Bietigheim-Bissingen
: Lobreden auf Hans Noller

Der Architekt, frühere FDP-Stadt- und Kreisrat ist am Samstag in Bietigheim-Bissingen von der FDP-nahen Reinhold-Maier-Stiftung für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden.
Von
Walter Christ
Bietigheim-Bissingen
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Bei der Verleihung der Reinhold-Maier-Nadel an Hans Noller (Mitte) hielt Jochen Haußmann von der Stiftung die Laudatio, auch Ute Oettinger-Griese gratulierte zur Auszeichnung.

/Martin Kalb

Nach dem Bundesverdienstkreuz und einer Fülle weiterer hochkarätiger Auszeichnungen ist Hans Noller am Samstag im TSV-Heim in Bietigheim-Bissingen mit der Nadel der Reinhold-Maier-Stiftung geehrt worden. Für den Architekt, ehemaligen FDP-Stadt- und -Kreisrat sowie Sportsmann gab es in den Reden viel Lob für sein über 50-jähriges kommunalpolitisches und gesellschaftliches Engagement in der Region.

Großer Bahnhof für den 88-Jährigen: Das F-Schuster-Streich-Quartett spielte die Ode „An die Freude“, unter den zahlreichen Gästen waren auch die früheren Oberbürgermeister Manfred List und Helmut Himmelsbach (Heilbronn). In den Reden gab es viel Lob für Hans Noller. Allen voran die Laudatio von Jochen Haußmann, Präsidiumsmitglied des FDP-Landesverbandes und ehemaliger Vorsitzender der Reinhold-Maier-Stiftung.

Stabilitätsbeitrag zur Demokratie

Er freute sich, mit Noller einen Liberalen ehren zu dürfen, der sich mit Schaffenskraft und vorbildlichem ehrenamtlichem Engagement Verdienste um die „Graswurzel-Demokratie“ erworben und somit einen „unglaublich wichtigen Stabilitätsbeitrag unserer Demokratie und den Zusammenhalt geleistet“ habe, was in der heutigen kritischen Zeit relevanter denn je sei.

Der Laudator aus Kernen im Remstal sprach von einer „imponierenden Lebensleistung, von Fleiß, Bescheidenheit und eiserner Disziplin“, würdigte dabei auch den Leichtathleten Noller, der 1961 als erster Bietigheimer mit 23 Jahren die 100 Meter unter elf Sekunden gelaufen sei. Und er stellte besonders die beruflichen Qualitäten, explizit Nollers „Renaissance-Wunderwerk“, die Hornmoldhaus-Sanierung, heraus.

Der einstige Bürgermeister Kurt Leibbrandt plauderte in seiner Ansprache auch ein wenig aus dem beruflichen Nähkästchen und unterstrich mit einem „Hoch!“ und „Chapeau!“ seine Wertschätzung insbesondere des Architekten und Bauleiters, klassischen Schwaben und Bietigheimers, der vor Ort nicht nur unzählige Kanäle, den Metterzimmerer Sportplatz und in den Anfängen das Stadion Ellental ausgetüftelt habe, sondern vor allem auch mit dem Hornmoldhaus und dem Schloss Spuren hinterlasse. Zu den langjährigen Weggefährten Nollers gehört auch Sportmoderator Michael Kloiber, der bei der Feierstunde den sportlichen Bogen der Hauptperson von dessen Lauftalent bei Fangspielen in der Hillerschule über viele Wettkampfeinsätze des erfolgreichen Leichtathleten bis hin zum Silvesterlauf, zur Gründung der LG Neckar-Enz und der SG BBM Bietigheim sowie Nollers Engagement als TSV-Chef und langjähriger Vorsitzender des Stadtverbandes für Sport spannte.

Reisen und klassische Musik

Noller-Enkelin Carolin Christ gewährte Einblicke in das Familienleben, erwähnte die Affinität des Opas neben dem Beruf zum Sport, zu klassischer Musik und zu Reisen um die halbe Welt und freute sich, dass Hans Noller diese Leidenschaften an die Familie weitergegeben habe. Sie hob hervor, dass auch Oma Margret Noller für ihr „Projektmanagement“ eine Nadel verdient habe.

Zu den Gratulantinnen gehörten auch Ute Oettinger-Griese und Melanie Kögler von der Reinhold-Maier-Stiftung. Hans Noller glänzte am Schluss mit gewohnt launigen Worten und Zitaten, die zum Schmunzeln anregten.

Info: Reinhold Maier (FDP) war der erste Ministerpräsident Baden-Württembergs. Die Stiftung, die seinen Namen trägt, wurde 1977 gegründet, ist eine gemeinnützige Einrichtung der politischen Bildung und wird aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg finanziert