Bietigheim Steelers
: Enztäler siegen dank Tor aus dem Kuriositätenkabinett

Im ersten Drittel plätschert die Partie vor sich hin, ehe im zweiten Abschnitt alles ganz schnell geht. Herausragend war beim 4:1-Erfolg die Leistung von Goalie Olafr Schmidt.
Von
Niklas Braiger
Bietigheim
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Spencer Berry (links) sorgte mit dem zwischenzeitlichen 3:0, was gleichzeitig sein erstes Tor in seiner aktiven Karriere bedeutete, für die Vorentscheidung.

Ralf Poller/Avanti

Noch bis vor wenigen Jahren gab es zwischen den Selber Wölfen und den Bietigheim Steelers eine Kooperation. Davon war am Freitag am 20. Spieltag der Deutschen Eishockey Liga 2 (DEL2) allerdings nur noch wenig zu sehen. In der harten und teils hitzigen Begegnung behielten die Gäste aus dem Ländle jedoch die Oberhand und setzten sich mit 4:1 durch. Großen Anteil am Sieg hatte allen voran SCB-Keeper Olafr Schmidt, der die Wölfe Mal um Mal zum Verzweifeln brachte. Durch diesen Sieg bleiben die Steelers auch im sechsten Spiel in Folge ungeschlagen und geben somit endlich die rote Laterne an die Eisbären aus Regensburg ab und haben sich an die Play-off-Plätze herangearbeitet.

Vom großen Feuerwerk war im ersten Abschnitt noch wenig zu sehen. In einem Highlight-armen Drittel zeichneten sich die Torhüter auf beiden Seiten aus. Schmidt beim SCB und sein Pendant Michel Weidekamp nahmen ein ums andere Mal die Versuche der Angreifer weg. Selb startete zwar mit einem hohen Pressing und drängte die Enztäler ins eigene Drittel, aber ohne zwingenden Zug zum Tor. Auf der Gegenseite blieb eine Überzahl der Steelers ungenutzt, Daniel Schwamberger musste nach einem Bandencheck für zwei Minuten abkühlen.

SCB mit Dreifachschlag

Im zweiten Drittel dann ein ähnliches Bild, nur besticht der SCB hier mit Effizienz. Die Wölfe gaben weiterhin den Ton an, schossen 18 Mal auf den Kasten von Schmidt, aber die Tore fielen erstmal auf der Gegenseite. Fabjon Kuqi sagte in der Pause am Mikrofon bei sprade.tv noch: „Wenn wir die Schüsse verwerten, dann gehen wir in Führung.“ Und damit sollte er Recht behalten. Mitten in eine Drangphase der Hausherren – in der Schmidt im Konter erneut überragend parierte – war es Brett Welychka, der den Puck eroberte und das Spielgerät gnadenlos im rechten oberen Eck an Weidekamp vorbei einnetzte.

Exakt drei Minuten später stand es nach kurzer Verwirrung 2:0 für den SCB. Einen Schuss von Jackson Cressey blockte Weidekamp erst mit der Schulter, der Goalie verlor dann allerdings die Orientierung, wo der Puck gelandet war. Was er nicht wusste: Die Scheibe klemmte zwischen seinem Schoner, dem Pfosten und dem Stock. Als sich der 25-Jährige vom Pfosten wegbewegte, rutschte der Puck über die Linie.

Und die Gäste erhöhten Momente später direkt wieder, als Fabjon Kuqi mit seinem vierten Assist im dritten Spiel die Scheibe sicherte, auf Spencer Berry zurücklegte und der mit einem Hammer seinen ersten Treffer bei den Profis markierte. Wölfe-Coach Sergey Waßmiller reagierte, brachte mit Michael Bitzer einen neuen Keeper und der zeichnete sich sofort mit einigen starken Paraden aus. Auf der Gegenseite blieb auch Schmidt weiterhin unüberwindbar, zum Frust der Gastgeber: Mitte des zweiten Drittels wurde es ruppiger, Selb-Topscorer Jordan Knackstedt geriet mit Cressey aneinander. Allerdings brachte Jack Doremus mit einer Strafe wegen Beinstellens die Steelers in Unterzahl. Das Power-Play nutzten die Bayern prompt, Mark McNeill war es, der in der 32. Minute nach einem Schuss von Peter Trska vor Schmidt stand, den Schuss blockte und selbst zum Anschlusstreffer einnetzte.

Abwehr von Trainer gewürdigt

Aus der letzten Drittelpause des Matches kamen die Wölfe erneut stärker, doch der Deutsch-Kanadier im Tor der Bietigheimer und seine Vorderleute blieben unbeeindruckt. Das dritte Drittel glich über weite Strecken dem ersten, nur mit dem Unterschied, dass die Steelers gut fünf Minuten vor Ende endgültig den Deckel auf die Partie machten. Eine eins-gegen-eins-Situation verwertete Jack Doremus schon fast selbstverständlich. Mit dem ersten Schussversuch blieb der Topscorer noch am starken Bitzer hängen, der Abpraller landete allerdings direkt wieder vor seinem Stock. Eine Schlussoffensive der Gastgeber blieb aus, die Steelers beeindrucken mit ihrer Abwehr-Leistung, was auch Trainer Daniel Naud nach dem Spiel anerkannte. „Wir haben defensiv gut gespielt und nichts hergegeben. Es war wichtig, nicht ein Tor zu kassieren und in Rückstand zu geraten.“