Bietigheim Steelers
: Steelers ärgern Tabellenführer München nur 33 Minuten lang

Anderthalb Drittel lässt Bietigheim kaum etwas zu und geht durch Guillaume Naud sogar in Führung. Doch letztlich setzt sich bei der 2:5-Niederlage des Teams von Trainer Kangasalusta die individuelle Klasse des Spitzenreiters durch.
Von
Michael Nachreiner
Bietigheim
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Nach einem sehr defensiv geprägten ersten Drittel brachten die Bietigheim Steelers um Teemu Lepaus (Mitte) den Münchner Goalie Mathias Niederberger (rechts) ein ums andere Mal in Bedrängnis.

Avanti/Ralf Poller

Die Überraschung gegen den EHC Red Bull München ist beim Comeback von Benjamin Zientek ausgeblieben. Die Bietigheim Steelers verloren gegen den souveränen Spitzenreiter der Deutschen Eishockey Liga (DEL) mit 2:5. „Wir mussten wirklich diszipliniert spielen, um den Job erledigt zu bekommen. Die Steelers haben uns ganz schön nervös gemacht mit der Art und Weise, wie sie spielen“, erklärt Gästetrainer Don Jackson. Und sein Gegenüber Pekka Kangasalusta ergänzt: „Wir hatten zu großen Respekt vor München. Deshalb hatten wir keine Chance, wirklich um den Sieg zu kämpfen. Das ist inakzeptabel. Aber es gab auch ein paar gute Momente.“

Von Beginn an machten die Münchner klar, dass sie an diesem Abend keine Gefangenen nehmen wollten. Sie drängten von der ersten Sekunden an auf den Führungstreffer. Teilweise ging es für die Steelers zu schnell, wenn die Gäste die Scheibe laufen ließen. Die Bietigheimer verteidigten aber mit Können, Willen und Einsatz, aber auch etwas Glück ihren Kasten. Denn nicht nur einmal brannte es lichterloh vor Goalie Sami Aittokallio. Der Finne hielt aber nach dem ersten Shutout seiner Karriere am Freitag bei den Iserlohn Roosters sein Gehäuse weitere 20 Minuten sauber.

Selbst waren die Steelers aber kaum gefährlich. Sie hatten große Probleme, überhaupt in einen geordneten Spielaufbau zu kommen. Denn die Münchner machten mit zwei Spielern bis hinter das Tor der Gastgeber Jagd auf die Bietigheimer, wenn sie in Scheibenbesitz waren. Die anderen drei Red-Bull-Feldspieler warteten in einer Reihe an der Mittellinie. 

Guillaume Naud brachte die Steelers dann aber nach knapp 26 Minuten in Führung. Daniel Weiß hatte in die Mitte gelegt, wo Naud völlig frei war. Der Treffer hatte sich angedeutet. Die Bietigheimer hatten im zweiten Drittel ihre eigene Offensive wiederentdeckt. Doch zunächst scheiterten Naud mit der Rückhand nach einem Scheibengewinn von Weiß hinter dem Red-Bull-Tor (23.), Constantin Braun (24.), C.J. Stretch (26.) und Alexander Preibisch (26.) noch an Münchens Goalie Mathias Niederberger, am Außennetz oder zielten vorbei.

Die Münchner brauchten nach dem Rückstand nur bis zur 33. Minute für eine Antwort. Patrick Hager bediente von hinter dem Tor Austin Ortega, der sich die Ecke aussuchen konnte – 1:1. Und rund zweieinhalb Minuten später brachte Hager die Gäste in Führung (45.). In einer Drei-gegen-zwei-Situation hatte Maximilian Kastner auf Hager durchgesteckt.

Mit dem 3:1 zu Beginn des Schlussabschnitts durch Trevor Parkes (42.), als Naud eine Zwei-Minuten-Strafe absaß, brachten sich die Münchner endgültig auf die Siegerstraße. In der Folge spielten sie ihre individuelle Klasse aus. Mit Routine brachten sie das Drittel über die Bühne. Nachdem sich Christopher DeSousa den Puck hinter dem Steelers-Tor geholt und die Münchner die Scheibe schnell über Kastner weitergeleitet hatten, erhöhte Hager auf 4:1 (50.). Den Schlusspunkt setzte Ortega, der Aittokallio nach Steilpass von Yasin Ehliz keine Chance ließ (57.).

Dass die Steelers in Überzahl zwischenzeitlich auf 2:4 verkürzt hatten, war nur Ergebniskosmetik. Chase Berger hatte den Abpraller nach einem Schuss von Joshua Atkinson von der blauen Linie ins Netz befördert (52.).