerzt auch ihn. „Er ist ein wichtiges Stück für unser Team, er hat oft getroffen. Das können wir nicht ersetzen.“ Doch den Schlüssel zum Erfolg sieht er nicht in seiner Offensivreihe: „Was wichtig ist, seit wir Erfolg haben, ist die Abwehr. Ich glaube, dass da nicht ein Spieler unbedingt den Unterschied macht. Wenn wir den Einsatz weiterhin zeigen – und unsere Goalies weiterhin den Puck so stoppen, wie am vergangenen Wochenende – werden wir unsere Spiele gewinnen.“
Viel hat sich zum Guten gewendet
Seit dem holprigen Start in die Spielzeit hat sich nach seiner Einschätzung einiges positiv geändert. „Wir wollen das Momentum mitnehmen. Selbst in den Spielen, die wir im letzten Monat verloren haben, hatten wir gute Ansätze, die zu Beginn der Saison gefehlt haben. Alles läuft gerade gut für uns, ich bin mir sicher, dass wir in der Tabelle klettern können.“
Mit etwas Schützenhilfe könnten die Steelers am Freitag auf Platz elf springen, damit einen Platz hinter die Pre-Playoff-Plätze. Ein guter Lauf um den Jahreswechsel, und Zerter-Gossage und seine Kollegen stünden im Tabellenmittelfeld.
