Bietigheim Steelers: Stein um Stein zum neuen System

Die Arbeit von Neu-Trainer Pekka Kangasalusta (links) betrifft bei den Bietigheim Steelers nicht nur die Einheiten auf dem Eis, sondern auch die im Kraftraum. Hier strampeln die Eishockeycracks des DEL-Schlusslichts auf Ergometern.
/Martin KalbDas Debüt von Pekka Kangasalusta hinter der Bande der Bietigheim Steelers ist zwar am Freitagabend bei den Löwen Frankfurt in die Hose gegangen. Das Schlusslicht der Deutschen Eishockey Liga (DEL) verlor beim Aufsteiger von 2022 mit 3:6. Der neue Trainer der Steelers hat allerdings ein paar gute Dinge von seinem Team gesehen, auf die er vor dem Gastspiel der Bietigheimer bei der Düsseldorfer EG an diesem Mittwoch (19.30 Uhr) aufbauen will. „Unser Forechecking hat gut funktioniert“, berichtet der 45 Jahre alte Finne.
Die Steelers sparten allerdings auch nicht mit Belegen, warum sie bisher erst 19 Punkte in 26 Partien geholt haben. „Einige individuelle Fehler haben uns wieder das Spiel gekostet. Wir haben zu leichte Gegentore kassiert“, analysiert Kangasalusta und fordert: „Wir müssen in unserem Puckmanagement besser werden. Wir müssen bessere Entscheidungen treffen, wann wir angreifen, wann wir geduldig sind und wann wir auch mal ein Icing nehmen, also einen unerlaubten Befreiungsschuss. Denn wir haben zu viele Scheibenverluste.“
Mut machen dem Trainer aber die Trainingseinheiten seit seinem Amtsantritt vor rund einer Woche. „Wir bauen unser System Schritt für Schritt auf“, erklärt der 45-Jährige. Zwei Dinge sind Kangasalusta dabei vor allem wichtig: „Wir müssen effektiver sein. Und wir müssen besser verteidigen.“ Auf beiden Punkten lag das Hauptaugenmerk.
„Bisher haben die Steelers ja keine schlechten Systeme gespielt“, sagt Kangasalusta und fügt hinzu: „Wir haben einige Grundlagen gelegt. Ich fordere etwas mehr Struktur – wir müssen uns darauf konzentrieren, wie wir in unserem System spielen. Das sind vor allem Kleinigkeiten, auf die wir uns fokussieren.“ Das Beste sei aber, dass die Spieler „dem System und sich gegenseitig vertrauten“.
Am Sonntag ist trainingsfrei
Übertreiben wollte es Kangasalusta am Wochenende, an dem die Steelers am Sonntag spielfrei waren, auch nicht. Zwar gab es am Samstag eine harte Einheit. Der Sonntag war allerdings frei. „Wir müssen Kräfte für diese Woche sammeln. Wichtig ist vor allem, dass wir mental fit sind“, berichtet der Finne. Denn nach dem Duell bei der Düsseldorfer EG an diesem Mittwoch steht am Freitag (19.30 Uhr) die Auswärtshürde Iserlohn Roosters und am Sonntag (19 Uhr) Kangasalustas Heimpremiere gegen den EHC Red Bull München an.
Aus Sicht des Coaches spricht allerdings auch nichts dagegen, dass die Steelers in Düsseldorf eine Serie starten. „Die DEG hat zwar ein gutes Team. Ich sehe aber nichts, was dagegen spricht, dass wir gewinnen“, berichtet Kangasalusta.
Konkurrenz ist schon enteilt
Und eine Siegesserie wäre bitter nötig. Der Rückstand auf das rettende Ufer, den drittletzten Platz, ist bereits auf elf Punkte angewachsen. Der Deutsche Meister Eisbären Berlin steht aktuell mit 30 Zählern aus 27 Partien gerade so über dem Strich. Doch die Augsburger Panther sind mit 27 Punkten aus 26 Partien den Steelers auch schon ein bisschen enteilt. Michael Nachreiner