Bietigheim-Bissingen
: Halligalli im Kinderhaus Halli Galli

Der Neubau in der Schillerstraße wurde am Donnerstag offiziell eingeweiht. Bis zu 92 Kinder können hier künftig betreut werden. 
Von
Yannik Schuster
Bietigheim-Bissingen
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Oberbürgermeister Jürgen Kessing überreichte bei der Einweihung des neuen Kinderhauses Halli Galli Geschenke an die Kinder.

/Martin Kalb

Nachdem im November bereits das Kinderhaus Villa Paletti im Green Building eingeweiht wurde, war nun die zweite neue Kita im Stadtgebiet an der Reihe: Das Kinderhaus Halli Galli in der Bissinger Schillerstraße.

Es sei ein besonderer Tag für das Haus, das nicht nur nach Spaß klinge, sondern auch danach aussehe, sagte Oberbürgermeister Jürgen Kessing bei der Einweihung am Donnerstag. Ein Ort sei hier entstanden, an dem Kinder lachen, spielen und aufs Leben vorbereitet werden könnten. „Das ist ein Ort, an dem Kinder wachsen und sich entfalten können“, sagte die Kindergartenleiterin Jennifer Maierhofer. Die Kinder führten mit den Betreuerinnen schließlich ein Farblied mit vielen bunten Tüchern auf.

Platz für 92 Kinder

Das Kinderhaus Halli Galli bildet den Schlussstein der großen Offensive zur Erweiterung der Kinderbetreuungseinrichtungen in Bietigheim-Bissingen. In dem neuen Haus, gebaut auf dem Grundstück des ehemaligen Kindergartens an der Schillerstraße, ist Raum für fünf Kindergruppen mit insgesamt 92 Plätzen entstanden. Betreut werden können hier bis zu 64 Kinder über drei Jahre und 24 unter Dreijährige. Aktuell werden sechs Kinder betreut, man arbeite daran, die notwendigen Erzieherinnen und Erzieher zu finden, um möglichst schnell alle Plätze nutzbar zu machen, so Kessing. „Die Stadt hat sich zu ihrer Verantwortung bekannt, die Kinderbetreuung in unserer Stadt so weit auszubauen, dass Wartelisten bald der Vergangenheit angehören und wir nahezu jedem Kind entsprechend unserer Verpflichtung einen Betreuungsplatz anbieten können“, sagte der Oberbürgermeister.

Er erläuterte: „Der Engpass, der jetzt noch besteht, liegt allerdings nicht an den baulichen Rahmenbedingungen, sondern an der nicht vorhandenen personellen Verfügbarkeit von ausreichend qualifizierten Fachkräften.“ Man unternehme seit Jahren hohe Anstrengungen, um ausreichend Fachpersonal zu gewinnen, so Kessing und weiter: „Wir haben spanische Fachkräfte ins Land geholt, wir lassen uns von den Maltesern in einigen Häusern unterstützen, wir bilden eine hohe Zahl von Fachkräften selbst aus. Und doch gibt es immer noch offene Stellen. Deshalb geht die Belegung der neu geschaffenen Plätze leider nicht ganz so schnell vonstatten, wie wir es gerne hätten. Aber auch hier geben wir nicht auf und versuchen weiterhin, mehr Personal zu gewinnen.“

Vier Wohnungen im Obergeschoss

Die Kleinen nutzen künftig die Räume im Erdgeschoss, zwei Krippengruppen können eingerichtet werden. Auch die Verteiler- und Kinderküche und der Essensraum sind hier zu finden. Ebenso das Leitungsbüro, ein Infobereich mit Sitzgelegenheiten für die Eltern sowie die Abstellräume für Kinderwagen und Transportkarren. Im ersten Stock ist der Bereich für die über Dreijährigen entstanden, zwei Gruppenräume, ein Mehrzweckraum und das Forscherlabor sind hier untergebracht. Zudem Personalräume, Sprechzimmer, ein Pausenraum und eine Umkleide. Ergänzend hat die Stadt im zweiten Obergeschoss vier Wohnungen gebaut.

Das Gebäude ist in konventioneller Massivbauweise erstellt, die Innenwände sind in Sichtbeton belassen. Die Fassade ist als hinterlüftete Holzfassade gestaltet. Im Inneren sorgt eine dezentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sowie Temperierung für die Belüftung. Die Wärme erzeugt eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, auf den direkten Einsatz fossiler Brennstoffe wird verzichtet.

Zehn Millionen Euro Kosten

Auch der Außenbereich wurde für die Kinder ansprechend gestaltet, auf der Westseite für die Kleinsten, auf der Südseite für die größeren Kinder. Bäume und Sonnensegel sollen für notwendigen Schatten sorgen.

Betreut wird entweder während sieben Stunden von 7.30 bis 14.30 Uhr oder acht Stunden von 7 bis 15 Uhr. Interessierte Eltern können das Haus in Hausführungen persönlich kennenlernen, Termine mit Voranmeldung sind möglich, jeweils von 15 bis 16 Uhr am 8. April, 12. Mai, 9. Juni, 2. September, 6. Oktober oder 3. November.

Die Gesamtkosten des Projekts betragen rund zehn Millionen Euro, davon 1,6 Millionen für die Wohnungen und 8,4 Millionen für das Kinderhaus. Auf Zuschüsse des Landes in Höhe von 462.000 Euro für das Kinderhaus und 615.000 Euro für die Wohnungen hofft der Kämmerer.