Bietigheim schlägt Empor Rostock
: SG BBM zittert sich zum Sieg

Nach zwei Pleiten in Serie rettet der Zweitligist SG BBM Bietigheim gegen Aufsteiger Empor Rostock einen 26:24-Sieg ins Ziel.
Von
Sebastian Klaus
Bietigheim
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Bietigheims Kreisläufer Nils Boschen wusste gegen Empor Rostock zu überzeugen. Der 28-Jährige steuerte fünf Treffer zum umkämpften Heimsieg bei.⇥

Marco Wolf

Gastgeschenke nehmen auch die Spieler und Verantwortlichen des Zweitligisten SG BBM Bietigheim gerne an. Und davon verteilten die Gäste von Empor Rostock am Samstagabend bei der Rückkehr der Spielgemeinschaft in die EgeTrans-Arena massig. Vor allem dank der Fehler des Aufsteigers in den letzten Minuten der Partie setzten sich die Hausherren am Ende mit 26:24 durch und feierten so nach zwei Niederlagen in Folge wieder einen Sieg.

Dabei hatte es lange noch so ausgesehen, als würde sich die Sieben von Trainer Iker Romero insgesamt weniger Gegentreffer fangen als die Bietigheim Steelers am Vortag an gleicher Stelle. Da hatte der Eishockey-Erstligist gegen Topteam München eine herbe 1:9-Packung einstecken müssen. Nach sage und schreibe 15 Minuten erzielte Philipp Asmussen erst den zweiten Treffer für die Gäste aus dem Spiel heraus zum 3:6 aus Sicht der Rostocker. Zuvor hatte Nick Witte noch einen Strafwurf für Rostock verwandelt.

Bietigheim stand hinten kompakt, profitierte allerdings – Stichwort Gastgeschenke – auch von der großen Abschlussschwäche des Aufsteigers, der zahlreiche gute Einschussmöglichkeiten liegen ließ. Zudem wirkte das Team von Coach Till Wiechers ohne seinen verletzten Spielmacher und Toptorjäger Robin Breitenfeldt im Angriff zunächst auch etwas einfallslos.

Mit einem Doppelpack ins leere Tor in der 26. Minute stellte der starke Kreisläufer Nils Boschen, der über große Teile des Spiels den Vorzug vor Jonathan Fischer bekommen hatte, auf 12:6. Drei Minuten vor der Pause hatte Sven Weßeling gar die Chance, die SG auf sieben Tore in Front zu bringen, doch der zuletzt glücklose Rückraum-Shooter scheiterte vom Siebenmeterstrich. Stattdessen wachten plötzlich die Gäste auf und kamen trotz Unterzahl noch bis zur Halbzeit auf drei Tore heran (12:9).

Zunächst alles im Griff

Im zweiten Durchgang sah es zunächst nicht danach aus, als würde sich die kurze mentale Auszeit der Bietigheimer rächen, denn die SG zog schnell auf 16:10 davon. Doch auch wenn Rostock sich in der Folge immer wieder durch Zeitstrafen selbst schwächte, pirschten sich die immer stärker werdenden Gäste langsam, aber sicher wieder heran. Der SG fehlte es im Angriffsspiel an Mut, Ideen und Tempo – und an leichten Toren aus dem Rückraum. Nach 49. Minuten stellte Jesper Schmidt den Ausgleich her. Beim Stand von 22:22 folgte dann das Fehlerfestival der Wiechers-Sieben. Zunächst rutschte Tim Völzke fünf Minuten vor Schluss im Angriff weg. Den Tempogegenstoß verwertete Juan de la Pena zum 23:22. Einen Fehlpass im nächsten Rostocker Angriff fing dann Christian Schäfer ab und stellte auf 24:22.

Als danach auch noch Richard Lössner bei einem Konter frei vor Konstantin Poltrum eine Hundertprozentige liegen ließ, sah die Spielgemeinschaft bereits wie der sichere Sieger aus, doch Christian Wilhelm und Schmidt glichen eine gute Minute vor dem Ende tatsächlich noch einmal aus (24:24). 39 Sekunden vor der Schlusssirene tanzte Paco Barthe seine Gegenspieler aus und netzte zum 25:24 ein. Den Schlusspunkt von Poltrum ins leere Tor mit der finalen Sirene bekam Gästecoach Wiechers schon gar nicht mehr mit. „Ich bin stolz auf die Mannschaft, wie sie wieder einmal einen Sechs-Tore-Rückstand aufgeholt hat. In den letzten zehn Minuten ist es sehr unglücklich für uns gelaufen. Das hätte da auch anders ausgehen können“, sagte der Rostocker nach der Partie. Doch auch Iker Romero verteilte Komplimente an sein Team: „Gegen Dormagen und Emsdetten hatte ich die richtige Körpersprache und Einstellung vermisst. Die war heute da und die ist die Grundlage. Deshalb bin ich ganz stolz, wie die Mannschaft gekämpft hat.“