Bietigheim Steelers: Keine Punkte zum 30. Geburtstag von Guillaume Naud

Trotz einer starken Leistung verlor Geburtstagskind Guillaume Naud (links) am Freitag mit den Steelers in Wolfsburg.
Michael RufflerAusgerechnet der runde 30. Geburtstag wird Guillaume Naud als eine traurige Angelegenheit im Gedächtnis bleiben. Der Verteidiger trat mit den Bietigheim Steelers am Freitagabend bei den Grizzlys Wolfsburg an – und kassierte mit seinem Team in der DEL eine bittere 1:3-Niederlage. Die nächtliche Rückfahrt ins Schwabenland dürfte ohne den erhofften Sieg im Gepäck nicht gerade feucht-fröhlich gewesen sein. Ob er dennoch eine Runde ausgeben werde, verriet Naud im Interview bei Magenta Sport aber nicht: „Das bleibt im Bus.“
Dass der nun 30-Jährige zu seinem Wiegenfest ein starkes Spiel gemacht hatte, war für ihn letztlich nur ein schwacher Trost, ebenso die starke Bietigheimer Vorstellung bei einem Playoffkandidaten. Denn letztlich zählen im Sport eben die nackten Resultate – und die stimmen aus Steelers-Sicht weiterhin nicht. Auch unter Interimstrainer Fabian Dahlem blieb bisher die Wende aus. Seit dem Rauswurf von Aufstiegscoach Daniel Naud vor einer Woche ist der Abstiegskandidat zweimal auswärts leer ausgegangen. Dem blutleeren Auftritt in Nürnberg (1:4) folgte am Freitagabend in Wolfsburg freilich eine deutliche Leistungssteigerung. „Die Jungs waren heute bereit, zu kämpfen. Wir sind hierhergekommen, um drei Punkte zu holen. Leider hat es nicht gereicht“, bilanzierte Guillaume Naud.
Unglückliche Gegentore
Im Auftaktdrittel war es wie so oft: Die Steelers spielten ordentlich mit und lagen trotzdem wieder mit zwei Toren hinten. Dass die Gegentreffer unglücklich zustande kamen, passte ins Bild. Beim Wolfsburger 1:0 wehrte Sami Aittokallio einen Schuss von Björn Krupp ab; Robert Kneisler hielt den Nachschuss von Jean-Christophe Beaudin noch mit dem Schläger auf. Im zweiten Versuch war der Kanadier aber erfolgreich – der Puck flutschte durch Aittokallios Schoner hindurch (14.). Das 0:2, das bei Bietigheimer Unterzahl fiel, ging auf die Kappe des finnischen Goalies. Sein missglückter Klärungsversuch traf das Bein von Grizzlys-Center Dustin Jeffrey. Darren Archibald legte auf Verdacht einfach mal zurück – und der im Hinterhalt lauernde Trevor Mingoia besorgte den Rest (20.).
Das Mitteldrittel dominierten die Schwaben vor den nur 2111 Zuschauern in der Eisarena Wolfsburg. Das 1:2-Anschlusstor gelang dem wie entfesselt aufspielenden Teemu Lepaus. Der finnische Stürmer behielt nach einem Foul an C.J. Stretch die Ruhe, ließ Nationalkeeper Dustin Strahlmeier ins Leere springen und schoss die Scheibe ins verwaiste Gehäuse – Lepaus’ bereits achter Saisontreffer (29.). In Unterzahl hatte kurz vor der Pause Alexander Preibisch Pech, dass er bei einem Konter nur das Außennetz traf.
Nachdem Grizzlys-Torjäger Archibald mit dem zweiten Wolfsburger Powerplay-Tor auf 3:1 erhöht hatte (50.), spielte der Außenseiter alles oder nichts. Bereits in der viertletzten Minute nahm Dahlem Schlussmann Aittokallio vom Eis, doch das Risiko wurde nicht belohnt. Die Steelers standen am Ende einmal mehr ohne Zählbares da. Mangelnde Cleverness und die schwache Unterzahl hatten sie um den verdienten Lohn gebracht. „Mit den Strafen haben wir uns selbst in den Fuß geschossen“, klagte Naud.
In der Summe hat der SCB nun die vergangenen fünf Partien alle verloren. Am Sonntag (14 Uhr) hat die Mannschaft aus dem Ellental im Heimspiel gegen die siebtplatzierten Fischtown Pinguins aus Bremerhaven die nächste Chance, ihre Talfahrt zu beenden. Und vielleicht wird dann ja in der Kabine Guillaume Nauds 30. Geburtstag noch mal nachgefeiert – ein passendes Ergebnis vorausgesetzt. Andreas Eberle