Bietigheim Steelers
: Dahlem hofft, mit Gesprächen die Baustellen behoben zu haben

Haben sich die Steelers so gefangen, dass sie wieder erfolgreich sind? Das ist die Frage vor den DEL-Duellen in Wolfsburg und gegen Bremerhaven.
Von
Michael Nachreiner
Bietigheim
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Fabian Dahlem war in dieser Woche auch als Psychologe gefragt. Dennoch ist der Interimstrainer der Steelers zuversichtlich, dass Bietigheim am Wochenende Punkte holt. „Ich bin überzeugt von der Moral der Jungs. Sie wollen erfolgreich sein“, sagt er.

dpa/Daniel Karmann

In die Köpfe müsse er – das hatte Fabian Dahlem nach dem 1:4 der Bietigheim Steelers bei den Ice Tigers Nürnberg gesagt. Ob es ihm gelungen ist, will der Interimstrainer des Schlusslichts der Deutschen Eishockey Liga (DEL) vor den Duellen bei den Grizzlys Wolfsburg an diesem Freitag (19.30 Uhr) und gegen die Pinguins Bremerhaven am Sonntag (14 Uhr) in der Ege-Trans-Arena nicht beurteilen. „Wir haben viel miteinander gesprochen. Ich habe ein Feedback gegeben, was jeder besser machen oder wie jeder erfolgreich sein kann“, erklärt der 56-Jährige. „Viel lief in Vier-Augen-Gesprächen, aber es fanden auch Mannschaftsgespräche in verschiedenen Formen statt.“

 Letzteres sei vor allem auch wichtig, um individuelle Fehler abzustellen. Denn zum einen sei es nicht immer nur ein Spieler, dem diese unterliefen. Zum andern gebe es verschiedene Sichtweisen. „Da ist die Wahrnehmung von der Bank. Dann gibt es die Fernsehkameras. Und zu guter Letzt hat auch jeder Spieler sein eigenes Empfinden“, berichtet Dahlem. „Um Fehler abzustellen muss erst mal die Frage beantwortet sein, warum der Spieler diese Entscheidung und nicht eine andere getroffen hat.“

Die größte Baustelle bei den Steelers ist dabei die, die auch schon der am vergangenen Samstag von seinem Traineramt freigestellte Daniel Naud bemängelte. „Wir gehen nicht hart genug zum Tor, sondern spielen viel außen herum“, erklärt Dahlem. „In der Red Zone, dem Bereich direkt vor dem Tor, tut es zwar weh. Aber da fallen die meisten Tore – vor allem auch die dreckigen.“

Seiner Meinung nach sei es nur eine Charakterfrage, ob ein Spieler in die Red Zone geht. Dahlem: „Es gibt zwar Spieler, die gehen grundsätzlich dorthin, wo es wehtut.“ Das liege diesen praktisch in der DNS. „Ich bin jedoch überzeugt, dass jeder Spieler das kann, wenn er will. Denn wenn man erfolgreich sein will, muss man einen Preis zahlen“, ergänzt der gebürtige Rosenheimer.

Das Gleiche gelte für die Defensive. „Wir haben mit Sami Aittokallio einen guten Goalie, der uns die Möglichkeit gibt, den ersten Schuss zu klären. Das machen wir eigentlich auch ganz gut. Doch in der einen oder anderen Situation müssen wir härter beim Rebound arbeiten. Und manchmal können wir nicht direkt einen Angriff einleiten, sondern müssen die Scheibe so platzieren, dass wir gleich wieder gut ins Gegenpressing kommen“, sagt Dahlem.

Wie gut das seine Mannschaft umsetzen wird? Die Antwort liegt auf dem Eis. Aber die Steelers haben mit dem Tabellenfünften Wolfsburg und dem -vierten Bremerhaven zwei dicke Brocken vor der Brust. „Beide Teams gehören nicht zu unseren Lieblingsgegnern“, ist sich Dahlem bewusst. In fünf DEL-Duellen blieb Bietigheim seit der Rückkehr ins deutsche Eishockey-Oberhaus gegen die Grizzlys ohne Punkt. „Die Wolfsburger agieren diszipliniert in allen Zonen, sind gut organisiert und haben ein ausbalanciertes Team mit Spitzenpersonal“, analysiert der Steelers-Trainer.

Und gegen Bremerhaven setzte es mit 3:10 eine der höchsten DEL-Niederlagen – wenn auch auswärts. „Die Pinguins sind für jeden Gegner schwer zu bespielen. Sie haben ein talentiertes und offensiv ausgerichtetes Personal. Sie attackieren zum Beispiel mit vier Spielern“, weiß Dahlem und fügt hinzu: „In beiden Spielen müssen wir die gesamten 60 Minuten auf der Hut sein und an unserem Game Plan festhalten. Dazu müssen wir eine Balance finden zwischen aggressivem Attackieren und Geduld im Angriff.“