Bietigheim Steelers
: Naud-Sechs zum ersten Mal ohne Gegentor

Nach der 1:4-Schlappe im Hinspiel am vergangenen Sonntag schafft es der SCB, sich gegen Crimmitschau durchzusetzen. Beim 3:0-Erfolg glänzt das gesamte Team durch die Bank weg.
Von
Niklas Braiger
Bietigheim
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Jackson Cressey (links) bekommt immer wieder einen Stock zwischen die Schläger der Hausherren um Dominic Walsh. Der Stürmer des SCB legt zwei Tore beim 3:0-Sieg auf.

/IMAGO/Mario Jahn

Die schlechteste Defensive der Zweiten Deutschen Eishockey Liga bleibt das erste Mal in der Saison ohne Gegentor. Die Bietigheim Steelers zerlegen in fremder Halle am 27. Spieltag die Eispiraten Crimmitschau mit 3:0 und gibt damit am Freitagabend die rote Laterne ab. Im direkten Rückspiel erhält wieder Goalie Olafr Schmidt von Trainer Daniel Naud den Vorzug vor Leon Doubrawa erhält und ist Garant für die drei Punkte.

Beide Seiten können im Rückspiel wieder auf Kräfte zurückgreifen, die ihnen im ersten Aufeinandertreffen noch nicht zur Verfügung standen: Guillaume Naud und Ryker Killins sind aufseiten der Steelers wieder fit, Henri Kanninen und Vincent Saponari für den EPC.

Die vor dem Spiel von vielen gewünschte Reaktion lässt nicht lange auf sich warten. Nach nur 23 Sekunden ist es Dominik Lascheit, der die mitgereisten Gästefans jubeln lässt. Die Eispiraten, gedanklich wohl noch in der Kabine, geben leichtfertig an der eigenen blauen Linie den Puck her, über Jackson Cressey und Lewis Zerter-Gossage landet das Spielgerät beim Linksschützen, der vor dem gegnerischen Netz cool bleibt und einschiebt.

Bietigheimer hauen sich in jeden Zweikampf rein

Von den Steelers-Supportern wurde beim Fan-Talk noch gefordert, dass sich die Männer auf dem Eis zu wenig reinhauen würden. Genau das Gegenteil ist beim Spiel in Sachsen zu sehen: Die Enztäler hauen sich in jeden Zweikampf, gehen selbstbewusst zur Scheibe und stören früh. Der SCB steht defensiv stabil, zwar zünden die Hausherren zwischenzeitlich ein wahres Dauerfeuer, das Magazin der EPC ist aber nur mit Platzpatronen gefüllt: Schaden richtet es nicht an.

Allerdings lassen die Gastgeber nach der frühen Unachtsamkeit auch kaum mehr etwas zu. SCB-Kapitän Pascal Zerressen prognostiziert in der Drittelpause: „Offensivchancen werden wir genug kriegen, wenn wir hinten gut stehen.“

Und damit sollte er recht behalten: Anfang des zweiten Drittels wird das Spiel ungemütlich. Erst stellen die Unparteiischen Dennis Dietmann nach einem Halten vom Eis, in der 25. Minute wird Max Balinson dann auf der Gegenseite frühzeitig Duschen geschickt. Der Torschütze vom vergangenen Sonntag verpasst SCB-Goldhelm Jack Doremus einen üblen Check gegen den Kopf. Die Schiedsrichter ahnden das mit einer großen Strafe plus Spieldauerdisziplinarstrafe. Doremus wird im Nachgang bei jeder Aktion gnadenlos von den EPC-Anhängern ausgepfiffen.

2:0 in Überzahl

Im folgenden Powerplay erhöhen die Steelers dann in Form von Cole MacDonald. Nach einigen Passstafetten wird der Verteidiger an der blauen Linie erneut von Cressey bedient, steht frei und zirkelt die Scheibe an Freund und Feind vorbei ins Netz. EPC-Goalie Christian Schneider, der im Hinspiel noch überragend pariert hatte, ist machtlos.

Im Rückspiel ist es der Goalie auf der Gegenseite, der sich immer wieder auszeichnet. Schmidt pariert Mitte des zweiten Durchgang gleich doppelt überragend, erst nach einem Puckverlust von Dietmann gegen Colin Smith und dann macht sich der Deutsch-Kanadier im eins-gegen-eins gegen Dominic Walsh groß. Das gesamte Spiel hinweg bleibt der Keeper die Lebensversicherung des SCB.

Im letzten Abschnitt machen die Gäste dann den Deckel drauf. Gregory Kreutzer verliert das Hartgummi, sodass Fabjon Kuqi und Alexander Preibisch frei auf Schneider zu gehen und diesen ausspielen (47.). Aber weiterhin ist es nicht die Offensive, sondern die Abwehr, die für die Steelers glänzt. Schmidt und seine Vordermänner lassen wenige brenzlige Gelegenheiten zu, wenn sich doch eine Möglichkeit ergibt, ist der Goalie stets zur Stelle und entschärft sicher.

Schmidt bleibt makellos, egal was der EPC macht

Selbst, als Gästetrainer Jussi Tuores Torhüter Schneider vom Eis nimmt, bekommen die Eispiraten nicht genug Zug zum Tor. Nach dem Abpfiff bildet sich um Schmidt eine Jubeltraube, auch seine Teamkameraden wissen: Diesen Sieg haben sie zu einem großen Teil dem 28-Jährigen zu verdanken.

Mit diesem Sieg überholen die Bietigheim Steelers den EHC Freiburg und kämpft sich wieder an die Pre-Playoff-Plätze heran. „Vor allem Defensiv standen wir heute sehr gut. Wir waren heute von Anfang an viel spritziger da. Heute hatten wir auch vielleicht ein bisschen das nötige Glück, das uns am Sonntag gefehlt hat“, erklärt Ersatz-Keeper Doubrawa nach dem Spiel am Mikro bei Sprade TV.

Naud zeigt sich nach dem Spiel glücklich: „Ich freu mich. Ich glaube das erste Drittel war sehr gut von uns, in allen Reihen. Ich habe gesagt, das letzte Spiel zu Hause war kein 4:1-Spiel und heute ist es kein 3:0-Spiel. Olafr hat heute sehr gut gehalten. Was gut ist, dass wir heute nicht aufgehört haben zu spielen.“