Bietigheim-Bissingen: Volles Haus beim Wärme-Thema

Wie kann es gelingen weg von fossilen Energieträgern beim Heizen zu kommen? Diese und andere Fragen zur Wärmeplanung wurden am Mittwochabend im Bietigheimer Kronenzentrum behandelt.
/Martin KalbRund 400 Bürgerinnen und Bürger haben am Mittwochabend am Gespräch zur Kommunalen Wärmeplanung teilgenommen. Die Stadt hatte zu einem Austausch mit Vertretern der Stadtwerke und Energieexperten geladen.
Die Abkehr von Öl- und Gasheizungen wird auch in Bietigheim-Bissingen erhebliche Anstrengungen der Gebäudebesitzer, der Stadtverwaltung und der Stadtwerke Bietigheim-Bissingen erfordern. Um den Prozess für alle bestmöglich zu steuern, ist die Stadt verpflichtet, eine strategische Planung, die „Kommunale Wärmeplanung“ zu erstellen. Seit einiger Zeit bereitet das Ingenieurbüro EGS-Plan aus Stuttgart die Planung vor. Die Untersuchungsergebnisse wurden nun gemeinsam mit Stadt, Stadtwerken und der Ludwigsburger Energieagentur LEA vorgestellt.
Die Experten erläuterten die aktuelle Situation in der Stadt: Von den 17 749 Gebäuden gibt es 9789 Gebäude mit Wärmebedarf. Der Endenergiebedarf bei der Wärme betrug laut Erhebung im Jahr 2019 rund 448 Gigawattstunden pro Jahr (Gwh/a), der Hauptanteil entfiel dabei mit über 250 Gwh/a auf den Bereich Wohnnutzung. Diesen standen laut Experten 89 000 Tonnen Treibhausgasemissionen pro Jahr gegenüber.
Großteil Fossile Energieträger
Der Anteil an CO2-Emissionen wurde zu 76 Prozent (341 Gwh/a) durch Erdgas verursacht. Der Anteil von Heizöl-Anlagen an den Treibhausgasemission betrug laut Erhebung (siehe Infokasten) 14 Prozent (61 Gwh/a).
Laut den Experten sei eine Steigerung der Energieeffizienz ebenso notwendig wie die Nutzung lokal verorteter erneuerbarer Energien (Flusswasser, Solarthermie, Abwärme aus Industrie und Gewerbe, Abwasser, Biomasse, Außenluft, Geothermie-Sonden, Geothermie-Kollektoren und Grundwasser).
Größte Potenziale bescheinigen die Experten dabei der zentralen und dezentralen Solarthermie. Aber auch für die Wärmegewinnung aus Abwasser, Flusswasser und Geothermie sehen die Experten größeres Potenzial im Stadtgebiet.