Bietigheim-Bissingen
: Pur startet Vinyl-Box-Reihe

Die Pop-Band veröffentlicht ihre ersten vier Alben aus den 1980er Jahren. Weitere sollen folgen.
Von
Jörg Palitzsch
Bietigheim-Bissingen
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Pur hat eine Vinyl-Box mit ihren ersten vier Platten veröffentlicht. Alben aus den einzelnen Jahrzehnten sollen folgen.

/ Jörg Palitzsch

In den 1980er-Jahren startete die Bietigheimer Pop-Band Pur ihre Karriere. In diesem Jahrzehnt wurden vier LPs veröffentlicht, die jetzt in einer auf 1000 Stück limitierten Vinyl-Box neu veröffentlicht werden. Pur folgt damit einem Trend, der in diesem Jahr richtig Fahrt aufgenommen hat. Immer mehr Bands und Musiker veröffentlichen ihre Alben in aufwendigen Boxen.

Die vier LPs von Pur sind farbig und passen jeweils zu den Covern der Alben: Die LP „Opus“, so der Bandname vor der Umbenennung zu Pur, war ursprünglich schwarz und wurde 1983 erstmals unter „Opus 1“ veröffentlicht. Das Album brachte die Stuttgarter Plattenfirma Intercord mit einem rosa Farbton dann später unter den Namen „Pur/Opus 1“ 1990 auf den Markt. Auf der LP gibt es zwei Songs, „Der Falter und das Licht“ sowie „Der Henker“, bei denen die beiden verstorbenen Gitarristen und frühen Bandmitglieder Rolf Lichtblau und Christoph Burgmann mitgewirkt haben.

Neuer Name und neues Cover

Das zweite Opus-Album „Vorsicht zerbrechlich“ von 1985, wie „Opus 1“ von der Band aus eigener Tasche finanziert und bei Konzerten verkauft, hat einen blauen Farbton, in der gleichen Farbe gibt es auch die Vinyl-Fassung. Bei den Aufnahmen in den Calren-Studios in March bei Freiburg seien zwischen Oktober und Dezember an 20 Aufnahmetagen 67 Flaschen Sekt und 56 Tafeln Schokolade der Marke „Crunch“ nötig gewesen, heißt es in den Liner-Notes des Albums. 1986 wurde Pur Bundesrocksieger, ein Jahr zuvor erfolgte die Umbenennung von Opus zu Pur, um Verwechslungen mit der österreichischen Band Opus zu vermeiden. Auch die LP „Vorsicht zerbrechlich“ wurde jetzt mit einem anderen Cover neu herausgebracht. Das folgende Album „Pur“, in der Box in grünem Vinyl, sollte dann die Umbenennung der Band festschreiben, die seit 1987 einen Plattenvertrag bei Intercord hatte.

Auf der vierten LP in der Box „Wie im Film“ zeigt sich die Schrift auf dem Frontcover als auch das Vinyl in gelber Farbe. Musikalische Gäste waren unter anderem die Sängerin Franziska Kleinert und der Bruder von Hartmut Engler, Hans-Peter Engler, am Akkordeon. In seiner Biografie von 2011 schreibt der Pur-Sänger, mit dem Album sei man dem Traum, als Profimusiker zu leben, einen großen Schritt nähergekommen. Bislang hatte man ohne einen Produzenten gearbeitet, doch auf Bestreben der Plattenfirma änderte sich dies.

Als der Produzent sehr stark auf Computer setzte und die Band wissen ließ, im Studio brauche man nur den Sänger, lehnte Pur den neuen Weg ab und überzeugte die Plattenfirma schließlich, weiter Instrumente anstatt Computer einzusetzen. Der auf dem Album veröffentlichte Song „Funkelperlenaugen“, wurde zwar ein Radiohit, „entsprach aber nicht unseren Vorstellungen“, so Engler. Das Arrangement habe die Band in eine Ecke gerückt, die damals von der Band Münchner Freiheit besetzt worden sei. Dies habe dazu geführt, dass man Pur spöttisch als Bietigheimer Freiheit titulierte. Man steckte plötzlich in der Schublade „Schmusepopper“, völlig konträr zu dem, was man live bot und vor und nach dieser Platte veröffentlichte.

Kommentare zum Nachlesen

Nach „Wie im Film“ beschloss die Bietigheimer Band ihre Arrangements nicht mehr aus der Hand zu geben und arbeitete ab 1990 erfolgreich mit dem Produzenten Dieter Falk zusammen, der es schaffte, „unseren Spirit auch im Tonstudio glänzen zu lassen“, schreibt Engler in seiner Biografie.

So zeigen die ersten vier Alben von Pur, wie die Band ihren musikalischen Weg gesucht und schließlich gefunden hat. Ein Textblatt in der Box, Kostenpunkt rund 139 Euro, enthält zum Nachlesen Kommentare von Hartmut Engler mit Geschichten zum Entstehungsprozess der vier Alben und der Bandgeschichte aus den 1980er-Jahren. Dazu gibt es noch ein T-Shirt. In weiteren Boxen sollen die Alben der 1990er-Jahre sowie der 2000er-Jahre folgen.