Bietigheim-Bissingen
: Porsche baut Qualifizierungszentrum

Der Automobilhersteller investiert einen zweistelligen Millionenbetrag in den Standort. Gleichzeitig wird die Ladeinfrastruktur und Mitarbeiterverpflegung ausgebaut.
Von
Yannik Schuster
Bietigheim-Bissingen
Jetzt in der App anhören

Von links: Björn Glass, René Ramann, Tamms Bürgermeister Martin Bernhard, Porsche-Deutschland-CEO Alexander Pollich, OB Jürgen Kessing, Porsche-Deutschland-CFO Karsten Sohns, Baubürgermeister Michael Wolf und Architekt Markus Mehwald.

/Martin Kalb

Die Firma Porsche erweitert ihren Standort im interkommunalen Industrie- und Gewerbegebiet Laiern um ein Qualifizierungszentrum. Am Montag fand der feierliche Spatenstich statt für das Bauprojekt. Die Idee für ein Qualifizierungszentrum am Bietigheim-Bissinger Standort sei bereits im Jahr 2019 aufgekommen, sagt Alexander Pollich, Vorsitzender der Geschäftsführung der Porsche Deutschland GmbH, seitdem habe man sich intensiv damit beschäftigt und stand in regem Austausch mit den Städten Bietigheim-Bissingen und Tamm.

Pollich eröffnete bereits Qualifizierungszentren für Porsche in Kanada und dem Vereinigten Königreich – nun ist Deutschland an der Reihe. Das Qualifizierungszentrum – ein „Ort der Weiterbildung“ – soll dabei nicht nur zur Schulung Deutscher Händler genutzt werden, sondern auch für nordeuropäische Kollegen zur Verfügung stehen. Anders als in den größten Absatzmärkten gebe es dort keine Infrastruktur mit Qualifizierungszentren. Neue Fahrzeugmodelle und Technologien erfordern Qualifizierungsangebote, so Pollich. Insgesamt Platz für 18 Trainingsräume für bis zu 240 Schulungsteilnehmer soll das neue Gebäude auf 8600 Quadratmetern bieten. Einheitliche Standards will der Automobilhersteller damit etablieren. „Unsere Kunden sollen gut trainierte Mitarbeiter vorfinden“, sagt Pollich.

Synergien mit der Zentrale

Das Qualifizierungszentrum wird sich nördlich an den bestehenden Porsche-Turm anschließen. Der bisherige Mitarbeiterparkplatz wird verlegt. Für den Standort im Gewerbegebiet, das von Bietigheim-Bissingen und Tamm gemeinsam betrieben wird, habe man sich unter anderem aufgrund der direkten Nähe zum Vertriebszentrum und der Porsche-Deutschland-Zentrale entschieden. So seien Synergieeffekte zu erzielen. Mitarbeiter etwa können unkompliziert vorbeischauen und sich die Abläufe im Detail anschauen. Zudem sei die Anbindung an die Autobahn und, hinsichtlich internationaler Schulungsteilnehmer, den Flughafen hervorragend, so Pollich.

Im Rahmen der Bauarbeiten werde man auch Modernisierungen am Turm und dem Kasino vornehmen. Um dem wachsenden Bedarf nach Ladestationen für Elektrofahrzeuge Rechnung zu tragen werden insgesamt 36 Ladesäulen für Mitarbeiter errichtet. Rund 20 bis 25 Arbeitsplätze werden im Qualifizierungszentrum angesiedelt, dabei handelt es sich um eine Konzentration bestehender Stellen am Bietigheim-Bissinger Standort. Der Sportwagenhersteller investiert in das Qualifizierungszentrum einen „signifikanten zweistelligen Millionenbetrag“.

Fertigstellung 2025

Das Grundstück gehört dem Automobilhersteller bereits. Es sei die Strategie des Unternehmens, Flächen für mögliche Erweiterungen vorzuhalten, erklärt Pollich. Der Bietigheim-Bissinger Oberbürgermeister Jürgen Kessing lobte das Unternehmen für seine vorausschauende Grundstückspolitik.

Mit einer 400 Megawatt starken Photovoltaik-Anlage soll die Erweiterung bilanziell CO2-Neutral operieren. Im August/September 2025 soll das Qualifizierungszentrum den Betrieb aufnehmen. „Wir werden sicher noch die ein oder andere Träne vergießen aber wenn das Qualifizierungszentrum erst steht, dann haben wir etwas geschafft“, sagt Pollich.

Er bedankte sich für die gute Zusammenarbeit beim Tammer Bürgermeister Martin Bernhard, Bietigheim-Bissinger OB Jürgen Kessing und Baubürgermeister Michael Wolf. Kessing und Bernhard bedankten sich ihrerseits für die Investition und die damit verbundene Stärkung des Standorts.