Bietigheim-Bissingen/Tamm
: Über Erweiterung wird 2027 diskutiert

Viele Gewerbegebiete werden von mehreren Kommunen gemeinsam in Zweckverbänden entwickelt. Die BZ stellt in einer Serie einige davon vor.
Von
Uwe Mollenkopf
Bietigheim-Bissingen
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Das Gewerbegebiet Laiern aus der Luft. Vorne die Firma Porsche.

Martin Kalb

In alten Karten ist der Laiern noch als Wald eingezeichnet. Davon ist heute nichts mehr übrig geblieben, denn bereits 1988 begann die Entwicklung des Gebiets zum Gewerbegebiet. Dass Bietigheim-Bissingen und Tamm dazu einen Zweckverband gründeten, begründet dessen Vorsitzender, der Tammer Bürgermeister Martin Bernhard, so: „Die gemeinsame Entwicklung des Gewerbegebiets durch die Städte Bietigheim-Bissingen und Tamm ermöglicht es, die gewerbliche Entwicklung über Gemeindegrenzen hinweg abgestimmt voranzubringen, vorhandene Potenziale gemeinsam zu nutzen und die mit der Gewerbegebietsentwicklung verbundenen Aufgaben und Herausforderungen interkommunal zu gestalten.“

Flächen vollständig verkauft

Nachdem man mit zwölf Hektar Fläche gestartet war, umfasst das Verbandsgebiet Laiern mittlerweile rund 27 Hektar. Davon entfallen etwa 22 Hektar auf gewerblich nutzbare Nettobauflächen.

Laut Martin Bernhard lag im Jahr 2025 ein Schwerpunkt der Arbeit des Zweckverbands auf der kontinuierlichen Betreuung der im Verbandsgebiet ansässigen Unternehmen sowie auf der Abstimmung mit diesen. Darüber hinaus wurden weitere Entwicklungsschritte vorbereitet.

In den Jahren 2025 und 2026 habe zudem die weitere Vermarktung der noch verfügbaren Gewerbeflächen im Vordergrund gestanden. Die im Eigentum der beiden Kommunen befindlichen Flächen wurden im Laufe des Jahres 2026 vollständig veräußert.

Eine mögliche Erweiterung des Zweckverbandsgebiets wird bereits seit mehreren Jahren diskutiert. Im Jahr 2015 war eine solche in Richtung Bissingen jedoch zwei Mal im Gemeinderat von Bietigheim-Bissingen abgeschmettert worden. Ein wichtiger Punkt dabei war auch die Frage des zunehmenden Verkehrs. Laut dem Verbandsvorsitzenden Martin Bernhard sollen dazu nun im Jahr 2027 weitere Beratungen stattfinden und Entscheidungen getroffen werden. „Erste vorbereitende Gespräche haben hierzu bereits stattgefunden“, sagt Bernhard.

Ein wesentlicher Vorteil für die Zweckverbandskommunen liegt in den Einnahmen aus dem Gewerbegebiet. Beim Zweckverband Laiern erfolgt zwar keine Ausschüttung mehr, es fallen aber Erträgen aus der Gewerbesteuer an, welche die 24 Firmen im Zweckverbandsgebiet zahlen, berichtet Anette Hochmuth, die Sprecherin der Stadt Bietigheim-Bissingen. Diese Erträge teilen sich die beiden Kommunen.

Das funktioniert so, dass die Gewerbesteuer an die Kommune gezahlt wird, zu der der jeweilige Markungsanteil gehört. In Tamm beträgt der aktuelle Hebesatz 395 Prozent, in Bietigheim-Bissingen derzeit 375 Prozent (eine Anhebung auf 395 Prozent ist am Montag Thema im Gemeinderat).

Erträge werden geteilt

Da der größere Teil der Fläche im Gewerbegebiet Laiern zu Tamm gehört, fließt dort auch der größere Teil Gewerbesteuer hin – Bietigheim-Bissingen hat laut Hochmuth nur einen kleinen Ertrag. Aufgrund der vereinbarten Teilung der Erträge zahlte Tamm im Jahr 2025 die Hälfte seiner Einnahmen aus der Gewerbesteuer in dem Gewerbegebiet an Bietigheim-Bissingen – rund fünf Millionen Euro –, Bietigheim-Bissingen zahlte nur rund 30.000 Euro an Tamm.

Im laufenden Jahr wird mit weniger Einnahmen gerechnet: Bietigheim-Bissingen erwartet von Tamm rund vier Millionen Euro, Tamm von Bietigheim-Bissingen rund 20.000 Euro.