Bietigheim Steelers: Rund 1000 Fans feiern den DEL2-Klub beim Training

Goalie Olafr Schmidt (von rechts), der einen Schuss von Ryon Moser abwehrt, überzeugte die Fans beim öffentlichen Training.
Pressefoto Baumann/Hansjürgen BritschDer erste Eindruck sieht gut aus“, bringt es Nadja Scheurer aus Waghäusel auf den Punkt. Und auch Kai Stübner aus Sersheim sieht beim öffentlichen Training der Bietigheim Steelers „auf jeden Fall Potenzial“ in der neu zusammengestellten Mannschaft des Eishockey-Zweitligisten. Peter Wetzel findet sogar, dass es ein Vorteil ist, dass das Steelers-Team nach dem Abstieg aus der Deutschen Eishockey Liga (DEL) „neu aufgebaut wurde. Dann ist es ein richtiger Neuanfang“, sagt der Ingersheimer. Es stehen nur noch fünf Spieler im Steelers-Kader, die auch schon in der vergangenen Saison für die Bietigheimer aufliefen. Dazu kommt mit Dean Fedorchuk ein neuer Trainer. Und auch das Management hat sich geändert.
Eine normale Eistrainingseinheit
Neben Nadja Scheurer, Stübner und Peter Wetzel strömten rund 1000 Fans zum öffentlichen Training in die Ege-Trans-Arena. Dort sahen sie, wie 17 Feldspieler und zwei Goalies der Steelers auf dem Eis Gas gaben – Neuzugang Ryan Gropp wird im Lauf der Woche erwartet. „Unser Coach hat uns vor der Einheit gesagt, dass wir jede Sekunde nutzen werden – auch das öffentliche Training – und kein Spektakel für die Fans abbrennen werden“, berichtet Alexander Preibisch. Rund 90 Minuten dauerte die Einheit. Danach gab es auf dem Vorplatz der Ege-Trans-Arena noch eine Hocketse, bei der sich die Fans die ersten Autogramme holten und sich mit den neuen Stars im grün-weißen Trikot fotografieren ließen.
Einer der spektakulärsten neuen Spieler der Steelers ist Cole MacDonald. Der Kanadier spielte in der vergangenen Saison für Wichita Thunder und war nach der Hauptrunde der punktbeste Verteidiger der East Coast Hockey League (ECHL). An Statistiken denkt der 27-Jährige bei seiner zweiten Europa-Station allerdings nicht. „Ich habe keine speziellen Ziele, was Zahlen oder Scorerpunkte angeht. Ich möchte dem Team möglichst gut helfen“, erklärt der Verteidiger.
Vorsorglich drückt Preibisch schon einmal auf die Euphoriebremse. „Wir schauen, wie die Vorbereitung läuft und wie wir als Team zusammenwachsen. Denn die DEL2 hat sich geändert, seit wir vor zwei Jahren aufgestiegen sind. Das Feld ist enger zusammengerückt“, berichtet der 32-Jährige, der in seine siebte Saison in Bietigheim geht und – geht man vom Applaus bei der Vorstellung aus – bei den Fans aktuell am höchsten im Kurs steht.
Erwartungen bei Fans sind hoch
Die Erwartungen bei den Anhängern sind aber schon wieder hoch. „Ich traue den Steelers viel zu“, sagt der elfjährige Lukas Wetzel aus Ingersheim. Und sein Vater Peter Wetzel ergänzt: „Sie sind bestimmt wieder oben dabei.“ Und Stübner spezifiziert: „Die Kassel Huskies sind das Nonplusultra. Aber für die Steelers ist Platz drei bis sieben realistisch.“ Dem pflichteten auch Nadja Scheurer und ihr Mann Alexander Scheurer bei. „Dadurch, dass so viele neue Spieler verpflichtet wurden, ist es schwer einzuschätzen. Aber wir sind optimistisch und hoffen auf die Top fünf“, erklärt die Waghäuselerin.
Etwas sorgen macht einigen Fans der recht kleine Kader. „Zuletzt hatten wir 23 Feldspieler oder so. Jetzt sind es weniger als 20. Wenn sich jemand verletzt, könnte es schwierig werden“, sagt Lukas Wetzel. Und sein Vater Peter Wetzel ergänzt: „Da sollte sich noch etwas tun.“ Zumal drei Nachwuchskräfte im Kader stehen. Aus der eigenen Jugend haben in diesem Sommer Verteidiger Anton Sproll sowie die Stürmer Alex Samusev und Joshua Rust den Sprung ins DEL2-Team geschafft.
Verantwortungsvolle Spieler
Alle Spieler haben die spielfreie Zeit seit dem Ende der Saison 2022/23 aber genutzt und an ihrer Fitness gearbeitet. „Die Jungs haben über den Sommer Verantwortung übernommen. Sie sind alle fit in Bietigheim erschienen. Wir können uns auf Hockey konzentrieren“, berichtet Fedorchuk. Damit liegt der Fokus in den Wochen bis zum Saisonstart am 15. September darauf, die Taktik und das Spielsystem zu verinnerlichen. „Wir werden ein aggressives Team sein – nicht mit großen Checks und vielen Strafzeiten, sondern wir werden den Puckführenden jagen“, erklärt der Coach.
Pressesprecher Patrick Jonza wie ein Fan-Einpeitscher
Die Verantwortlichen der Bietigheim Steelers hat die Technik beim öffentlichen Training im Stich gelassen. Sie bekamen die Lautsprecheranlage in der Ege-Trans-Arena nicht zum Laufen. So mussten Geschäftsführer Gregor Rustige bei der Begrüßung und Pressesprecher Patrick Jonza bei der namentlichen Vorstellung der Mannschaft zu Beginn der rund 90 Minuten Einheit ihr Organ bemühen. Nachdem sie die Eisfläche verlassen und sich auf den Umlauf um das Spielfeld begeben hatten, waren die beiden sogar recht gut zu verstehen. Dennoch hatte ein Fan aus der Kurve Erbarmen. Er drückte Jonza während der Spieler-Vorstellung ein Megafon in die Hand.