Bietigheim Steelers
: Naud-Sechs zwei Mal eiskalt nach eigenem Tor erwischt

Die Steelers haben gegen den Tabellenführer am Ende keine Chance.
Von
Niklas Braiger
Bietigheim
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Spencer Berry und Fabjon Kuqi am Boden. Mal wieder verlieren die Bietigheim Steelers.

IMAGO/Peter Hartenfelser

Nach den beiden enttäuschenden Leistungen gegen die Lausitzer Füchse und den EC Bad Nauheim haben sich die Bietigheim Steelers am 31. Spieltag der Deutschen Eishockey Liga 2 gegen den Spitzenreiter wieder von ihrer besseren Seite präsentiert. Bei den Kassel Huskys reicht es zwar nicht für einen Sieg – die Ellentäler verlieren 2:4 – das Team von Daniel Naud zeigt aber wieder ihren Kampfgeist.

Insbesondere in der Anfangsphase präsentieren sich die Gäste mutig. „Wir hatten einen guten Start und kamen mit viel Tempo aus der Kabine“, erklärt Ex-Husky Ryan Moser in der ersten Drittelpause am Mikrofon bei sprade.tv. Beide Seiten spielen zu Beginn mit viel Zug zum Tor, die letzte Konsequenz in den Abschlüssen fehlt jedoch noch. „Das Spiel ist uns aus den Händen geglitten in den letzten zehn Minuten“, analysiert Moser. Olafr Schmidt im SCB-Netz zeichnet sich immer wieder gegen die Schüsse der Hausherren aus, meistens bedingt durch Fehler im eigenen Drittel.

Steelers geraten ins Schwimmen

In der 18. Minute ist es dann passiert: Yannik Valenti bekommt ein Zuspiel von Hans Detsch an der Bietigheimer blauen Linie, lässt mit einer Schusstäuschung Jack Doremus alt aussehen und legt den Puck dann an drei Spielern und Schmidt vorbei. Der Kassler Goldhelm sorgt somit für die verdiente Führung, denn von den Gästen kommt – wie bereits gegen Bad Nauheim – zu wenig. Die Pässe der Steelers sind zu ungenau, sie schaffen es kaum aus der eigenen Zone heraus, wodurch es Mitte des zweiten Abschnitts zum zweiten Mal klingelt: Andrew Bodnarchuk behauptet das Hartgummi in der SCB-Zone, stoppt kurz vor dem Tor in halbrechter Position ab und lädt ab. Der Versuch wird von Verteidiger Spencer Berry abgefälscht, rutscht Goalie Schmidt unter dem Arm und trudelt ins Netz (24.). „Ein bisschen unglücklich“, wie Naud nach der Partie in der Pressekonferenz sagt.

Weiterhin sind die Zuspiele des Absteigers zu ungenau. Ein Mittel dagegen: Einfach alleine aufs Tor gehen. Und mit genau diesem Beispiel geht Alexander Preibisch in der 32. Minute voran. Der Assistenzkapitän macht seinem Spitznamen „Speedy“ alle Ehre, bekommt einen langen Pass von Pascal Zerressen und sprintet mit Vollgas in Richtung Husky-Tor. Im Eins-gegen-eins bleibt er vor Keeper Philipp Maurer cool und zieht den Puck ins lange Eck zum 1:2-Anschlusstreffer. „Die Jungs haben nicht aufgegeben. Das 1:2 hat uns Energie gegeben“, erklärt Naud.

Schnelle Antwort der Hausherren

Dieses Tor dreht das Momentum zum Ende des zweiten Drittels. Die Körpersprache der Männer von Metter und Enz ist eine Selbstbewusstere, man spürt den Steelers Hoffnung an. Doch diese Hoffnung wird mit dem Beginn des letzten Abschnitts sofort zunichte gemacht: Nachgerade einmal 37 Sekunden – die SCB-Defensive befindet sich mit den Gedanken wohl noch in der Kabine – ist Ryan Olsen plötzlich komplett frei durch und lässt Schmidt keine Chance, 3:1.

Es entwickelt sich ein offensives Spektakel. Denn der SCB drängt weiter auf den Anschluss und gibt sich nicht auf, was den Schlittenhunden Räume freimacht und Chancen zum Konter gibt. „Wir haben weiter mit Leidenschaft gespielt und sind wieder rangekommen“, sagt Naud, denn Doremus nagelt einen Schuss eineinhalb Minuten vor Schluss schlitzohrig ins kurze Eck zum 2:3. Doch erneut ist die Euphorie der mitgereisten Gästefans schnell gedämpft: Denn 41 Sekunden vor Schluss – Schmidt ist erneut vom Eis – prallt ein langer Schlag von der Bande ins Feld zurück, Valenti spritzt hinterher und schiebt aus wenigen Metern zum 4:2-Endstand ins leere Tor ein.

Damit nimmt das Team aus dem Enztal die rote Laterne auch mit ins neue Jahr, denn auch mit einem eventuellen Sieg am 30. Dezember gegen Regensburg (19.30, Ege-Trans-Arena) könnte der SCB nicht weiterklettern.

Niklas Braiger