Bietigheim Steelers: Blitzstart bringt den ersten Auswärtssieg

Nach gerade einmal etwas mehr als drei Minuten erzielt Marek Racuk (vorne Mitte) das frühe 1:0 gegen die Memmingen Indians und legt den Grundstein für den Auswärtssieg.
Julia Rahn/BaumannDas sieht man im Eishockey auch nicht alle Tage. Nach nur fünf Minuten verlässt Michael Bitzer, der Goalie des ECDC Memmingen, das Tor. Nicht aufgrund einer Verletzung, sondern weil die Indians zu diesem Zeitpunkt bereits mit 0:2 gegen die Bietigheim Steelers zurückliegen. Der SCB startet brillant in das Auswärtsspiel beim Schwaben-Derby und gewinnt dadurch am Ende mit 5:2 und holt endlich die ersten Auswärtspunkte. „Ich habe gespürt, dass unsere Jungs vom Start entschlossen waren, den Sieg zu holen“, lobt auch Steelers-Coach Tim Kehler seine Schützlinge.
Racuk schockt die Heim-Fans
Die sind direkt hellwach und nutzen entgegen dem Trend das erste Powerplay prompt aus. Nach 190 Sekunden ist es dann Marek Racuk, der im Zentrum den Puck bekommt, das Spielgerät gut behauptet und aus der Drehung eiskalt ins lange obere Kreuzeck vollstreckt. Etwas mehr als eine Minute später klingelt es schon wieder hinter ECDC-Goalie Bitzer, der einen scheinbar ungefährlichen, wenngleich verdeckten Flachschuss von Mathias Pape unter dem Schoner hindurch passieren lässt.
Nach dem frühen 2:0 für die Gäste ist Bitzers Arbeitstag frühzeitig beendet, Memmingens Coach Daniel Huhn bringt Justus Roth auf das Eis. Und sofort klingelt es auf der Gegenseite, auch wenn der 21-Jährige seinen Schläger nicht im Spiel hat. Stattdessen profitiert Jamal Watson, der zu Beginn noch die Strafe verschuldete, davon, dass der SCB die Scheibe nicht aus der eigenen Zone bekommt und dann eiskalt einnetzt (8.).
Ruhephasen gibt es keine, beide Seiten spielen mit Vollgas nach vorne, scheitern aber selbst mit hundertprozentigen Chancen an Roth oder seinem Gegenüber Felix Noack. So fehlen dem Spiel im ersten Abschnitt nur weitere Tore, auf die die 2143 Zuschauer am Hühnerberg im bayrischen Schwaben bis zur 24. Minute warten müssen. Da schlagen die Indians selbst in Überzahl zu, Marvin Schmid macht es hinter Noacks Netz klasse und bedient Felix Brassard, der Noack überwindet. Bitter für den SCB, der in Unterzahl beinahe noch auf 3:1 hätte stellen können, aber mal wieder am Schlussmann scheitert.
Der SCB ist wieder vorne
Davon lassen sich die Gäste aber nicht beeindrucken. Die Steelers und auch Memmingen spielen mutig nach vorne und zwingen Noack und Roth zu Glanztaten. Erst zweieinhalb Minuten vor der zweiten Drittelpause knacken die Ellentäler das Schloss. Tim Benders Schuss von der blauen Linie fälscht Nolan Ritchie geistesgegenwärtig über Roths Fanghand in die Maschen hinein ab zur erneuten Führung – 3:2.
Dieses Momentum nehmen die Männer von der Enz mit in den Schlussabschnitt. Wieder ist es Ritchie, der für Jubel bei den Grün-Weiß-Blauen und den mitgereisten Fans sorgt. Eine Viertelstunde vor Schluss ist er auf und davon und hat Glück, dass sein Schuss den Weg durch Roths Hosenträger hindurch findet und über die Linie rutscht. Memmingen gibt sich jedoch nicht auf und feuert phasenweise eine Schuss-Barrage auf Noack ab, der trotz seiner erst 21 Jahre enorm routiniert agiert.
Auf der Gegenseite setzen die Gastgeber alles auf eine Karte, nehmen Roth dreieinhalb Minuten vor Schluss vom Eis, was aber direkt nach hinten losgeht. Justin Büsing profitiert nach einem schnellen Scheibengewinn vom leeren Kasten und sorgt per Rückhandschuss für die Entscheidung, den 5:2-Endstand und die ersten Auswärtspunkte.
