Bietigheim-Bissingen: Stadt plant Fahrradstraßen an Enz und Metter

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Südwest PresseSchon seit längerer Zeit beschäftigt sich die Stadt Bietigheim-Bissingen mit der Aufwertung des unteren Mettertals. Seit 2018 liegt dazu ein Masterplan in der Schublade, der die Schaffung weiterer naturnaher Flächen in Verbindung mit einem verbessertem Wegenetz vorsieht. Während der Coronazeit war die Realisierung zurückgestellt worden, jetzt soll ein neuer Anlauf genommen werden.
Niederschwellige Maßnahmen
Wie aus der von Baubürgermeister Michael Wolf verantworteten Ratsvorlage hervorgeht, über die der Gemeinderat in seiner Sitzung am kommenden Dienstagabend berät, ist beabsichtigt, ein Teilprojekt aus dem Masterplan anzugehen. Und zwar sollen die Fuß- und Radverkehrsverbindungen in der Holzgartenstraße zwischen der Metterstraße und dem Enzsteg sowie im Mettertal zwischen dem Parkplatz Farbstraße und der Holzgartenstraße neu gestaltet werden. Ebenso die angrenzenden Freianlagen. „Ziel hierbei ist, mit niederschwelligen Maßnahmen ohne vollständigen Neubau die bestehenden Flächen so zu gestalten, dass die Situation für den Fuß- und Radverkehr maßgeblich verbessert und deren Anteil an der Verkehrsmittelwahl erhöht wird“, heißt es in der Vorlage.
Jetziger Zustand in der Grünanlage beim Japangarten ist ein gemeinsamer Geh- und Radweg. Dort herrscht laut Stadt ein hohes Aufkommen an Fußgängern und Radfahrern. Es komme zu regelmäßigen Konflikten. Diese sollen entschärft werden, indem der Radverkehr auf die Straße Am Japangarten, die durch die dortigen Parkplätze führt, gelenkt wird, die dazu zur Fahrradstraße mit flächigen Markierungen erklärt wird. Außerdem sind dort Fahrbahnverengungen mit Baumstandorten und Sitzbänke geplant. Ein Ausbau des bestehenden Geh- oder Radwegs scheidet aus, da der 1989 zur Landesgartenschau entstandene Park aufgrund seines Denkmalcharakters geschützt sei.
Weiter sind in der Farbstraße eine Fahrradspur durch Verkürzung der Linksabbiegespur zum dortigen Parkplatz, der Umbau der Ampel mit Bevorrechtigung des Radverkehrs und ein neuer Radweg zwischen dieser Fahrradspur und dem Parkplatz „Beim Japangarten“ vorgesehen.
Ähnliches ist in der Holzgartenstraße geplant, die Teil des geplanten Landesradwegs „Radnetz BW“ ist. Die bestehende Route des Radnetzes verläuft durch den Bietigheimer Bürgergarten auf der östlichen Seite der Enz. Da dort die bestehenden schmalen Wege zu erheblichen Problemen mit Fußgängern führen und man die Wege im Bürgergarten ebenfalls nicht ausbauen will, soll der Radverkehr auf der westlichen Enzseite in der Holzgartenstraße konzentriert werden. Unter anderem soll der Abschnitt beim Hallenbad zur Fahrradstraße mit flächigen Markierungen werden, es sind neue Baumstandorte zur Verkehrsberuhigung geplant. Beim Knotenpunkt Holzgartenstraße/Forsthausstraße soll die Vorfahrt geändert werden.
Kosten: rund 800.000 Euro
Der Gemeinderat entscheidet am Dienstag über die Vergabe der Planungsleistungen an ein Ingenieurbüro für knapp 82.000 Euro. Die Gesamtkosten der verschiedenen Maßnahmen, zu denen unter anderem auch die Umwandlung von Rasen in Wiesenfläche und die Installation von Radbügeln gehören, werden auf rund 800.000 Euro beziffert.
Die Stadtverwaltung hofft aber auf Fördermittel von rund der Hälfte der Kosten, wenn das Vorhaben ins entsprechende Landesprogramm aufgenommen wird. Davon soll es abhängen, ob das Projekt angegangen wird. Eine Entscheidung über die Förderung soll im Frühjahr fallen.