Bietigheim-Bissingen
: Kleinbusse frühestens 2025/26

Die Firma Spillmann hat Fahrpläne für Wohngebiete in Bietigheim-Bissingen entwickelt, die bisher noch weite Fußwege zu Haltestellen haben. Demnächst werden die Pläne der Stadt vorgestellt.
Von
Petra Neset-Ruppert
Bietigheim-Bissingen
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Sogenannte Kleinbusse könnten in Zukunft Wohngebiete besser mit dem ÖPNV in Bietigheim-Bissingen verbinden

/Spillmann

Die Planungen sind vorangegangen“, erklärt Tobias Hähnle, der bei Spillmann für die ÖPNV-Planung und das Qualitätsmanagement zuständig ist. Er bezieht sich dabei auf zusätzliche Linien mit Kleinbussen in Wohngebieten, wie zum Beispiel dem Gebiet Ahlesbrunnen in Bietigheim.

Aus der Bürgerschaft und auch im Rahmen des Mobilitätsplans der Stadt sei immer wieder der Wunsch nach einer besseren ÖPNV-Vernetzung der Wohngebiete, in die keine normalen Busse, sondern nur Kleinbusse kommen, geäußert worden. So könnten dort die weiten Wege zu Bushaltestellen reduziert werden und der ÖPNV dadurch attraktiver gemacht werden. Das betrifft Wohngebiete im Sand, in Bissingen und auch Auf der Lug sowie Ahlesbrunnen.

Fahrplanentwicklung ist komplex

„Ein Student der Hochschule Heilbronn hat für uns einen Fahrplan entworfen“, erklärt Hähnle. Vier Monate lang habe die Ausarbeitung im Rahmen einer Bachelorarbeit in Anspruch genommen. „Dabei gilt es einiges zu beachten. Zum einen stellt sich die Frage, welche Standorte für Haltestellen geeignet sind, zum anderen müssen die Anschlüsse zu den anderen Linien passen“, erklärt Hähnle. Dann muss für all dies noch ein passender Linienweg entwickelt werden, sodass die langen Fußwege verkürzt werden.

Demnächst wird Spillmann der Stadt die Planung zu neuen Linien vorstellen. Bis Ende 2029 läuft noch der Vertrag zwischen der Stadt und Spillmann für den ÖPNV. Darin ist jedoch keine neue Kleinbussline in Wohngebieten, wie zum Beispiel im Ahlesbrunnen, enthalten. Diese könnte das Unternehmen nur anbieten, wenn die Stadt eine sogenannte Zubestellung mache und damit die neue Linie bezahle.

Eine solche Zubestellung wird jeweils zur Hälfte von der Kommune und dem Landratsamt getragen. Das Landratsamt habe Spillmann jedoch bereits signalisiert, dass es weder in diesem noch im nächsten Jahr Geld für eine solche Zubestellung ausgeben werde. „Damit könnten wir frühestens 2025/26 eine neue Linie einführen“, so Hähnle.

„Der Beschluss, Verkehrsverbesserungen im Kreisgebiet zunächst bis zum Herbst 2025 zurückzustellen, wurde in den politischen Gremien des Landkreises zum einen mit Blick auf die aktuellen verkehrlichen Rahmenbedingungen – insbesondere die angespannte Lage bei den Verkehrsunternehmen – gefasst“, heißt es von der Pressestelle des Landratsamts. Gerade beim Fahrpersonal sei der Fachkräftemangel „deutlich spürbar“. Ein weiterer Grund sei Stuttgart 21: Mit der Inbetriebnahme zeichneten sich „große Unwägbarkeiten bei den künftigen S-Bahn-Fahrplänen ab“. Diese müssten erst geklärt werden.

Zwei Millionen Euro Beteiligung

„Zudem sind in der aktuellen dritten Fortschreibung des Nahverkehrsplans des Landkreises Ludwigsburg Verkehrsverbesserungen vorgesehen, die über das aktuelle Angebot hinausgehen“, so die Pressestelle weiter. Diese sehen vor allem Angebotsausweitungen auf einzelnen Linien vor, die am Bahnhof Bietigheim Anschlüsse zur S-Bahn herstellen, beispielsweise die Linie 551. Auch die Umsetzung dieser Maßnahmen sei derzeit für Ende 2025 vorgesehen. Jährlich beteiligt sich der Landkreis mit rund zwei Millionen Euro am Stadtverkehr in Bietigheim-Bissingen.

Dass die potenziellen neuen Linien der Bürgerschaft wichtig seien, habe die Unterschriftensammlung von Anwohnern und die Thematisierung im Mobilitätsplan gezeigt. „Das alles sind wichtige Indikatoren. Wir haben da ein gutes Gefühl“, so Hähnle.