Bietigheim-Bissingen
: Hilfe für alle im Familienzentrum der Caritas

Einblick in den Arbeitsalltag des Familienzentrums der Caritas, das von der BZ-Aktion Menschen in Not unterstützt wird.
Von
bz
Bietigheim-Bissingen
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Ein vielseitiges Kursangebot bietet die Caritas im Familienzentrum in Bietigheim-Bissingen an.

/Martin Kalb

In der Allgemeinen Sozialberatung der Caritas stehen Beraterinnen und Berater aus der Sozialarbeit verschiedensten Menschen mit Rat und Tat zu r Seite. Wie bei Frau M. die sich mit zwei kleinen Kindern von ihrem gewalttätigen Mann getrennt hat und jetzt vorübergehend bei ihrer Mutter in sehr beengten Verhältnissen wohnt. Nach langer Suche hat sie endlich eine Wohnung in Bietigheim gefunden, weiß aber nicht wie sie die Kaution bezahlen soll. In der Beratung erhält sie Hilfe beim Bürgergeldantrag und der Beantragung eines Darlehens beim Jobcenter für die Kaution. Außerdem bekommt sie eine Berechtigung für den Tafelladen. Wegen der psychischen Belastung wird ihr empfohlen eine psychologische Beratungsstelle zu kontaktieren und sie erhält die Kontaktdaten.

Auch Herr S kommt mit finanziellen Problemen in die Beratung. Er hat bis April 2023 von Bürgergeld gelebt und konnte jetzt endlich seine Rente beantragen. Leider wird diese nicht zum Leben ausreichen, weil auch schon sein Arbeitslohn nie sehr hoch war. Mit Unterstützung der Beraterin beantragte er Grundsicherung ergänzend zur Rente. Die Rentenzahlung kommt erst am Ende des Monats und die Grundsicherung wurde trotz frühzeitiger Beantragung noch nicht überwiesen. Herrn S. fehlt es an Geld für Lebensmittel und er erhält eine Beihilfe zur Überbrückung.

Leben am Existenzminimum

Frau B. ist schon seit Jahren in Beratung. Sie lebt alleine und hat schwere Depressionen aufgrund von Gewalterfahrungen. Sie muss monatliche Raten für ihre Wohnungskaution und eine Möbelausstattung bezahlen und lebt am Existenzminimum. Im Oktober hat sie nach langer Wartezeit einen Platz in einer Trauma- Klinik bekommen. Die hohen Fahrtkosten zur Klinik und den notwendigen Arztbesuchen, führen dazu das ihr das Geld zum täglichen Leben fehlt; dafür erhält sie eine Beihilfe von der Caritas.

In der Migrationsberatung dominieren die Anfragen zum Familiennachzug und zur Einbürgerung. Aber auch Menschen die bereits auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen konnten, suchen nach Unterstützung im Behördendschungel, in der Beratung.

Ab Anfang des Jahres öffnete das Familienzentrum der Caritas in Bietigheim-Bissingen seine Türen für ein Sprachangebot, das sich an Geflüchtete aus der Ukraine richtet. Einmal wöchentlich können neu zugewanderte Ukrainer ihre deutschen Sprachkenntnisse erweitern und neue Kontakte knüpfen. Insbesondere für Menschen, die noch auf einen Platz in einem Integrationskurs warten, ist dieses offene Gruppenangebot eine Möglichkeit, um zeitnah nach der Ankunft in Deutschland mit dem Spracherwerb zu beginnen. Aber auch diejenigen, die bereits einen Kursplatz hatten, können im Sprachcafé der Caritas ihre Kenntnisse vertiefen.

Vielseitiges Kursprogramm

Neben diesen Caritas Beratungsangeboten gibt es auch die Schwangerschaftsberatung des Sozialdienstes Katholischer Frauen im Familienzentrum. Auch das Kursprogramm im Familienzentrum hat weiterhin großen Zulauf. Mit Yoga für Schwangere, Pekip für die Jüngsten, Yoga für Kinder und Pilates und Rückenyoga für Seniorinnen, bietet das Programm für alle Altersklassen ein passendes Angebot.

Unbürokratische Hilfe für Menschen in Notsituationen, Kursangebote, die ein weites Spektrum abdecken und Räume für Gruppenangebote wie das Sprach Café: „All dies wäre in dieser Form nicht möglich, wäre da nicht die langjährige Unterstützung der Leserinnen und Leser der Bietigheimer Zeitung, für die wir uns, auch im Namen unserer Klienten und Klientinnen von Herzen bedanken möchten“, betont Petra Tolksdorf von der Caritas Ludwigsburg-Waiblingen-Enz.

Seit Anfang des Jahres können Menschen aus dem Energiefonds der Kirchen (die BZ berichtete) finanzielle Hilfen für die Energiekosten bei der Caritas beantragen. Auch im Familienzentrum können dafür Beratungstermine vereinbart werden. Weitere Informationen gibt es auch online unter www.energiefonds-kirche.de.bz