Bietigheim Steelers
: Neuer DEL2-Rekord: Steelers treffen nach vier Sekunden

Ein historischer Tag in der Ege-Trans-Arena. Früher gab es kein Tor in der zweiten deutschen Eishockeyliga. Der Treffer wird Nolan Ritchie gutgeschrieben.
Von
Niklas Braiger
Bietigheim
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Ungläubige Gesichter und frühe Freude. Das 1:0 für die Steelers nach vier Sekunden können die Ellentäler nicht fassen. Nolan Ritchie (im Pulk) ist der Torschütze, obwohl er den Puck nie berührt.

/Martin Kalb
  • Rekordstart: Nach vier Sekunden fällt das 0:1 in Bietigheim, gutgeschrieben für Nolan Ritchie.
  • Ursache war ein Patzer von DEG-Goalie Nico Pertuch beim ersten Bully zum zehnten Spieltag.
  • Torfolge im Wechsel, Bietigheim führte 5:3; danach kam Düsseldorf zurück zum 5:5.
  • In der Overtime traf Ville Järveläinen zum 6:5, Lunemann blieb nach Einwechslung ohne Gegentor.
  • Kehler sprach von einem sehr enttäuschenden Ende für die Steelers.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Einen schnelleren Jubelschrei wird es in der DEL2 wohl nie wieder geben. Direkt nach dem Eröffnungsbully zwischen den Bietigheim Steelers und der Düsseldorfer EG am zehnten Spieltag bringen die Gäste die Scheibe zurück auf den eigenen Kasten. Mit dem Kopf wohl noch in der Kabine will DEG-Goalie Nico Pertuch den Puck zur Seite spielen, das Spielgerät springt ihm aber vom Schläger und rein ins Netz zum 0:1. Ein Rekord in der zweithöchsten deutschen Eishockey-Liga, wie die DEL2 bestätigt (zumindest seit 2013/14) und womöglich sogar das schnellste Tor auf deutscher Profiebene aller Zeiten. Das lässt sich allerdings auf aufgrund von historischen Daten nicht genau belegen. Ein Weltrekord ist es sicherlich nicht, in der russischen Nachwuchsliga fiel 2016 ein Tor nach 3,05 Sekunden. Vorne mit dabei ist der Treffer aber allemal. der Nolan Ritchie zugeschrieben wird. Der Kanadier berührte die Scheibe zwar nicht, stand aber am Bullypunkt.

Das erste Spiel für den Goalie

Doppelt bitter für Pertuch, für den es der erste Einsatz im Trikot der Düsseldorfer ist. Der 21 Jahre alte Schlussmann wirkt auch in der Folge nicht wirklich sicher. Ganz übel für den jungen Schlussmann wird es Mitte des zweiten Drittels. Nach dem fünften Gegentor muss Pertuch für Niklas Lunemann weichen. „Natürlich muss man da versuchen, irgendwas zu machen. Mal geht es auf, mal nicht“, erklärt Gäste-Coach Harald Lange. Das zahlt sich aus. Nach 3:5-Rückstand drehen die Düsseldorfer das Spiel in der Overtime noch auf 6:5, Lunemann bleibt ohne Gegentor.

Die Männer vom Rhein wirken nach dem frühen Schlag geschockt, Bietigheim schnürt sie hinten ein, kommt aber nicht zum schnellen zweiten Tor. Stattdessen stabilisiert sich die DEG nach und nach, taucht nun auch immer wieder vor SCB-Schlussmann Felix Noack auf und prüft den 21-Jährigen. Bis zur 10. Minute ist der auch noch sicher zur Stelle, in Unterzahl kann der Keeper dann den Einschlag von Erik Bradfords Schuss aber auch nicht mehr verhindern.

Dugan egalisiert wieder

Drei Minuten vor der Drittelpause drehen die eiskalten Gäste die Partie. Corey Mackin fälscht einen harten Schuss von Goldhelm Carter Turnbull noch entscheidend ab und stellt auf 2:1. Die Führung hält allerdings nur 26 Sekunden lang an: Jack Dugan ist die Endstation einer blitzsauberen Kombination von Cole Fonstad und und David Cerny. So geht es mit 2:2 in die Kabine.

Durchgang zwei geht genauso weiter, wie der erste. Nach nur 36 Sekunden klingelt es sofort wieder. Dieses Mal sind die Gäste die Blitzstarter, Mackin ist auf und davon und bringt das Hartgummi zwischen kurzem Eck und Noack über die Linie. Die Gastgebern scheint das aber kaum zu tangieren, sie sind weiter hungrig und kommen zu guten Abschlüssen. Goldhelm Fonstad ist es in der 31. Minute, der mit einem lauten Knall für den lauten Jubel sorgt. In Überzahl schweißt der Kanadier den Puck mit Vollgas an die Unterkante der Latte zum 3:3.

Das Chaos findet hier aber noch lang kein Ende. Etwa zwei Minuten später überwindet Tim Schüle mit einem sauberen Handgelenkschuss Pertuch in den Winkel zum 4:3 und stellt die Partie auf den Kopf. Und damit nicht genug: Wieder liegen keine 40 Sekunden zwischen zwei Toren, Hallensprecher Andreas „Pucki“ Lausch hat noch nicht einmal den Torschützen des vierten Treffers durchsagen können. Dieses Mal findet ein Pass von Benjamin Zientek nach einem DEG-Scheibenverlust den komplett blanken Luca Franzese vor dem Netz. Der 20-Jährige bleibt vor Pertuch cool und erzielt das erste DEL2-Tor seiner Karriere – 5:3 (34.). „Nach dem 2:3 liebe ich unsere Antwort und die Offensive, die wir generieren“, lobt SCB-Coach Tim Kehler seine Schützlinge.

Lunemann hat viel zu tun

Eine Düsseldorfer Auszeit und einen Goalie-Wechsel später wird die Partie ruppiger. Tore bleiben – uncharakteristisch für die Partie – bis zur zweiten Drittelpause aber erst einmal aus. Im Schlussabschnitt klingelt es ausnahmsweise mal nicht innerhalb der ersten 60 Sekunden. Die Hausherren fokussieren sich auf eine stabilstehende Defensive rund um Noack, müssen aber gleich zwei Mal bei Abschlüssen von Bradford zittern, der nur um Zentimeter das Gehäuse verfehlt (44.). Lunemann auf der Gegenseite hat allerdings keineswegs einen ruhigen Arbeitstag. In Überzahl fliegt Abschluss nach Abschluss auf einen Kasten, die Steelers belohnen sich aber vorerst nicht mit dem sechsten Tor.

So bekommt die Sechs vom Niederrhein noch einmal Hoffnung, als Turnbull einen Abpraller von Noacks Schoner mit Leichtigkeit verwertet und den 4:5-Anschluss erzielt (49.). Nun in die Partie wieder komplett offen, ein Pfostenknaller und mehrere gefährliche Hereingaben bleiben bei den Gästen ungenutzt. Als dann aber Matthias Pischoff einen erneuten Lapsus von Noack ausnutzt, verstummt die Ege-Trans-Arena bis auf den mitgereisten Auswärtsblock. Der zweite nicht sicher gehaltene Puck des schwäbischen Schlussmanns sorgt für das 5:5 und Spannung in den letzten sieben Minuten.

Chancen bleiben ungenutzt

Die Dynamik der Partie steht nun komplett Kopf. Die Hausherren schwimmen nun mächtig. Düsseldorf hat Oberwasser und drückt auf den Siegtreffer. Beide Seiten gehen nun aber massiv auf dem Zahnfleisch, die intensive Partie hat Körner gekostet. So muss die Partie tatsächlich erst in der Overtime entschieden werden. Da haben Fonstad (61.), Ritchie (62.) und Schüle (63.) die Chance, zum Matchwinner zu werden, sie verzweifeln aber alle an Lunemann. So kommt es, wie es kommen muss. Nach einer unnötigen Strafe gegen den bereits komplett ausgelaugten Dugan kommt der Puck zu Ville Järveläinen, der den 6:5-Siegtreffer erzielt. 24 Sekunden sind da noch auf der Uhr bis zum Penaltyschießen gewesen. „Natürlich ist das ein sehr enttäuschendes Ende für uns“, resümiert Kehler nach der Partie.