Bietigheim Steelers
: „Sami Aittokallio hat uns den Allerwertesten gerettet“

Der Goalie der Steelers verhindert gegen überlegene Straubing Tigers eine Klatsche. Bietigheim verliert in der DEL dennoch mit 1:2.
Von
Michael Nachreiner
Bietigheim
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Steelers-Goalie Sami Aittokallio (links) hat ein überragendes Spiel gemacht. Die Niederlage der Bietigheimer konnte er aber nicht verhindern.

Fotostyle-Schindler/Harry Schindler

Die Straubing Tigers haben ihrer neuen Vereinshymne „Die Macht vom Pulverturm“, die vor der Partie von dem Kabarettisten, Komiker, Musiker, Schauspieler, TV-Moderator und Buchautor Johannes „Hannes“ Ringlstetter präsentiert wurde, auch gegen die Bietigheim Steelers alle Ehre gemacht. Die Mannschaft von Trainer Tom Pokel war gegen das DEL-Schlusslicht drückend überlegen, gewann aber nur mit 2:1, weil die Gastgeber ein ums andere Mal an Steelers-Goalie Sami Aittokallio verzweifelten. „Ein Sieg ist ein Sieg“, zog Straubings Jason Akeson nach dem Duell als Bilanz. Es war der zehnte Heimsieg der Tigers in Folge.

Schlechte Nachrichten erreichten Steelers-Trainer Pekka Kangasalusta bereits vor der Partie. Topscorer Chris Wilkie und Verteidiger Joshua Atkinson (beide krank) mussten passen. Das machte Umstellungen notwendig. Offensivverteidiger Guillaume Naud rückte an die Seite von Chase Berger und Michael Keränen in den Angriff. Doch auch die Tigers mussten auf ihren Topscorer verzichten. Taylor Leier macht sein Handgelenk Probleme.

Dass der Kanadier fehlte, merkte man den Straubingern aber nicht an. Allein in den ersten fünf Minuten brachten die Niederbayern acht Schüsse auf das Tor von Aittokallio. Doch der Steelers-Goalie hielt seinen Kasten mit reflexartigen Paraden auch gegen das beste Team im ersten Drittel – die Tigers erzielten in den ersten zehn Minuten schon 40 Tore – sauber. Die Bietigheimer überstanden sogar eine 92-sekündige doppelte Unterzahl.

Im Mittelabschnitt waren die Bietigheimer dann besser im Spiel. Doch nach rund fünf Minuten scheiterten erst Mathew Maione und dann im Nachfassen Maione und Evan Jasper an Tigers-Schlussmann Florian Bugl. Und auch C.J. Stretch ließ eine hundertprozentige Chance liegen, als er nach einem Querpass von Tim Schüle die Scheibe über das Gehäuse schaufelte (28.). Besser machte es Daniel Weiß in der 30. Minute. Nach einem Schuss von Constantin Braun hielt Naud den Puck im Spiel und bediente Weiß mit einem Bauerntrick – 1:0.

Die Niederbayern drehen aber noch vor der Drittelpause das Spiel. Erst glich Travis Turnbull mit einem Chip in den rechten Winkel aus, als Maximilian Renner die letzten vier Sekunden seiner Strafe absaß (38.). Nur 20 Sekunden später brachte Akeson die Tigers in Führung. Jasper Evans hatte die Scheibe an der gegnerischen blauen Linie verloren und Michael Connolly seinen Sturmpartner steil geschickt.

„Nach dem ersten Drittel könne wir von Glück sprechen, dass wir nicht mit 0:5 hinten liegen. Sami hat uns vor allem da den Allerwertesten gerettet“, analysiert Weiß in der zweiten Drittelpause am Mikrofon von Magenta Sport.

Im letzten Drittel bettelten die Bietigheimer teilweise um weitere Treffer. Doch Aittokallio schien so breit wie der Mannschaftsbus der Steelers zu sein. An ihm war auch in diesem Durchgang kein Vorbeikommen. Regelmäßig verzweifelten die Straubinger an dem Schlussmann der Gäste – oder auch an sich selbst, weil sie am Tor vorbeizielten. Am Ende wies die Statistik 42 Saves des finnischen Torwarts aus. 81 Sekunden vor dem Ende nahm ihn Kangasalusta vom Eis. Doch auch mit einem sechsten Feldspieler wurden die Steelers nicht mehr wirklich gefährlich.